Reaktionen zum Spiel 1. FC Köln - 1. FC Union Berlin (1:2)

Reaktionen zum Spiel 1. FC Köln - 1. FC Union Berlin (1:2)

Union gewinnt in Köln

© dpa

Unions Florian Hübner (l) und Keven Schlotterbeck feiern den wichtigen Auswärtssieg im Abstiegskampf.

Markus Gisdol (Trainer 1. FC Köln): «Wir sind ganz gut reingekommen. Wir haben am Anfang dominant gespielt, haben dann aber den Fehler gemacht, dass wir uns haben locken lassen, zu ungeduldig wurden und zu viele lange Bälle gespielt haben. Das mag Union. Dazu kam eine Unachtsamkeit beim Gegentor. Da ist ein bisschen Verunsicherung reingekommen. Unsere Burschen müssen daraus lernen, dass wir nicht ungeduldig werden. Mit einer kniffligen Situation am Ende hätte es reichen können. Aber ich möchte den Schiedsrichter nicht ermahnen, wir hätten das vorher selbst regeln müssen.»
«Der Gegner hatte mehr Spannung, für dieses wichtige Spiel haben wir zu wenig investiert. Ich habe gar keine Lust, die Saison irgendwie austrudeln zu lassen. Ich will, dass wir wieder mehr investieren in die Partien. Das können wir deutlich besser. Jeder Einzelne muss mehr liefern, mehr tun.»
(zur Verletzung von Jan Thielmann): «Jan hatte beim Aufwärmen Adduktorenprobleme. Er hat wohl einen falschen Schritt gemacht. Genau wie Noah Katterbach, der einen unscheinbaren Schlag bekommen hat. Aber das Risiko war zu groß, da haben wir auch die Verantwortung gegenüber den Burschen.»
(zu neun Kilometer weniger Laufleistung): «Zum einen kann man das in Relation setzen zum Ballbesitz. Da hatten wir 60 Prozent, da läuft der Gegner mehr. Aber das ist mir nicht genug. Ich sehe schon, wo die Meter fehlen. Da sind überall ein paar Meter, die wir nicht machen. Wenn der Gegner neun Kilometer mehr läuft, ist das so, als wenn ein Mann mehr beim Gegner spielt. Das ist deutlich zu viel.»
(zur Systemumstellung zur Pause): «Ich habe schon gesehen, dass es klappt. Aber der Gegner hat es uns noch schwerer gemacht. Er hat mit Mann und Maus verteidigt, da ist es schwierig, Lücken zu finden. Wenn Du das Tor nicht machst, kriegst du den Gegner nicht ans Wackeln. Wir haben es zu spät gemacht. Wir machen die Tore gerade nicht zum wichtigen Moment, deshalb läuft es etwas unrunder. Der Schlüssel des Spiels war aber, dass wir so ein einfaches Tor nach einem abgewehrten Ball herschenken.»
(zum Fakt, dass immer noch kein Sieg nach der Corona-Pause gelungen ist): «Wenn man einzelne Spiele sieht, sieht man, wie knapp wir an Erfolgserlebnissen waren. Natürlich spielt das eine Rolle, wenn man denkt, in der Saison kann nichts mehr passieren. Aber das möchte ich nicht zulassen. Es ist noch keine Pause. Wir haben noch drei Spiele, in denen wir voll performen müssen. Da müssen wir schauen, mit welchen Spielern wir spielen. Ich will auf jeden Fall Spieler, die voll an ihre Grenze gehen.»
(zum nächsten Spiel in Leverkusen): «Das wird ein ganz anderes Spiel als dieses oder in Augsburg.»
(zur Frage, warum Hector und Uth vor der Corona-Pause stark waren und sich jetzt schwertun): «Ich weiß nicht, ob man das auf zwei Spieler konzentrieren soll. Jeder Spieler hat eine Verantwortung. Wenn einer mal einen Hänger hat, muss der nächste da sein. So haben wir es vor Corona gemacht, und so ist die Mannschaft eigentlich auch gestrickt. Wir können alle eine Schippe drauflegen.»
