Die Kurbel, ehem. Kino

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Die Kurbel, Foto: Raimund Mueller Bild: Foto: Raimund Mueller

1934/35 baute Karl Schienemann das Kino in einen ehemaligen Eckladen ein. Es entstand ein längsrechteckiger Kinosaal für knapp 600 Zuschauer. 1937 übernahm Walter Jonigkeit die Kurbel, der später das Delphi-Kino betrieb. Es gab mehrfach Umbauten. Gegen Ende des Zweiten Weltkrieges wurde in dem Kino ein Munitionslager eingerichtet.
Bereits am 27.5.1945 nahm die Kurbel als eines der ersten Berliner Kinos seinen Betrieb nach dem Krieg wieder auf – mit dem russischen Film “Um sechs Uhr abends nach Kriegsende”. 1954 war es Premierenkino für den US-Filmklassiker “Vom Winde verweht”, der 28 Monate lang gezeigt wurde. Am Anfang der 1970er Jahre gab Walter Jonigkeit die Kurbel auf, sie wurde für kurze Zeit zum Sex-Kino. Von 1974 bis 2003 wurde sie wieder als Programmkino mit einem guten Ruf betrieben. Seit 1990 gibt es drei Kinosäle unterschiedlicher Größe. Am 25.6.2003 musste das Kino mit der 701. Vorstellung des Films “Vom Winde verweht” vorübergehend schließen.
Am 1.1.2004 eröffnete CH Media das Kino mit einem neuem Konzept wieder und zeigte für kurze Zeit Filme zum Eintrittspreis von 2,99 EUR. Im Juni 2005 wurde es schließlich von Tom Zielinski als Premierenkino mit drei Sälen neu eröffnet. 2009 feierte die Kurbel ihr 75jähriges Bestehen.
Am 21.12.2011 wurde das Kino endgültig aus wirtschaftlichen Gründen geschlossen, obwohl eine Bürgerinitiative “Rettet die Kurbel” versucht hatte, das zu verhindern, mit prominenter Unterstützung von Rosa von Praunheim, Dieter Kosslick, Oliver Kalkofe, Angelica Domröse, Gerd Wameling, Peter Raue, Andrea Gräfin Bernstorff und anderen. In der letzten ausverkauften Vorstellung wurde noch einmal “Vom Winde verweht” gezeigt.