Stolperstein Knesebeckstr. 100

Stolperstein Knesebeckstraße 100

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Stolperstein vor dem Renaissance-Theater, 3.8.2011, Foto: KHMM
Bild: Bezirksamt

Der Stolperstein für Tatjana Barbakoff wurde im Mai 2011 vor dem Renaissance-Theater an der Knesebeckstraße Ecke Hardenbergstraße verlegt und von Layla Zami, Oxana Chi, Berlin, mit Unterstützung der Stiftung Zurückgeben, gespendet.

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Stolperstein für Tatjana Barbakoff, 3.8.2011, Foto: KHMM
Bild: Bezirksamt

HIER WIRKTE
TATJANA BARBAKOFF
TÄNZERIN
JG. 1899
FLUCHT FRANKREICH
INTERNIERT DRANCY
DEPORTIERT
AUSCHWITZ
ERMORDET 6.2.1944

Tatjana Barbakoff wurde in Aizpute in Lettland geboren. Ihre Mutter war chinesischer Herkunft, ihr Vater war ein Russe jüdischer Herkunft. Die Tochter tanzte bereits im Alter von 10 Jahren. 1918 folgte sie dem deutschen Soldaten Georg Waldmann nach Deutschland, wo sie ihn später heiratete. Mit ihm trat sie mit russischen und chinesischen Tänzen auf. Ab 1921 gestaltete sie Soloaufführungen in größeren Häusern des In- und Auslandes, wobei sie ihre als plastisch-malerisch beschriebenen Kostüme meist selbst entwarf. Sie wurde vom Publikum verehrt, von den Kritikern gefeiert und von Künstlern portraitiert. Eine Verbindung zum Renaissance-Theater ist allerdings bisher nicht belegt.
Anlässlich eines Auftrittes in Paris am 9. Mai 1933 konnte sie mit allen Kostümen von Berlin nach Paris ausreisen. In Frankreich, den Niederlanden und der Schweiz hatte sie noch eine Zeit lang ihre Auftritte. Nach dem Einmarsch der deutschen Truppen in Frankreich wurde sie am 10. Mai 1940 interniert. Im Juni kam sie wieder frei. Nach dem Rückzug der italienischen Truppen von der Côte d’Azur kam sie nach Nizza zurück, wo sie von der Gestapo aufgegriffen wurde. Am 3. Februar kam sie mit dem Konvoi 67 nach Auschwitz, wo sie am 6. Februar 1944 in der Gaskammer ermordet wurde.