Ausstellung «Yayoi Kusama. Eine Retrospektive» öffnet

Ausstellung «Yayoi Kusama. Eine Retrospektive» öffnet

Mit seiner Wiedereröffnung nach coronabedingter Schließung widmet der Berliner Gropius Bau der japanischen Künstlerin Yayoi Kusama eine umfassende Rückschau.

Yayoi Kusama (1)

© dpa

Ein Mann geht im Martin-Gropius-Bau im Rahmen der Ausstellung "Yayoi Kusama. Eine Retrospektive", durch eine Lichtinstallation.

Die Ausstellung «Yayoi Kusama. Eine Retrospektive» (23. April - 1. August 2021) rekonstruiert dafür eine Vielzahl von Kusamas Ausstellungen überwiegend aus den USA, Europa und Japan seit den 1950er Jahren bis in die aktuelle Zeit.

Auseinandersetzung mit der Endlosigkeit

Bekannt ist die 92-Jährige vor allem für ihre «Polka Dots». Mit diesen Punkten in vielen Farben gestaltet sie kleine, oft phallische Objekte oder Alltagsgegenstände ebenso wie Installationen oder ganze Räume. Ihre Anfänge sind von der Malerei geprägt. Im Gropius Bau sind zahlreiche «Infinity Nets» zu sehen, meist großformatige Bilder. Mit unzähligen kleinen Pinselmarkierungen setzt sich Kusama darin mit ihrem Blick auf Endlosigkeit auseinander.
Viele Gegenstände, Räume, Kleidungsstücke hat die Künstlerin über die Jahrzehnte immer wieder mit unterschiedlich geformten Objekten besetzt, die mal an Korallen, mal an Pflanzen oder eben Phalli erinnern. Kusama führte dies einmal auf «Angst vor Sex» zurück, nachdem sie im Auftrag ihrer Mutter ihrem Vater wegen seiner Affären nachspionieren sollte.

Verbindung von Person und künstlerischem Schaffen

Körperlichkeit und Sexualität prägen auch viele Arbeiten und Ausstellungen Kusamas der 70er Jahre. Bei Happenings wurden ihre «Polka Dots» auf jede Menge nackter Haupt gemalt, die Arbeiten filmisch oder fotografisch dokumentiert. Deutlich wird dabei auch, wie Kusama schon früh Personal Branding einsetzt und sich als künstlerische Person mit und in ihrem Schaffen inszeniert.

Spektakuläre Installationen im Gropius Bau

Mit der Ausstellung kann die Direktorin des Gropius Bau, Stephanie Rosenthal, auch einen neuen «Infinity Mirror Room» präsentieren. In diesen Räumen liefert Kusama mit Hilfe ihrer Punkte, mit Kugeln, anderen Objekten, Spiegeln und Licht spektakuläre Blicke auf eine imaginierte Unendlichkeit. Im riesigen Lichthof des Gropius Baus hat Kusama schwarze «Polka Dots» auf krakenförmige Tentakel platziert, die sich in die Höhe schlängeln.
Aufgrund der beschlossenen bundesweiten Notbremse kann es zu kurzfristigen Schließungen von Kultureinrichtungen kommen.
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© Thomas Bruns

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Quelle: dpa

| Aktualisierung: Donnerstag, 22. April 2021 16:02 Uhr

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