Union Berlin entzaubert: Mit 0:3-Klatsche in die Winterpause

Union Berlin entzaubert: Mit 0:3-Klatsche in die Winterpause

Am Ende des Fußballjahres hat es auch den 1. FC Union erwischt. Zum Rückrundenstart kassieren die Köpenicker ihre erste Saison-Niederlage. Angesichts der Resultate der Konkurrenz ist dies doppelt bitter.

Sebastian Polter und Clemens Fandrich

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Unions Sebastian Polter (M.) im Zweikampf mit Aues Clemens Fandrich. Foto: Daniel Schäfer

Berlin (dpa) - Nach einer makellosen Hinserie ist die imposante Serie des 1. FC Union Berlin in der 2. Fußball-Bundesliga ausgerechnet zum Jahresabschluss gerissen. Die Köpenicker wurden am Sonntag bei Erzgebirge Aue mit 0:3 (0:2) entzaubert und kassierten als letztes deutsches Profiteam ihre erste Saison-Niederlage. «Wenn ich mir die erste Halbzeit anschaue, war es ein bisschen glücklich. Wir hatten genügend Möglichkeiten, um in Führung zu gehen», sagte Union-Trainer Urs Fischer. «In der zweiten Halbzeit haben wir den Faden komplett verloren. Aue hat verdient gewonnen.«
Mit einem Dreierpack brillierte Pascal Testroet (6./30/Handelfmeter/74. Minute) für die Sachsen. Per Seitfallzieher zum Endstand sorgte der Angreifer auch für den Höhepunkt der lange Zeit munteren Partie.
Das Union-Team rutschte damit am 18. Spieltag vorerst aus der Aufstiegszone auf den vierten Platz zurück und konnte den Rückstand auf das ebenfalls sieglose Spitzenduo Hamburger SV und 1. FC Köln nicht verkürzen. Union war zuvor saisonübergreifend 19 Spiele in der Liga ungeschlagen geblieben.
Aue setzte sich vor 13 800 Zuschauern verdient durch und beendete sein Fußballjahr mit vier Spielen ohne Niederlage in Serie. Die Sachsen vermiesten Union die sportliche Vorfreude auf das traditionelle Weihnachtssingen im heimischen Stadion am Sonntagabend.
Wie schon beim FC Magdeburg (1:1) und gegen den VfL Bochum (2:0) missglückte dem Hauptstadtclub der erste Abschnitt. Mit der ersten echten Chance nutzte Testroet eine Unaufmerksamkeit der Gäste-Abwehr. Die Berliner zeigten sich vom frühen Rückstand aber nicht geschockt, setzten weiter auf Offensive. Vor allem über die rechte Seite von Marcel Hartel entwickelte das Fischer-Team Druck auf die Abwehr des Heimteams, verbuchte schon nach 17 Minuten sechs eigene Eckbälle, konnte Martin Männel aber nicht überwinden. Sebastian Andersson scheiterte aus spitzem Winkel am souveränen Erzgebirge-Keeper (27.).
Stattdessen kassierten die Gäste den nächsten Rückschlag. Einen abgefälschten Schuss von Jan Hochscheidt wehrte Joshua Mees mit einer Bewegung des rechten Oberarms ab, den Strafstoß verwandelte Testroet sicher und ließ Rafal Gikiewicz keine Chance. Der Pole verhinderte nach einem Freistoß von Philipp Riese (40.) sogar noch den möglichen dritten Gegentreffer vor der Pause. Auf der anderen Seite strich ein Distanzschuss von Mees knapp am Pfosten vorbei (45.+3).
Schon gut 40 Sekunden nach Wiederanpfiff war Gikiewicz wieder gefragt und parierte gegen Calogero Rizzuto, der einen Fehlpass von Hartel abgefangen hatte. Im Hinspiel hatte der frühere Kapitän Felix Kroos mit einem direkt verwandelten Freistoß noch in der Schlussphase den 1:0-Siegtreffer erzielt. In Aue blieb auch seine Einwechslung wirkungslos - vielmehr gelang Testroet noch der dritte Streich.

Quelle: dpa

| Aktualisierung: 23. Dezember 2018