In 80 Jahren um die Welt - Jubiläumskonzert der Leo-Borchard-Musikschule

Ein Orchester vor einem großen Publikum in der Pauluskirche Zehlendorf.

Am 14.06. feierte die Leo-Borchard-Musikschule ihr 80-jähriges Bestehen mit einem großen Jubiläumskonzert mit anschließendem Fest im Musikschul-Garten. An die 400 Gäste versammelten sich am Nachmittag in der Pauluskirche, um das vielseitige Programm zu erleben.

Ein Orchester in der Pauluskirche Zehlendorf.

Den musikalischen Mittelpunkt bildete ein eigens für das Jubiläum zusammengestelltes Projektorchester. Dieses verband Schülerinnen und Schüler – darunter mehrere Preisträgerinnen und Preisträger des Leo-Borchard-Musikschulpreises –, Lehrkräfte sowie Gäste zu einem generationsübergreifenden Ensemble. Unter dem Motto „In 80 Jahre um die Welt“ führte das abwechslungsreiche Programm in einer musikalischen Reise von Finnland über China und Ghana bis nach Mexiko und in die USA.
Dabei beeindruckte das Orchester nicht nur durch seine musikalische Qualität, sondern auch durch die vielfältige Besetzung. Neben Streichern, Holz- und Blechbläsern, verliehen Schlagwerk, Klavier, Akkordeon, Harfe und eine Pop-Rock-Band den Werken eine besondere Klangfülle und sorgten immer wieder für eindrucksvolle und bunte musikalische Momente.

Die jüngsten Schülerinnen und Schüler der musikalischen Grundstufe führten das Publikum zwischen den Orchesterbeiträgen auf fantasievolle Weise von einem Land zum nächsten. Mal ging es mit der Eisenbahn, mal auf einem fliegenden Teppich oder mit einem Dampfer um die Welt. Tänze, Lieder und eine farbenfrohe Ausstattung machten die musikalische Reise lebendig und zauberten dem Publikum immer wieder ein Lächeln ins Gesicht.

Die Bezirksstadträtin für Bildung, Kultur und Sport, Malgorzata Sijbrandij, beim Jubiläumskonzert der Leo-Borchard-Musikschule.

Zum musikalischen Auftakt präsentierte das Orchester Auszüge aus der 1893 entstandenen „Karelia-Suite“ von Jean Sibelius. Das von rauer, spätromantischer Energie geprägte Werk entführte das Publikum klanglich nach Finnland und beschwor eindrucksvoll die Natur und Mythen Kareliens herauf, die einst als Wiege der finnischen Identität galten.

Nach einer Begrüßung durch den Musikschulleiter Christian Schommartz wandte sich die Bezirksstadträtin für Bildung, Kultur und Sport Malgorzata Sijbrandij an das Publikum. Sie gratulierte der Musikschule und hob ihre wichtige Rolle, nicht nur als Bildungseinrichtung, sondern auch als Teil des lebendigen kulturellen Lebens im Bezirk hervor.

Portrait der Staatssekretärin für Kultur und Gesellschaftlichen Zusammenhalt Cerstin Richter-Kotowski beim Jubiläumskonzert der Leo-Borchard-Musikschule.

Auch Cerstin Richter-Kotowski, Staatssekretärin für Kultur der Berliner Senatsverwaltung für Kultur und Gesellschaftlichen Zusammenhalt, war vor Ort und betonte in ihrer Ansprache den wichtigen Beitrag der Musikschule zur Berliner Bildungs- und Kulturgeschichte: „Die Leo-Borchard-Musikschule zeigt seit 80 Jahren eindrucksvoll was möglich ist, wenn Engagement, Professionalität und Leidenschaft zusammenkommen.“

Anschließend führte die Reise mit dem „Torch Festival“ („Das Fackelfest“) von Wang Xilin weiter nach Asien. Der 1936 geborene, heute in Berlin lebende Komponist verbindet in diesem feurigen Schlusssatz aus der Suite Yunnan-Tondichtung den rhythmischen Überschwang der südwestchinesischen Volksmusik mit mitreißender orchestraler Wucht. Mit viel Gespür für Klangfarben ließ das Orchester die unterschiedlichen musikalischen Charaktere lebendig werden und traf den feurigen Rhythmus mit bemerkenswerter Präzision.

Einen besonderen Beitrag leistete außerdem das Lehrkräfteteam mit dem ghanaischen Kinderlied „Sansa Kroma“. Durch die Kombination von Gesang, Bodypercussion, Schlagwerk, Improvisation und Call-and-Response entstand eine mitreißende Darbietung, die die Zusammenarbeit des Kollegiums sichtbar und hörbar machte.

Einen weiteren Höhepunkt bildete Arturo Márquez’ „Danzón Nr. 2“, dessen schwungvolle Melodien und lateinamerikanische Lebensfreude durch das Orchester eindrucksvoll und klangreich zur Geltung kamen.

Für einen stimmungsvollen Abschluss sorgte der Kinder- und Jugendchor. Mit einer charmanten Choreografie in farbenfrohen Hawaiihemden und begleitet von Orchester, Band und der großen Schuke Orgel, verbreiteten die jungen Sängerinnen und Sänger kalifornische Sommerleichtigkeit. Der Beach-Boys-Klassiker Add Some Music to Your Day erfüllte den Saal mit spürbarer guter Laune und ließ das regnerische Wetter vor der Tür vergessen.

Das Jubiläumskonzert verdeutlichte die enge Verbundenheit der Leo-Borchard-Musikschule mit den Werten ihres Namensgebers. Leo Borchard stand nicht nur für musikalische Exzellenz, sondern auch für Mut, Menschlichkeit und die Überzeugung, dass Musik Menschen verbinden kann. Genau dieser Geist war im Jubiläumskonzert spürbar: Generationen musizierten gemeinsam, Lehrkräfte und Schülerinnen und Schüler begegneten sich auf Augenhöhe, und die Musik wurde zur gemeinsamen Sprache.

Viele Menschen vor einer Bühne im Garten beim Jubiläumsfest der Leo-Borchard-Musikschule

Im Anschluss an das Konzert wurde das Jubiläum mit einer Party im Garten der Musikschule fortgesetzt. Trotz Wolken und gelegentlicher Regenschauer ließen sich die Gäste die Feierlaune nicht nehmen. Bei einem abwechslungsreichen Bühnenprogramm mit u.a. Big Band, Ukulele und Mandoline, sowie Speisen und Getränken klang der Festtag in entspannter Atmosphäre aus.

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