Mit Mut und Kruse-Ersatz: Union will die Bayern ärgern

Mit Mut und Kruse-Ersatz: Union will die Bayern ärgern

Es ist das Spiel eins ohne Topscorer Max Kruse sowie die Partie nach der Vertragsverlängerung mit Trainer Urs Fischer - und das gegen die übermächtig erscheinenden Bayern. «Wir müssen alles richtig machen», erklärte der Chefcoach des 1. FC Union mit Blick auf die eigentlich klar verteilten Rollen im kommenden Samstagabend-Spiel der Fußball-Bundesliga. Fischer weiß: «Auch wenn die Bayern nicht ihren besten Tag haben, gewinnen sie eigentlich ihre Spiele.»

Union-Coach Urs Fischer spricht bei einer Pressekonferenz

© dpa

Union-Coach Urs Fischer spricht bei einer Pressekonferenz.

Da helfe nur eins, um die Münchner zu ärgern und sogar erstmals gegen den Rekordchampion zu punkten. Sein Team müsse «gewisse Phasen überstehen», in denen der Favorit für größeren Druck sorgt, erklärte der Union-Chefcoach am Donnerstag mit Blick auf die Partie im durch die Corona-Pandemie wieder leeren Stadion An der Alten Försterei: «Trotzdem dürfen wir den Mut nicht verlieren, uns aus diesen Drucksituationen zu befreien und nach vorn zu spielen.» In der Vorsaison hatten sich die Eisernen als Aufsteiger gegen Bayern zwei Mal gut verkauft, aber 1:2 und 0:2 verloren.
Dass der bisher sechsmalige Torschütze und fünfmalige Vorbereiter Kruse nicht dabei ist, erschwert noch die «tolle Aufgabe» (Fischer) gegen den Tabellenführer. Höchstwahrscheinlich wird Marcus Ingvartsen den Ex-Nationalstürmer ersetzen, der sich beim 1:3 im jüngsten Derby gegen Hertha BSC einen Muskelbündelriss im Oberschenkel zugezogen hatte und für mindestens acht Wochen ausfällt.
«Es ist wichtig, das Marcus nicht versucht, Max Kruse zu imitieren und dessen Rolle eins zu eins zu übernehmen. Er muss sehen, dass er seine eigenen Stärken auf den Platz bekommt», forderte Fischer. Der Däne Ingvartsen nimmt die Aufgabe an: «Die Bayern sind sehr gut am Ball und spielen sehr offensiv. Manchmal lassen sie ein bisschen Raum. Das müssen wir auszunutzen. Wir können nicht das ganze Spiel lang verteidigen. Wir müssen auch nach vorn spielen.»
Für den Schweizer Coach ist es Spiel eins nach der Verlängerung seines Kontraktes mit dem derzeitigen Tabellensechsten Union über das Saisonende hinaus. Nicht nur bei der Neubesetzung von Kruses Position braucht Fischer ein glückliches Händchen. Im zentralen Mittelfeld ist Robert Andrich nach Rot gegen Hertha gesperrt. Routinier Christian Gentner hat nach einer Verletzung gerade erst einen Test absolviert, um am Freitag am Abschlusstraining teilnehmen zu können.
Verteidiger Nico Schlotterbeck sowie die Angreifer Anthony Ujah und Joel Pohjanpalo fallen weiter aus. Der Einsatz des angeschlagenen Verteidigers Florian Hübner ist unwahrscheinlich. Nachwuchs-Talent Mathis Bruns musste sich wegen eines Corona-Falls in seiner Familie in Quarantäne begeben. Zu einem möglichen Torwart-Tausch von Andreas Luthe hin zum Liverpool-Leihspieler Loris Karius sagte Fischer zwei Tage vor dem Bayern-Spiel lediglich: «Am Sonnabend wird die Nummer eins im Tor stehen.»

Quelle: dpa

| Aktualisierung: Donnerstag, 10. Dezember 2020 15:22 Uhr

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