Heimsieg für Union: 2:1 gegen Dortmund

Heimsieg für Union: 2:1 gegen Dortmund

Die Konkurrenz reibt sich weiter verwundert die Augen, der Underdog aus Berlin-Köpenick aber bleibt bodenständig.

1. FC Union Berlin - Borussia Dortmund (8)

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Marvin Friedrich (l) von Union jubelt mit seinen Mannschaftskameraden Keita Endo und Grischa Prömel (r) nach seinem 2:1.

«Sehr gut, dass es die Mannschaft auch ohne Zuschauer geschafft hat, einen der Großen zu schlagen», sagte Union-Manager Oliver Ruhnert am Tag nach dem 2:1-Heimsieg gegen den Champions-League-Achtelfinalisten Borussia Dortmund. Die «Eisernen» haben in den ersten 13 Runden der Fußball-Bundesliga nun schon 21 Punkte eingesammelt. Das sind gleich fünf mehr als in der Vorsaison als Aufsteiger zu dem Zeitpunkt.

«Es war ein tolles Spiel und ein verdienter Sieg»

«Willensleistung beschreibt es sehr gut», bemerkte Coach Urs Fischer zum positiven Ausgang gegen Dortmund: «Es war ein tolles Spiel und ein verdienter Sieg.» Erst köpfte Liverpool-Leihgabe Taiwo Awoniyi (57.) nach Eckball von Kapitän Christopher Trimmel ein. Dann war Verteidiger Marvin Friedrich (78.) ebenfalls nach Ecke und per Kopf mit seinem vierten Saisontor erfolgreich. Die Story von BVB-Youngster Youssoufa Moukoko, der mit 16 Jahren und 28 Tagen als jüngster Torschütze der Bundesliga-Geschichte zum zwischenzeitlichen Ausgleich (60.) traf, war am Ende nur ein Randgeschehen.

Fischer: Mannschaft hat Selbstvertrauen

«Man sieht, dass die Mannschaft Selbstvertrauen hat», sagte Fischer. Das habe gegen den BVB auch in den Phasen geholfen, «in der wir leiden mussten. Wir konnten uns trotzdem immer wieder befreien, waren mutig genug», ergänzte der Schweizer. Bereits in der Vorsaison hatte der 1. FC Union die Dortmunder mit 3:1 nach Hause geschickt. «Man hat schon gesehen, dass wir mithalten können. Es ist für mich immer noch ein Coup», sagte Fischer nach der neuerlichen Überraschung.

KLassenerhalt bleibt weiterhin Saisonziel

Vom Saisonziel Klassenverbleib aber will der Union-Coach weiter keinen Zentimeter abrücken. Auch wenn die «Eisernen» einen ihrer vielen Rekorde auf sechs Ligaspiele ohne Niederlage ausgebaut haben. «Das sind vier Punkte mehr, die uns helfen. Mehr gibt es dazu nicht zu sagen», erklärte der 54-Jährige zu den erstaunlichen vier Zählern aus dem 1:1 gegen Meister Bayern und dem 2:1 gegen Vize Dortmund.

Wintertransfers nicht ausgeschlossen

Manager Ruhnert will angesichts der angespannten Personalsituation Wintertransfers nicht ausschließen. «Wir denken definitiv darüber nach», sagte der Sport-Geschäftsführer am Samstag in einer digitalen Medienrunde. Die Wahrheit sei aber auch, «dass wir aus wirtschaftlichen Gründen im Grunde keine Möglichkeiten haben».
Wann die derzeit verletzten Max Kruse, Joel Pohjanpalo, Nico Schlotterbeck und Anthony Ujah wieder zur Verfügung stehen, ist unklar. Beim 2:1 gegen Dortmund standen auch die angeschlagenen Christian Gentner und Marcus Ingvartsen sowie der gesperrte Robert Andrich nicht zur Verfügung. Innenverteidiger Florian Hübner ist derzeit nur für einen Teileinsatz bereit. «Richtig ist, wir sind in einigen Bereichen auf Kante genäht. In den zentralen Bereichen sind wir besonders betroffen», erklärte Ruhnert.

«Wir dürfen nicht so blauäugig sein zu sagen, das geht immer gut»

Der junge Nigerianer Awoniyi ist aktuell noch der einzige zentrale Stürmer. «Wir dürfen nicht so blauäugig sein zu sagen, das geht immer gut», bemerkte der 49 Jahre alte Ruhnert. Ob die «Eisernen» im Winter auf dem Transfermarkt aktiv werden, ist auch vom Comeback-Zeitpunkt bei den verletzten Profis abhängig.
Bei Pohjanpalo laufe die Genesung «wie geplant», berichtete Ruhnert. Nach seiner OP am Sprunggelenk konnte der Finne inzwischen seine Gehhilfen ablegen. Topscorer Kruse wird ab Montag (21. Dezember 2020) die Rehabilitation in Berlin fortsetzen, die prognostizierte Ausfallzeit wird auf weitere sechs Wochen angesetzt. Bei Ujah müsse klar absehbar sein, «dass ein Comeback spätestens Ende Januar planbar sein muss», sagte Ruhnert. Ansonsten würde der Verein wohl einen Neuzugang prüfen.
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Quelle: dpa

| Aktualisierung: Samstag, 19. Dezember 2020 17:48 Uhr

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