Berlins Polizisten dürfen Tattoos nun offen zeigen

Berlins Polizisten dürfen Tattoos nun offen zeigen

Polizisten in Berlin dürfen künftig Tätowierungen auch sichtbar tragen. Das entschied die Senatsinnenverwaltung durch eine Änderung der Dienstvorschriften für die Polizeibeamten.

Tattoo

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Eine Tätowiererin sticht einer Frau ein Tattoo am Unterarm.

«Tätowierungen sind grundsätzlich zulässig», heißt es jetzt dort, wie am 04. Januar 2018 durch Medienberichte bekannt wurde. Die Deutsche Polizeigewerkschaft Berlin (DPolG) hatte bereits am Dienstag auf ihrer Internetseite geschrieben, sie begrüße ausdrücklich «die Entscheidung der Innenverwaltung über die Änderung der PDV 350 BE zur erweiterten Zulassung von Tätowierungen bei Beschäftigten der Polizei Berlin».

Tätowierungen unter der Kleidung wurden geduldet

Bisher durften Berliner Polizisten Tätowierungen nicht offen tragen. Bewerber mit auffälligen Tattoos wurden nur dann eingestellt, wenn sie diese bis zum Ende ihrer Ausbildung auf eigene Kosten vollständig entfernen ließen. Unter der Kleidung waren Tätowierungen aber erlaubt. Ausnahmen galten nur für sehr kleine und unauffällige Tattoos. Mit langärmeligen Hemden war das Problem oft auch gelöst. In jedem Fall verboten sind aber Tätowierungen mit extremistischen, entwürdigenden, sexistischen oder gewaltverherrlichenden Bildern.

Interne Befragung half bei der Entscheidungsfindung

Die Berliner Polizei hatte 2016 das Ergebnis einer internen Befragung veröffentlicht. Danach hielt die Mehrheit von 60 Prozent der 5211 Teilnehmer ein Verbot sichtbarer Tätowierungen für nicht mehr zeitgemäß. Eine knappe Mehrheit von 52 Prozent wollte gerne Tätowierungen auch für Polizisten an sichtbaren Körperstellen zulassen.

Social Media Team der Polizei suchte das Gespräch

Die Initiatoren vom Social Media Team legten die Ergebnisse der nicht repräsentativen Umfrage der Behördenleitung, also dem Polizeipräsidenten und seinem Stab, vor. Ziel sei es, diese «im Leitungsgremium zu diskutieren und ggf. eine Änderung herbeizuführen», hieß es damals.

Rockmusiker, Studenten und Fußballer: Tattoos sind salonfähig

Die Polizei schrieb zu ihrer Umfrage, tätowierte Menschen hätten ursprünglich das Stigma eines Sträflings gehabt. Inzwischen seien die Bilder aber weit verbreitet. Es stelle sich daher die Frage, ob sich die Polizei mit ihrer Regelung die Möglichkeit nehme, «eine breitere Auswahl interessierter und motivierter junger Menschen anzusprechen». Manche führende Polizisten waren aber auch weiterhin der Meinung, sichtbare Tätowierungen würden nicht zur Seriosität und Autorität der Beamten passen.
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Quelle: dpa

| Aktualisierung: Freitag, 5. Januar 2018 08:31 Uhr

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