Union bleibt erstklassig: Jubel ohne die Fans

Union bleibt erstklassig: Jubel ohne die Fans

Ein kleines Feuerwerk kurz vor Mitternacht. Ein paar Dutzend Fans im Freudentaumel, die an der Stadionausfahrt ihre Helden bejubelten - und eine Bierdusche für den Trainer: Für den 1. FC Union Berlin hat erstmal die Partyzeit begonnen, wenn mit den stark eingeschränkten Möglichkeiten durch Corona. «Ich verrate nicht, wie wir feiern», sagte Präsident Dirk Zingler. «Mit Abstand und doch ein paar Bier», meinte aber bereits Abwehrspieler und Kapitän Christopher Trimmel.

1 FC Union - SC Paderborn (5)

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16.06.2020, Berlin: Fußball: Bundesliga, 1. FC Union Berlin - SC Paderborn 07, 32. Spieltag im Stadion An der Alten Försterei. Berlins Spieler bejubeln das erste Tor.

Grund genug haben sie. Der Neuling hat es geschafft. Zwei Spieltage vor dem Ende der denkwürdigen Saison haben die Unioner ihren Verbleib in der Fußball-Bundesliga auf jeden Fall um eine Spielzeit verlängert. «Wenn du es geschafft hast, wenn du über die Ziellinie gegangen bist, ist es einfach ein tolles Gefühl», sagte Trainer Urs Fischer. Das 1:0 (1:0) gegen den SC Paderborn brachte die ersehnte und endgültige Gewissheit.

Ruhnert dankt den Fans

«Vor allem ist es für die, die gerade da hinten ein Feuerwerk zünden, eine Riesensache, dass dieser Verein jetzt ins zweite Jahr in die Bundesliga geht», betonte Geschäftsführer Oliver Ruhnert während Teile der Anhänger es buchstäblich krachen ließen. Mit dem Klassenverbleib wollten die Spieler ihren Fans auch danken, die das Stadion An der Alten Försterei bei den Heimspielen der Eisernen normalerweise zum fußballerischen Erlebnispark machen. In Corona-Zeiten bleibt auch ihnen nur der heimische Fernseher oder der Wald um die Kultstätte - auch diesmal hatten sich ein paar Anhänger wieder zwischen den Bäumen verteilt und ihre Mannschaft von dort aus unterstützt.
Lucas Höler und Marko Grujic
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1:2 in Freiburg: Hertha verliert erneut

Der SC Freiburg mischt im Kampf um einen internationalen Startplatz weiter munter mit. Mit dem Sieg gegen Hertha BSC setzen die Breisgauer die Rivalen im Saison-Endspurt unter Erfolgsdruck. mehr

Union in der zweiten Hälfte mit Glück

In der zweiten Halbzeit hätten die Profis allerdings alle Fans in einem ausverkauften Stadion gebrauchen können, als die Führung durch das Eigentor des ehemaligen Berliners Ben Zolinski (27. Minute) gehörig wackelte. Als sie den Vorsprung bis zum Abpfiff mit großem Engagement und auch ein bisschen Glück verteidigt hatten, fehlten die Fans zum Feiern. «Natürlich sind wir megaglücklich und freuen uns. Das Gefühl war aber auch ein bisschen komisch», meinte Robert Andrich: «Jeder weiß gar nicht, was so richtig ist, du hast von außen nicht dieses Glücksgefühl.»
Mit 38 Punkten ist Union ein Platz oberhalb von Rang 16 sicher, das dürften sie alle wissen. Und es soll nicht bei dem Punktestand bleiben. «Sie haben sich im Trainingslager in Österreich ein klares Ziel gesetzt, wo ich gesagt hab: sehr ambitioniert, eigentlich. Jetzt fehlen zu dem klaren Ziel nur noch zwei Punkte», erklärte Ruhnert.

Union und Hertha in der Tabelle gleichauf

Dass sie womöglich in der Endabrechnung vor dem Stadtrivalen Hertha BSC liegen könnten, nachdem dort der erste Schwung durch den neuen Trainer Bruno Labbadia etwas verpufft scheint und die Herthaner nach drei Niederlagen in Serie ebenso 38 Punkte haben wie Union, interessierte Fischer an diesem Abend wenig. «Ich glaube, in zwei, drei Tagen sieht es dann ein bisschen anders aus», ergänzte der 54 Jahre alte Schweizer allerdings.

Reaktionen nach dem Spiel

Steffen Baumgart (Trainer SC Paderborn)

«Wir sind natürlich enttäuscht. Aber es ist auch nichts, das nicht vorhersehbar war. Wir haben es in der ganzen Saison nicht geschafft, genügend Punkte zu holen. Heute ist dann endgültig der Abstieg besiegelt, das macht uns traurig auf der einen Art. Auf der anderen Art muss ich sagen, dass ich glücklich und stolz bin auf die Jungs, die ich hier habe. Wir wir immer wieder versucht haben, unsere Sachen umzusetzen. Leider muss man aber auch sagen, dass es für mehr nicht gereicht hat. Wenn Du 20 Punkte hast zwei Spieltage vor Schluss, dann ist das nicht ausreichend für die erste Liga.»

Urs Fischer (Trainer 1. FC Union Berlin)

«Es ist wirklich eine sehr lange Saison. Da gehen dir gewisse Bilder durch den Kopf. Wenn du es geschafft hast, wenn du über die Ziellinie gegangen bist, ist es einfach ein tolles Gefühl. Für das haben wir wirklich hart gearbeitet. Wir hatten Hochs und Tiefs, wir haben uns nicht unterkriegen lassen, wir waren aber auch nicht euphorisch, als es lief. Eine tolle Saison, die wir gespielt haben. Es ist eine Mannschaft die zusammenhält.»

Christian Strohdiek (Kapitän SC Paderborn)

«Der Abschied ist sehr schade. Aber wir sind so gut aufgestellt, dass wir jetzt in der 2. Bundesliga einen neuen Anlauf nehmen werden.»

Klaus Gjasula (Profi SC Paderborn)

«Das ist natürlich Enttäuschung. Wir sind aber nicht heute abgestiegen. Heute hat nur der letzte Spaß gefehlt.»

Uwe Hünemeier (Profi SC Paderborn)

«Wir haben Union vor Probleme gestellt, aber vor dem gegnerischen Tor keine Lösung gefunden. Wir waren oft nah dran.»

Fabian Wohlgemuth (Geschäftsführer SC Paderborn)

«Es ist natürlich enttäuschend heute. Wir werden jetzt genau analysieren und uns auf die 2. Bundesliga vorbereiten.»

Christopher Trimmel (Kapitän Union Berlin)

«Wir wussten, dass wir Abstiegkandidat Nummer eins sind und haben es die ganze Saison hervorragend gemacht. Ich bin stolz auf die Mannschaft. «Der Klassenerhalt ist in erstern Linie für die Fans. Wir werden die Feierlichkeiten nachholen.»

Robert Andrich (Profi 1. FC Union Berlin)

«Natürlich sind wir megaglücklich und freuen uns. Das Gefühl war aber auch ein bisschen komisch. Jeder weiß gar nicht, was so richtig ist, du hast von außen nicht dieses Glücksgefühl.»
Fans von Union Berlin
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Olympiastadion in Berlin
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Quelle: dpa

| Aktualisierung: Mittwoch, 17. Juni 2020 08:32 Uhr

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