Berliner Justiz: Probleme mit ausländischen Gefangenen

Berliner Justiz: Probleme mit ausländischen Gefangenen

In Berliner Gefängnissen gibt es Probleme mit ausländischen Häftlingen. Aus der Haftanstalt Moabit berichteten Bedienstete von zunehmenden Schwierigkeiten bei der Verständigung mit fremdsprachigen Inhaftierten, wie die Senatsjustizverwaltung auf Anfrage mitteilte. Mangelnde Achtung von weiblichen Mitarbeitern spiele eine wachsende Rolle. «Beleidigungen oder respektloses Verhalten muss keine Bedienstete und kein Bediensteter dulden», betonte die Sprecherin. Es sei aber nicht geplant, Justizbeamte nach Geschlecht einzusetzen.

Der Schatten eines Inhaftierten ist zu sehen

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Der Schatten eines Inhaftierten ist vor Gitterstäben zu sehen. Foto: Felix Kästle Kästle/Archiv

Respektlos seien zunehmend Gefangene aus Algerien, Marokko, Tunesien, Libyen und Mauretanien. Von rund 4000 Gefangenen in den Berliner Haftanstalten saßen im September des Vorjahres 103 Inhaftierte mit diesen Nationalitäten.
Eine Sprecherin verwies auf Beratungsprogramme sowie Dolmetscherdienste in den Gefängnissen. Gerade bei körperlichen Auseinandersetzungen erschwerten Sprachprobleme die Deeskalation.
Wenn Worte zur Beruhigung nicht reichten, sind laut Gesetz Disziplinarmaßnahmen vorgesehen. Sie reichten von einem Verweis bis zum maximal vierwöchigen Arrest. Für Bedienstete gebe es auch Fortbildungen zum Umgang mit Gefangenen aus anderen Ländern.

Quelle: dpa

| Aktualisierung: Sonntag, 5. Februar 2017 10:50 Uhr

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