Mark Uth (1. FC Köln)
(zum nicht gegebenen Foulelfmeter in der Nachspielzeit): «Wenn man es sieht, ist es meiner Meinung noch klarer, als ich es gefühlt habe. Da musst Du meiner Meinung nach Elfmeter geben. Aber hat er sich nicht getraut. Ich stehe dort und werde einfach nur umgelaufen von hinten. Ich bin normalerweise niemand, der in der Presse irgendwas gegen den Schiedsrichter sagt, aber es war heute meiner Meinung nach keine gute Leistung.»
(zu den Ursachen für die Niederlage): «Wir haben einfach Probleme, uns die Torchancen rauszuspielen. Was vor der Corona-Zeit geklappt hat, funktioniert momentan nicht. Wir müssen einfach weiter hart arbeiten. Wir drehen vor der Kette auf, dribbeln auch zu, dann fehlen uns die Laufwege, die tiefen Steckpässe, die Stürmer freizuspielen. Wir müssen uns noch mal straffen, denn wir sind rechnerisch noch nicht durch. Und solange wir das nicht sind, müssen wir voll auf dem Gas bleiben.»
«Man macht sich auf jeden Fall Sorgen. Im Fußball ist schon alles passiert, deswegen können wir uns auf gar keinen Fall zurücklehnen. Jetzt steht ein Derby an, und da sind wir heiß.»
Rafael Czichos (1. FC Köln): «Wir haben uns in der ersten Halbzeit träge machen lassen. Wir haben komplett das Tempo auf der Strecke liegen lassen. Wenn man gegen Union mit hohen Bällen agiert, sind sie richtig gut. Dann brauchen wir uns nicht wundern, wenn wir keine Siege mehr holen. Man hatte das gesamte Spiel nicht das Gefühl, dass wir frisch im Kopf sind. Da müssen wir uns an die eigene Nase fassen. So ein Spiel musst du zu Hause nicht verlieren. Insgesamt war das einfach zu wenig, das muss uns allen klar sein. Was es ist, ist schwer zu erklären. Egal, was es ist. Egal, wie es ist. Es muss weg. So, wie wir im Moment spielen, können wir nur von Glück reden, dass die Mannschaften hinter uns das nicht ausnutzen.»
(zum zurückgenommenen Handelfmeter nach seiner Abwehraktion): «Wenn das ein Elfer ist, darf ich als Verteidiger gar nichts machen.»
Sebastiaan Bornauw (1. FC Köln): «Ich bin enttäuscht. Ich weiß nicht, was los ist.»
(zu den Gegentoren nach Standards): «Normalerweise ist das unsere Stärke. Sollte normalerweise kein Problem sein.»
Urs Fischer (Trainer 1. FC Union Berlin): «Es war ein umkämpftes Spiel. Darauf waren wir vorbereitet. Die Mannschaft hat unseren Plan über 90 Minuten bis auf eine Phase nach der Halbzeit gut umgesetzt. Da brauchten wir einen Moment, um uns an den Systemwechsel von Köln zu gewöhnen. Danach hatten wir das Spiel unter Kontrolle. Das war ein wichtiger Sieg.»
(zur Frage, ob der Matchplan aufgegangen ist): «Ich glaube schon. Über große Teile des Spiels. Vielleicht hatten wir den einen oder anderen Ballverlust zu viel. Aber über 90 Minuten haben die Jungs wirklich ein tolles Spiel gemacht. Ich hatte schon unter der Woche ein gutes Gefühl, weil die Mannschaft wirklich sehr konzentriert gearbeitet habt. Auch vor dem Spiel war sie sehr ruhig und konzentriert, wie man sich das wünscht. Bei uns ist keine Panik ausgebrochen. Wir haben konsequent und konzentriert weitergearbeitet, und ich glaube, heute nicht unverdient drei Punkte geholt.»
