Razzia und Verhaftungen gegen organisierten Drogenhandel

Razzia und Verhaftungen gegen organisierten Drogenhandel

Mit zahlreichen Durchsuchungen ist die Berliner Polizei am Dienstagvormittag (14. Dezember 2021) gegen organisierten Drogenhandel vorgegangen.

Schriftzug "Polizei"

© dpa

Seit den frühen Morgenstunden durchsuchten ein Großaufgebot der Polizei, Drogenfahnder aus dem Landeskriminalamt (LKA) und die Staatsanwaltschaft mehrere Wohnungen und andere Objekte in Berlin. Es werde wegen mutmaßlicher Verstöße gegen das Betäubungsmittelgesetz ermittelt, sagten Sprecher von Polizei und Staatsanwaltschaft. Mehrere Verdächtige, gegen die Haftbefehle vorlagen, seien gefasst worden.
Laut einem Bericht von «B.Z.» und «Bild» richtete sich der Einsatz gegen eine Bande, die Rauschgift mit sogenannten Koks-Taxis auslieferte. Dabei bestellen die Käufer ihre Ware über Messengerdienste und lassen sie von Boten anliefern. Beteiligt sei auch ein Berliner Clan. Unter anderem seien auch Gefängniszellen durchsucht worden. Die Polizei bestätigte das zunächst nicht.
Unter den durchsuchten Räumen war eine Wohnung im Erdgeschoss eines Mietshauses in der Katzbachstraße in Kreuzberg. Kriminalpolizisten in Zivil standen am Morgen im Hinterhof des Hauses, in der Wohnung und trugen beschlagnahmte Beweismittel zu ihrem Fahrzeug.
Gerade im Bereich des Drogenhandels hatte die Zahl der Polizeirazzien in diesem Jahr deutlich zugenommen - vor allem wegen der im Jahr 2020 entschlüsselten Daten aus dem Messengerdienst Encrochat, den viele Kriminelle in Europa nutzten. Allein in Berlin liefen bis Mitte November 728 Ermittlungsverfahren gegen Verdächtige. Bis dahin gab es 55 Durchsuchungen und 31 Verhaftungen, wie der Senat kürzlich auf eine Anfrage mitteilte.
Die Berliner Polizei wertet insgesamt mehr als 1,6 Millionen Datensätze aus Textnachrichten, Sprachnachrichten, Fotos und Videos von den entschlüsselten und abgehörten Handys aus. Im LKA seien damit knapp 40 Menschen beschäftigt, sagte LKA-Chef Christian Steiof. 100 zusätzliche Leute seien für den Kampf gegen Drogenkriminalität aktuell nötig.

Quelle: dpa

| Aktualisierung: Dienstag, 14. Dezember 2021 10:22 Uhr

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