Union-Trainer: Späte Tore als neue Qualität

Union-Trainer: Späte Tore als neue Qualität

Schon sechsmal schlägt Union Berlin diese Saison ganz spät zu. Dank der Last-Minute-Tore gehen die Köpenicker als erster Verfolger von Köln in die Länderspielpause. «Ein Quäntchen Glück», aber auch eine Qualitätsfrage für den Coach.

Urs Fischer

© dpa

Trainer Urs Fischer von Berlin steht vor dem Spiel im Stadion.

Den frühzeitigen Heimweg vor dem Schlusspfiff sollten Fans des 1. FC Union Berlin in dieser Saison besser nicht antreten. Das Team von Trainer Urs Fischer beweist immer wieder beeindruckende Last-Minute-Qualitäten. In neun Partien erzielten die Köpenicker bereits sechs Treffer nach der 85. Minute - und holten damit sechs zusätzliche Punkte. «Du brauchst am Schluss, wenn du die Mehrzahl der Tore nimmst, immer ein Quäntchen Glück», gestand Fischer, nachdem Keeper Rafal Gikiewicz in der dritten Minute der Nachspielzeit noch das 1:1 gegen den 1. FC Heidenheim gerettet hatte.
Nicht zum ersten Mal schlug Union so spät zu. Gleich zum Auftakt traf Felix Kroos in der 87. Minute zum 1:0 gegen Erzgebirge Aue. Florian Hübner (90.+1) köpfte auf Vorlage von Gikiewicz zum 2:2 gegen den MSV Duisburg ein. Grischa Prömel (90.) und Sebastian Polter (90.+4) sorgten kurz vor Ende für das 2:0 über Holstein Kiel. Beim 4:1 gegen den FC St. Pauli sorgte Sebastian Andersson (88.) noch für den Schlusspunkt. In der Vorsaison gab es für Union insgesamt nur sechs derart späte Treffer.
Ist der Trend lediglich Zufall? Aus Sicht des Trainers nicht. «Du musst es versuchen. Und das ist dann schon eine Qualität, die die Mannschaft an den Tag legt, dass sie nicht aufgibt», betonte Fischer am Sonntag. «Viele Spiele werden am Schluss noch entschieden. Das musst du dir erarbeiten, geschenkt bekommst du das nicht.» Den späten Jubel kommentierte Gäste-Coach Frank Schmidt mit leidvoller Miene: «Wir wissen genau, wie 2. Liga funktioniert. Man kann sich erst freuen, wenn das Spiel abgepfiffen ist.»
Dank Gikiewicz geht Union nun mit der saisonübergreifenden Serie von elf Spielen ohne Niederlage in die Länderspielpause. Am 21. Oktober soll beim SC Paderborn dieser eingestellte Vereinsrekord aus der ersten Zweitliga-Saison 2001/02 ausgebaut werden. Doch auch die Ostwestfalen sind gut drauf, gewannen ihre jüngsten zwei Partien und rückten an die Aufstiegszone heran.
Union hingegen erlaubte sich zum wiederholten Male Schwächephasen, ist aber als einziges Team der Liga ohne Niederlagen weiter erster Verfolger von Spitzenreiter 1. FC Köln. «Das nehmen wir auf jeden Fall mit, dass wir noch ungeschlagen sind, das ist nicht selbstverständlich», sagte Kapitän Christopher Trimmel. «Wir hatten schon ein paar schwächere Spiele. Wenn du trotzdem nicht verlierst, ist das positiv.»
Fans von Union Berlin
© dpa

1. FC Union Berlin

Und niemals vergessen: Eisern Union! Der 1. FC Union Berlin ist das Berliner Spitzenteam in der 2. Fussball-Bundesliga. mehr

Quelle: dpa

| Aktualisierung: Dienstag, 9. Oktober 2018 10:31 Uhr

Weitere Nachrichten zu Union Berlin