Keine große Union-Hilfe: Dardai hofft auf Khedira-Signal

Keine große Union-Hilfe: Dardai hofft auf Khedira-Signal

So sehr haben sie sich bei Hertha BSC bestimmt noch nie über vergebene Torchancen des 1. FC Union geärgert. Die unnötige Nullnummer des Lokalrivalen bei Arminia Bielefeld am Sonntagabend hat nach dem Jubel über den eigenen 2:1-Erfolg gegen den FC Augsburg die Realität im Abstiegskampf schnell wieder ins Bewusstsein gerückt. Schon am Mittwoch droht den Berlinern in der Fußball-Bundesliga sogar der Absturz auf den Relegationsrang, sollten die Ostwestfalen im Nachholspiel gegen Werder Bremen dreifach punkten.

Pal Dardai

© dpa

Herthas Trainer Pal Dardai coacht sein Team von der Seitenlinie aus.

Trainer Pal Dardai hatte bei aller Freude über den ersten Sieg seiner zweiten Amtszeit als Hertha-Chefcoach gegen Lieblingsgegner Augsburg schon klar gemacht: «Jetzt müssen wir dran bleiben. Es ist immer ein schmaler Grat.» Sportlich bedrohlich bleibt die Lage ohnehin. Auch der 1. FC Köln - der nächste Gegner des 1. FC Union - konnte gegen Bremen punkten und liegt nun wieder einen Zähler vor der Hertha.
Nach den von Dardai als Champions-League-Modus titulierten Duellen gegen die vier top-platzierten der Liga aus München (0:1), Leipzig (0:3), Wolfsburg (0:2) und Frankfurt (1:3) kommt nun tabellarisch gewissermaßen der Europa-League-Modus auf die Hertha zu. Borussia Dortmund (13.3.), Bayer Leverkusen (21.3.), Union Berlin (4.4.) und Borussia Mönchengladbach (10.4.) sind die nächsten vier Kontrahenten - alle kämpfen um einen bestmöglichen internationalen Startplatz.
Dardai will sich aber erstmal nur auf den BVB am Samstag (18.30 Uhr/Sky) konzentrieren. «Bestimmt werden wir nach Dortmund nicht soooo fahren», sagte der Hertha-Coach und hob dabei zur Veranschaulichung resignierend die Hände. «Jede Mannschaft hat gegen uns geschwitzt», sagte der 44-Jährige - aber eben mit Ausnahme der Augsburger am Ende auch gejubelt.
Am Dienstag stehen für Dardai wichtige Gespräche an. Die Mediziner werden konsultiert. Konkret geht es um den Rückkehr-Plan von Sami Khedira (Wade), Matheus Cunha (Oberschenkel) und Nemanja Radonjic (Leiste), die sich gegen Wolfsburg alle Muskelblessuren zuzogen. Positive Signale gerade von Stabilisator Khedira und Antreiber Matheus Cunha wären jetzt besonders wichtig.
Aber: «Es ist schwierig, etwas zu sagen. Bei allem, was mit Muskeln zu tun hat, muss man vorsichtig sein» sagte Dardai. Das klang schon ein bisschen skeptischer als die erste Hertha-Mitteilung aus der Vorwoche, die zunächst nur den Ausfall des Trios für das Augsburg-Spiel verkündet hatte. «Wir sollten keine falsche Hoffnung machen», betonte Dardai.
Spannung aufbauen, Mut zusprechen. Das sind die Aufgaben, die für den Hertha-Coach in der aktuellen Lage eigentlich Priorität haben. Dardais Plus ist seine Fähigkeit, verloren gegangenes Vertrauen bei seinen Spielern wieder zu wecken. Siegtorschütze Dodi Lukebakio ist so ein Beispiel, der unter Dardai wieder mehr lacht und beim Elfmeter die Nerven behielt. Oder Rechtsverteidiger Lukas Klünter, der als einziger Herthaner schon bei Dardais letztem Trainersieg im Mai 2019 in Augsburg auf dem Platz stand und nun von der Tribüne aus einen Stammplatz eroberte.

Quelle: dpa

| Aktualisierung: Montag, 8. März 2021 11:03 Uhr

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