(zur Frage, ob der Klassenerhalt nun gesichert ist): «Es ist rechnerisch noch nicht klar, von daher war es das noch nicht.»
(zum nächsten Spiel gegen Paderborn): «Es gilt für uns, den Sack zuzumachen. Das ist die Herausforderung.»
Christian Gentner (Torschütze des 1. FC Union Berlin zum 2:0): «Heute war es vor allem wichtig für den Mannschaftserfolg. Wir haben gesagt, das ist für uns eines der letzten vier Endspiele und ein absolutes Highlight-Spiel. Der Sieg war enorm wichtig, wir haben eine lange Serie hinter uns, wo wir kein Spiel gewonnen haben. Das fühlt sich jetzt sehr, sehr gut an, und dafür war der Treffer heute auch wichtig. Wir konnten den Leuten diesmal leider keine ganze Saison schenken. Deshalb wollen wir unbedingt in der Liga bleiben. Und in der kommenden Saison wieder in einer vollen Hütte spielen.»
(zum möglichen Elfmeter in der Nachspielzeit): «Ich habe keine strittige Szene in der Nachspielzeit gesehen. Zum Anschlusstor haben wir den Gegner eingeladen, und bis dahin war es ein sehr erwachsener Auftritt.»
(zu sieben Vorsprung auf den Relegationsplatz): «Ich glaube, ich bin so lange dabei, ich habe schon ziemlich verrückte Sachen erlebt. Von dem her fangen wir jetzt nicht an zu rechnen. Es sieht sehr, sehr gut aus. Wir haben gewusst, dass wir noch ein paar Punkte brauchen wie die jetzt heute. Ob es schlussendlich schon reicht? Wie gesagt, ich glaube, wir können uns auch noch gedulden. Und den nächsten Schritt wollen wir dann am Dienstag vollends gehen. So weit ist die Geduld - glaube ich - vorhanden. Aber es war ein enorm großer, wichtiger Schritt heute und ja, fühlt sich auch so an.»
(zur Viererkette): «Das hat die Woche auch im Training schon ganz gut ausgesehen. Wir haben sehr, sehr viel investiert in der ersten Hälfte und sind mit einem Standard, die schon häufig unser Türöffner waren, in Führung gegangen. Also insgesamt ein Matchplan, der nicht komplett neu war, aber auf jeden Fall gut für heute.»
Marcus Ingvartsen (1. FC Union Berlin):
(auf die Frage nach dem Klassenerhalt): «Heute nehmen wir nur Glückwünsche für den Sieg. Wir haben eine sehr gute Ausgangsposition, aber wir müssen weitermachen. Wir haben es in der eigenen Hand.»
(zur Union-Stärke bei den Standards): «Nach der Corona-Pause haben wir das eigentlich nicht gut gemacht. Aber heute haben wir zwei Tore nach Standards gemacht.»
(zum nächsten Spiel Paderborn): «Es gibt keine leichten Spiele. Aber zu Hause gegen Paderborn müssen wir es zu Ende bringen. Dann werden wir auch feiern.»
Marvin Friedrich (Torschütze 1. FC Union Berlin zum 1:0) (auf die Frage nach dem Klassenerhalt): «Das war ein Schritt in die richtige Richtung, aber solange es rechnerisch noch nicht durch ist, müssen wir weiter hart arbeiten und Punkte holen.»
(zu seinem Tor): «Wir wissen, dass wir sehr gute Standard-Schützen haben. Wenn die Bälle so kommen, muss man eigentlich nur noch da sein.»
(zum Zeichen nach dem Tor, offenbar eine 3): «Das ist an den Bruder gerichtet. Er weiß Bescheid. Aber das verrate ich nicht, das ist ein Geheimnis zwischen meinem Bruder und mir.»

Quelle: dpa

| Aktualisierung: Sonntag, 14. Juni 2020 13:53 Uhr

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