Fischer vor BVB: Nur kurz an 3:1 denken

Fischer vor BVB: Nur kurz an 3:1 denken

Der verletzte Max Kruse durfte sich über seinen persönlichen Sieg schon vor dem Duell der Eisernen mit Borussia Dortmund freuen. Seine Kollegen vom Überraschungsclub 1. FC Union wollen zum Start des 13. Spieltages versuchen, den Coup aus der Vorsaison zu wiederholen. Da siegten die Berliner als Aufsteiger gegen den Favoriten BVB mit 3:1 - es war der erste Sieg von Union in der Fußball-Bundesliga überhaupt. «Zurückdenken schon, aber nicht lange», sagte Trainer Urs Fischer am Donnerstag.

Union-Coach Urs Fischer gibt vor dem Spiel ein Interview

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Union-Coach Urs Fischer gibt vor dem Spiel ein Interview.

«Es ist gut für uns. Es sind noch einige Spieler mit dabei, die damals auf dem Platz waren. Das hilft dir ein bisschen. Aber es ist eine neue Situation, eine neue Meisterschaft», betonte Fischer. Ein ganz entscheidender Unterschied: Anders als im August 2019, als die Stimmung im voll besetzten Stadion An der Alten Försterei grandios war, ist es dieses Mal wegen der Corona-Pandemie ein Geisterspiel.
Auch die kurzfristig vereinbarte Live-Übertragung am Freitagabend (20.30 Uhr) im frei zugänglichen ZDF ändert an der Einstellung der Unioner nichts. «Am Schluss geht es hier um Punkte», betonte Fischer. Mit einem Sieg könnte sein Team bis auf einen Zähler an den Tabellen-Vierten BVB heranrücken.
Ex-Nationalspieler Kruse, der wegen eines Muskelbündelrisses im Oberschenkel noch bis mindestens Ende Januar ausfällt, kann sich indes über einen Punktsieg am grünen Tisch freuen. Im Rechtsstreit zwischen dem Stürmer und seinem ehemaligen Club Fenerbahce Istanbul hat der Weltverband FIFA jetzt für Kruse entschieden. Nach dpa-Informationen ist die Millionenforderung des türkischen Clubs vom Tisch, Kruse kann sogar mit einer Gehaltsnachzahlung rechnen. Das legte die Kammer zur Beilegung von Streitigkeiten bei der FIFA fest.
Kruse hatte bei Fenerbahce wegen angeblich ausstehender Gehälter gekündigt und wechselte danach ablösefrei zu Union. Der Istanbuler Club reichte bei der FIFA eine Schadenersatz-Klage gegen Kruse wegen unrechtmäßiger Kündigung ein. Summen wurden offiziell nicht genannt.
Den Ausfall des 32 Jahren alten Stürmers, der mit sechs Treffern und fünf direkten Tore-Vorbereitungen Topscorer der Berliner ist, und weiterer Stammkräfte will Trainer Fischer wie schon zuletzt gegen den FC Bayern (1:1) und beim VfB Stuttgart (2:2) mit viel Flexibilität seines Personal kompensieren. «Das hat nichts mit einem Geheimnis zu tun, es geht um Organisation», und die stehe schon lange bei jedem Training im Vordergrund, sagte Fischer. «Am Gerüst können sich die anderen Jungs orientieren.»
Neben Kruse stehen beim Tabellen-Sechsten auch Christian Gentner, Marcus Ingvartsen, Joel Pohjanpalo, Nico Schlotterbeck und Anthony Ujah nicht zur Verfügung. Robert Andrich ist nach seiner Roten Karte im Derby gegen Hertha BSC noch gesperrt. Der zuletzt ebenfalls angeschlagene Innenverteidiger Florian Hübner ist zumindest für einen Teileinsatz wieder bereit. Über eine mögliche Neuverpflichtung in der Winter-Transferperiode gerade im Offensivbereich wollte sich Fischer nicht äußern: «Es gilt, im Moment mit dem zu arbeiten, was zur Verfügung steht.»

Quelle: dpa

| Aktualisierung: Donnerstag, 17. Dezember 2020 14:56 Uhr

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