Polter würde niemals zu Hertha: Spenden für Union-Fans

Polter würde niemals zu Hertha: Spenden für Union-Fans

Ein Wechsel zum Stadtrivalen Hertha BSC kommt für Sebastian Polter überhaupt nicht in Frage. «Das Angebot wird nie kommen, und ich würde es auch ganz klar ablehnen. Ich werde niemals für Hertha spielen», sagte der langjährige Profi des 1. FC Union Berlin im Interview von «Sport1» am Mittwoch.

Sebastian Polter

© dpa

Berlins Sebastian Polter sitzt nachdenklich am Spielfeldand.

Nach dem unglücklichen Abschied bei den Köpenickern geht der Stürmer die Suche nach einem neuen Verein gelassen an. «Ich möchte da nichts übers Knie brechen, sondern wohl überlegt eine Entscheidung treffen», sagte Polter. Er sehe sich sportlich in einer viel wichtigeren Rolle, als die, die Fußball-Bundesligist Union ihm in Aussicht gestellt habe.
Der 29-Jährige durfte in der finalen Phase der Saison bis zum Ende seines Vertrages am 30. Juni nicht mehr für die Eisernen spielen, sondern nur noch mittrainieren. Ihm wurde seitens des Vereins «unsolidarisches Verhalten» vorgeworfen. Dabei geht es um einen Beitrag gegenüber dem Verein in den Zeiten der Coronavirus-Krise. Laut Union unterzeichnete Polter, der Mitglied des Mannschaftsrates war, die Vereinbarung zum Gehaltsverzicht nicht. Der Stürmer hatte die Darstellung des Vereins mehrfach zurückgewiesen. «Ich war immer bereit, dem Klub zu helfen und auch etwas von meinem Gehalt abzugeben», sagte Polter «Sport1» und brach sein Schweigen.
Dass er den Eisernen immer noch eng verbunden ist, bewies er auch durch eine andere Aktion. Mit einer privaten Spende in Höhe von 10 000 Euro unterstützt Polter, der Union nach der Saison verlassen hat, die Fan-Initiative «Eisern trotz(t) Handicap» für Anhänger mit körperlichen Einschränkungen. Konkret hilft er bei der Realisierung der nächsten Handicapfahrt zu einem Auswärtsspiel sowie beim Bau einer Rollstuhl-Schaukel, für die er auch die Patenschaft übernahm.
«Die Eisernen trotz Handicap supporten die Mannschaft und sind trotz beschwerlicher Anreise und allen Umständen auch bei Auswärtsspielen mit dabei. Ich wollte für den Support über insgesamt fünf Jahre etwas an die Fans zurückgeben», sagte Polter, der den Spendenscheck in dieser Woche persönlich übergab. Die Fan-Initiative postete auf ihrem Instagram-Kanal ein Foto davon. «Wer einmal diese Liebe der eisernen Fans gespürt hat, den lässt das nicht mehr los», sagte Polter.
Weitere 10 000 Euro spendete Polter zudem für das Hospiz Köpenick und verschenkte zudem noch ein Trikot. «Eine Spende in Höhe von 10 000 Euro erhalten wir nicht jeden Tag», sagte Prof. Dr. Stefan Kahl, Initiator des Hospizes im Süden Berlins: «Und da in der Pandemie-Zeit unser Spendenkonto nicht so gefüllt ist, wie wir es uns erhoffen, hilft die Zuwendung von Sebastian Polter ganz besonders.»
Den Offensivspieler schmerzt die Art und Weise seines Abschieds aus Köpenick. «Natürlich tut das weh und es tut mir schon auch leid, wie alles gekommen ist», sagte er: «Und ich hätte auch sehr gerne über den Sommer hinaus bei Union gespielt, weil mir dieser Klub einfach ans Herz gewachsen ist.» Nun glaubt er aber daran, sich schon bald einem anderen Team anschließen zu können. «Ich hoffe, dass ich zum Vorbereitungsstart bei einem neuen Klub sein werde, damit ich auch die komplette Vorbereitung mitmachen kann», sagte Polter.

Quelle: dpa

| Aktualisierung: Mittwoch, 22. Juli 2020 13:29 Uhr

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