Fischer: Union soll gegen 1. FC Köln «dran bleiben»

Fischer: Union soll gegen 1. FC Köln «dran bleiben»

Der unerwartete Höhenflug des 1. FC Union Berlin bringt Trainer Urs Fischer auch vor der Partie beim Lieblingsgegner 1. FC Köln nicht aus dem immer gleichen Konzept. Ruhe bewahren und die Arbeit erledigen, bleibt das Mantra des Schweizers. Bei Fischer heißt das: «Dran bleiben. Sinne schärfen.» Und zwar: «Mehr wenn es läuft, weniger wenn es nicht so läuft.» Beim Überraschungsfünften der Fußball-Bundesliga wurde in der Länderspielpause also besonderer Wert auf Konstanz und einen hohen Konzentrationspegel gelegt.

Nico Schlotterbeck von Union Berlin spielt den Ball

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Nico Schlotterbeck von Union Berlin spielt den Ball.

Vor der Partie im Rheinland am Sonntag (18.00 Uhr/Sky) hätte Fischer Grund für kleine Sorgenfalten. Diverse personelle Alternativen fallen aus. Außer dem nach seiner Knöcheloperation längerfristig fehlenden Stürmer Joel Pohjanpalo stehen Fischer auch Verteidiger Nico Schlotterbeck und der japanische Angreifer Keita Endo wegen muskulärer Probleme nicht zur Verfügung. Routinier Christian Gentner plagen weiterhin Wadenprobleme. Bei Marius Bülter wurde am Freitag nach einem positiven Corona-Test ein weiterer Abstrich gemacht. Das Ergebnis stand noch aus. Ein Einsatz in Köln ist unwahrscheinlich.
Die diversen Muskelverletzungen haben Fischer und seine medizinische Abteilung schon beschäftigt. Liegt die Häufung am durch Corona geänderten Fußball-Rhythmus? «Wir haben die Diskussion im Team geführt», erzählte Fischer am Freitag. «Wie weit der Einfluss von Corona ist, ist schwierig zu sagen», meinte der 54-Jährige. Früher seien die Spieler auch nach dem Training unterwegs gewesen, jetzt müsse jeder zuhause verharren, das könnte negativ für den Bewegungsapparat sein, mutmaßte Fischer.
Trotz der Personallage erwartet Fischer von seiner Mannschaft nach sechs Spielen ohne Niederlage einen selbstbewussten Auftritt. «Die Qualität war gut, der Rhythmus war gut. Die Jungs haben toll mitgezogen», berichtete er über das Programm in der Pause zur Unzeit. Dem überraschenden Sprung auf Platz fünf wollte der Union-Trainer nicht zu viel Bedeutung beimessen. «Ich bleibe dabei, das ist eine Momentaufnahme, die ist gut und schön. Was mehr trägt, sind die zwölf Punkte, die kann uns keiner mehr nehmen», sagte der 54-Jährige.
Der seit März sieglose 1. FC Köln ist die einzige Mannschaft, gegen die Union in der vergangenen Premierensaison in der Bundesliga beide Spiele gewinnen konnte. Zwei der vier Tore erzielte Sebastian Andersson, und der ist nun bei Köln unter Vertrag und nach einer Knieblessur wohl auch einsatzfähig. «Wir bereiten uns vor, dass er spielt», rechnet Fischer mit dem Schweden.
Seit dem Abschied Anderssons hat Union sein Konzept der langen Bälle verändert zu einer auf Flachpass und Umschaltspiel beruhenden Taktik - maßgeblich zugeschnitten auf Max Kruse. Der neue Union-Star ist für Fischer noch immer nicht bei seiner bestmöglichen Leistungsstärke angekommen. «Wir haben wieder versucht, ihn einen Schritt ans Maximum zu führen», sagte Fischer. Diese Fischer-Worte klingen angesichts der zuletzt schon beachtlichen Leistungen Kruses für die Konkurrenz wie eine kleine Drohung.

Quelle: dpa

| Aktualisierung: Freitag, 20. November 2020 14:51 Uhr

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