Renaissance-Theater

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Renaissance-Theater mit Entenbrunnen, 3.8.2011 Bild: Bezirksamt, KHMM

Das Haus wurde 1901/02 von Konrad Reimer und Friedrich Körte als Vereinshaus des “Akademischen Vereins Motiv” gebaut. Der Entenbrunnen vor dem Haus wurde 1911 von August Gaul geschaffen. 1919 baute Otto Berlich das Haus zu dem Kino “Terra-Theater” um.
Das Renaissance-Theater wurde 1922 gegründet und am 28. Oktober unter der Direktion von Theodor Tagger mit “Miß Sarah Sampson” von Lessing eröffnet.
1926/27 wurde es von Oskar Kaufmann umgebaut. Die Intarsien (verschiedene Hölzer, Perlmutter, Schildpatt, Achat und Zinnleisten) und Wandmalerein des sehr intim und kostbar (Rangbrüstungen und Paneele aus Rosenholz) gestalteten Inneren stammen von César Klein. Man bezeichnete diese deutsche Variante des Art Déco als ‘expressionistisches Rokoko’.
1936-38 wurde das Haus von Ernst Bechler zu einem Verwaltungsgebäude umgebaut. 1937 zog die Reichsschrifttumskammer ein.

Am 27.5.1945 nahm das Renaissance-Theater trotz Kriegsschäden den Spielbetrieb wieder auf. 1946 wurde das Haus vereinfacht instand gesetzt und 1946 mit “Fräulein Julie” von Strindberg wieder eröffnet. 1985 wurde der Kaufmann-Bau weitgehend wieder hergestellt. Hella Santarossa entwarf die den Außenbau prägenden blauen Glasfenster.
Von 1987 bis Ende Mai 2002 wurde auf der Probebühne zusätzlich das Studio betrieben und am 18.10.2002 als ‘Regenbogen Theater’ eröffnet, das allerdings wegen eines fehlenden Notausgangs gleich nach der Premiere wieder geschlossen wurde.
1946 übernahm Kurt Raeck die Leitung, 1979 wurde Horst Messalla Direktor, 1981 Heribert Sasse, dann Knut Boeser und 1986 Gerhard Klingenberg. Seit 1995/1996 ist Horst-H. Filohn Intendant.
Seit Mitte der 1990er Jahre widmet sich das Renaissance-Theater als anspruchsvolle Privatbühne der internationalen Gegenwartsdramatik. Populär wurde auch die Vortragsreihe “Berliner Lektionen”. Daneben stehen Lesungen, Literarische Streifzüge und musikalisch-literarische Programme im Bruckner-Foyer auf dem Spielplan.
Seine überregionale Aufmerksamkeit verdankt das Renaissance-Theater auch seiner umfangreichen Gastspieltätigkeit im gesamten deutschsprachigen Raum und seinen Partnerschaften mit Privat- und Stadttheatern in Form von Koproduktionen und dem Austausch von Gastspielen.
Das Renaissance-Theater ist das einzige vollständig erhaltene Art-Déco-Theater Europas.