Union hat keine Zeit zum Grübeln

Union hat keine Zeit zum Grübeln

Nach dem Pokal-K.o. gegen den unerschrockenen Trainerkollegen Steffen Baumgart fand Urs Fischer ungewöhnliche deutliche Worte. «Die erste Hälfte war unterirdisch von uns», monierte der Coach des 1. FC Union Berlin nach dem 2:3 in der zweiten Cup-Runde gegen Baumgarts Zweitligisten SC Paderborn. Die erste Halbzeit seiner Eisernen hatte den Schweizer ratlos und offenkundig auch sauer gemacht.

1. FC Union Berlin - SC Paderborn 07

© dpa

Unions Co-Trainer Sebastian Bönig (M) und Markus Hoffmann (l) zusammen mit Trainer Urs Fischer (r).

«Wenn du eine Halbzeit nicht auf dem Feld bist, gewinnst du kein Spiel. Wir haben alles vermissen lassen, was uns ausgezeichnet hat», grantelte Fischer. Wer 45 Minuten verschlafe, solle sich auch nicht wundern, wenn dann bei der Aufholjagd das Glück ausbleibt, konstatierte der 54-Jährige. «Wir waren nicht konsequent. Also haben wir es auch nicht verdient», gestand Torschütze Grischa Prömel.
Ist die gute Weihnachtslaune also dahin bei den Eisernen? Hatte die Jubelstimmung nach dem nächsten Bundesliga-Coup mit dem 2:1 gegen Borussia Dortmund nur eine kurze Haltbarkeitsdauer? Mitnichten. Bei allem Unbehagen ob der vergebenen Achtelfinalchance wollte Fischer seine Jahresbilanz nach Klassenverbleib und Sturm auf Platz sechs im Fußball-Oberhaus nicht in Grautönen zeichnen.
«Es trübt dann schon ein bisschen am Schluss. Auch mit Distanz ist es trotzdem ein sehr erfolgreiches Jahr 2020», sagte Fischer. Und: Zeit bleibt eh nicht, um über das Gewesene lange zu sprechen. «Es geht Spiel auf Spiel. Es ist schon wichtig, dass man mal drei, vier Tage abschalten kann, mal auf andere Gedanken kommt», sagte Fischer angesichts der anstehenden Weihnachts-Minipause.
Am Mittwoch kommt das Team noch einmal zusammen. Die obligatorischen Corona-Tests stehen nochmals an. Schon am kommenden Montag geht es für die Eisernen weiter. Dann wird Fischer nach ein paar Tagen Durchschnaufen im Familienkreis wieder die Vorbereitung starten für die nächste Bundesliga-Partie bei Werder Bremen am Tag nach Neujahr.
Die Niederlage gegen Paderborn war für Fischer aber eben doch mehr als ein Schönheitsfehler. Einen «Fingerzeig» habe das Team bekommen, der verdeutlichen soll, dass die in der Liga erworbenen Meriten verteidigt werden müssen - und zwar jedes Mal wieder aufs Neue.
Paderborn nutzte die schlechteste Dreiviertelstunde von Union seit dem Bundesliga-Saisonauftakt gegen den FC Augsburg (1:3) zu den Toren von Sven Michel (3./36. Minute) und Dennis Srbeny (31.). Der Treffer von Prömel (6.) und das Eigentor von Paderborns Uwe Hünemeier (57.) nutzten den Köpenickern nichts.

Quelle: dpa

| Aktualisierung: Mittwoch, 23. Dezember 2020 08:26 Uhr

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