«Bisschen zwiegespalten»: Lenz mit hohen Zielen vor Abschied

«Bisschen zwiegespalten»: Lenz mit hohen Zielen vor Abschied

Mit der Qualifikation für Europa will sich Christopher Lenz nach der Saison vom Fußball-Bundesligisten verabschieden. «Jeder macht sich hier fast unsterblich, wenn wir im zweiten Jahr in der Bundesliga dieses Ziel erreichen», sagte der Verteidiger am Dienstag in einer digitalen Medienrunde vor dem Auswärtsspiel beim VfL Wolfsburg am Samstag (15.30 Uhr/Sky).

Christopher Lenz

© dpa

Unions Joel Pohjanpalo (l) bejubelt ein Tor mit Christopher Lenz.

Union belegt vor den abschließenden Spielen in Wolfsburg und bei Bayer Leverkusen sowie gegen RB Leipzig den achten Tabellenplatz, punktgleich mit Borussia Mönchengladbach. Platz sieben würde den Einzug in die neue Conference League bedeuten. «Wir haben letztes und dieses Jahr gezeigt, dass wir gegen Topteams bestehen können», betonte Lenz, Angst vor den hochkarätigen Gegnern gebe es nicht.
Im Saison-Endspurt könnte vielleicht auch Taiwo Awoniyi noch mitmischen. Der 23 Jahre alte Angreifer aus Nigeria hat am Dienstag nach seiner Oberschenkelverletzung das Training wieder aufgenommen. Die Leihgabe des FC Liverpool hatte seit Mitte Februar gefehlt. Offen ist, ob es Awoniyi schon für das kommende Auswärtsspiel in den Kader schafft.
Lenz hofft am Samstag auf ein Wiedersehen mit Wolfsburgs Maximilian Philipp. Mit dem 27 Jahre alten gebürtigen Berliner verbindet Lenz eine enge Freundschaft, beide hatten in der Jugend gemeinsam für Hertha BSC und Tennis Borussia gespielt. «Er ist wie mein Bruder. In schwierigen Zeiten haben wir uns gegenseitig aus dem Loch geholfen», sagte Lenz, der 2016 nach vier Jahren im Nachwuchs von Borussia Mönchengladbach zu den Köpenickern stieß und ein halbes Jahr später zum damaligen Drittligisten Holstein Kiel verliehen wurde.
Pünktlich zur Aufstiegssaison der Unioner in der 2. Liga kehrte Lenz 2018 in die Alte Försterei zurück. «Ich habe mich hinten angestellt und dann reingebissen und es so zum Stammspieler in der Bundesliga geschafft», erzählt Lenz stolz.
Der große Entwicklungsschritt in den letzten drei Jahren Köpenick bringt dem gebürtigen Berliner aber vor den letzten drei Spielen viel Wehmut ein. «Ich bin ein bisschen zwiegespalten, da wir noch viel erreichen können. Aber ich auch weiß, dass es meine letzten drei Spiele für Union sind.»
Trotz der Wehmut sieht Lenz den Wechsel als Schritt aus der Bequemlichkeit an. «Ich bin der Typ, der nach mehr strebt. Ich will es später nicht bereuen, nicht alles gegeben zu haben», sagte Lenz. Mit der Eintracht locken Einsätze in der Champions League, die der hessische Ligakonkurrent erstmals erreichen könnte.
Eine Rückkehr nach Berlin hält Lenz für nicht ausgeschlossen, will sich aber auch nicht festlegen. Eine Rückkehr zu Hertha BSC, wo er hauptsächlich seine Fußballzeit als Jugendlicher verbracht hatte, werde es aber «eher nicht» geben. Zu stark sind die Eindrücke, die Lenz in den letzten drei Jahren erlebt hat: «Ich habe bisher hier die schönste Zeit meiner Karriere gehabt.»

Quelle: dpa

| Aktualisierung: Dienstag, 4. Mai 2021 16:00 Uhr

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