Hertha will positiv in Weihnachtspause

Hertha will positiv in Weihnachtspause

Alexander Schwolow hatte bei Bruno Labbadia einen Sondertermin. Von seiner Nummer eins wollte der Hertha-Trainer vor der Jahresabschluss-Partie beim SC Freiburg am Sonntag (15.30 Uhr/Sky) ein paar Details über den Kontrahenten erfahren. Bis zum Sommer hütete Schwolow schließlich das Tor der Breisgauer. «Das mache ich schon gerne, dass ich mal reinhöre bei einem Spieler. Das wäre blöd, wenn man es nicht ausnutzt», sagte Labbadia bei der digitalen Pressekonferenz des Berliner Fußball-Bundesligisten am Freitag.

Trainer Bruno Labbadia (l) von Hertha

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Trainer Bruno Labbadia (l) von Hertha.

Bei der Analyse des langweiligen Mainz-Spiels hatte Schwolow zuvor weniger Aufmerksamkeit bekommen, keinen einzigen Schuss hatte er schließlich beim 0:0 abwehren müssen. Das dritte Zu-null-Spiel der Saison tat dem 28-Jährigen aber dennoch gut. «Man hat das Gefühl, dass er angekommen ist. Ich habe das Gefühl, dass er sich wohlfühlt», sagte Labbadia über seinen Schlussmann, der sich als bekennendes Landei in der Hauptstadt erstmal orientieren musste. Gegen Freiburg wird Schwolow wieder mehr zu tun bekommen, meint Labbadia.
«Sie werden wie wir mit einem Erfolgserlebnis in die kurze Weihnachtspause gehen wollen. Es wird kompakt und intensiv in beide Richtungen», sagte der Hertha-Trainer. Von seiner Mannschaft erwartet der 54-Jährige vor allem bessere Offensivlösungen. «Wann müssen wir wohin spielen? Wann verzögern, wann direkter arbeiten?», nannte Labbadia als Aufgabenstellung. Der SC Freiburg liegt vor der Partie als Tabellenelfter einen Punkt und einen Platz vor den Berlinern.
Ob Vladimir Darida nach seiner schöpferischen Pause gegen Mainz wieder in die Startelf rücken wird, ließ Labbadia offen. Der Tscheche wird nicht als Fußball-Agent benötigt, seine Zeit in Freiburg liegt schon fünf Jahre zurück. Aber genau bei den gegen Mainz vermissten Offensivlösungen könnte Darida wohl bessere Impulse setzen als zuletzt Lucas Tousart.
Der Rekord-Transfer der Hertha (25 Millionen Euro/Olympique Lyon) ist seit dem Sommer im Gegensatz zu Schwolow noch nicht so recht in Berlin angekommen. «Er wird mehr kommen, wenn er sich zurechtfindet. Das spielt eine Rolle bei ihm. Es gibt unterschiedliche Menschen und Situationen», sagte Labbadia.
Dass der Hertha-Trainer nach der kurzen Weihnachtspause neue Spieler integrieren muss, ist derzeit unwahrscheinlich. Hyperaktivität ist von den Berlinern im Transferfenster im Januar nicht zu erwarten. «Wir beschäftigen uns mit Spielern, die da sind. Das ist das Allerwichtigste», sagte Labbadia.
Auch Manager Michael Preetz hatte unter der Woche schon vor der angeblichen Überweisung der nächsten Investoren-Rate von 20 Millionen Euro betont, dass sich die Hertha auf dem Wintermarkt zurückhalten, den Markt aber im Blick haben werde. Am Freitag sagte Preetz gar nichts zur Finanzsituation und möglichen Wechselgeschäften. «Man muss schauen, was macht Sinn, und was macht keinen Sinn», sagte Labbadia.

Quelle: dpa

| Aktualisierung: Freitag, 18. Dezember 2020 13:45 Uhr

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