Labbadia vor Einzug in doppelten 100er-Club

Labbadia vor Einzug in doppelten 100er-Club

Vor dem für ihn ungewöhnlich emotionalen Spiel gegen den VfL Wolfsburg stellt Bruno Labbadia persönliche Befindlichkeiten bewusst zurück. Weder der mögliche Einzug in den illustren doppelten 100er-Club, noch die Erinnerung an schöne wie schmerzhafte Momente bei den Niedersachsen sollen den Trainer von Hertha BSC vor der Partie am Sonntag ablenken.

Bruno Labbadia

© dpa

Bruno Labbadia kommt vor einem Spiel ins Stadion.

Nach dem Fehlstart in die Fußball-Bundesliga mit nur drei Punkten aus fünf Spielen hofft der Coach der Berliner auf ein kollektives Erfolgserlebnis. «Die Mannschaft braucht das, es würde uns allen gut tun. Das würde mir am meisten bedeuten», sagte Labbadia.
Bislang haben nur sechs Trainer, darunter Jupp Heynckes Thomas Schaaf und Felix Magath, mindestens 100 Siege jeweils als Coach und als Spieler gefeiert, Labbadia könnte der Siebte sein. «Das bedeutet mir gar nichts», merkte der einstige Stürmer an.
Ein gewisses Kribbeln verursacht hingegen das erste Wiedersehen mit den Wolfsburgern. Den VfL führte er aus dem Abstiegskampf bis in den Europacup. Im Sommer 2019 war dann aber nach Dissonanzen mit Geschäftsführer Jörg Schmadtke Schluss beim VW-Club.
Diese sind für Labbadia abgehakt. «Ich bin ein Mensch, der das hinter sich lässt», beteuerte er. Und: «Ich habe ja selber entschieden, dass ich gehe», sagte Labbadia im Rückblick. Dennoch sei es schmerzhaft gewesen, «dass ich mich von einer Mannschaft getrennt habe, die ich eineinhalb Jahre aufgebaut habe», sagte der 54-Jährige.
In Berlin steckt Labbadia im Vergleich zu seiner Wolfsburger Zeit noch mitten im ersten Entwicklungsschritt. Wie bei seiner Amtsübernahme im Frühjahr steht die Hertha nur knapp vor den Abstiegsrängen. Damals gelang der Aufschwung. Das Ziel Europa ist aber weiter nur ein vage Vorstellung. Ein Universalrezept sieht der Coach auch nicht. «Jede Situation bringt etwas Neues mit sich», sagte er. Seine besondere Aufgabe als Trainer sei ein «permanentes Überprüfen, was gefordert ist.»
In dieser Saison ist die Hertha nach den Niederlagen gegen Eintracht Frankfurt (1:3) und den VfB Stuttgart (0:2) noch ohne Punktgewinn in Heimspielen. «Man muss sagen, dass es auswärts besser funktioniert hat, das wollen wir verändern», sagte Labbadia. «Wir wollen unseren ersten Heimsieg einfahren», fügte er an.
Obwohl die neuen Corona-Verordnung erst am Montag greift, verzichten die Berliner komplett auf Zuschauer. Die Berliner Rechtslage hätte ohnehin nur 100 Besucher im riesigen Rund zugelassen. «Es macht grundsätzlich wenig Sinn, wenn das ganze Land runtergefahren wird, auf eine Zuschauerzahl zu pochen», sagte Manager Michael Preetz.
Offen ließ Labbadia, ob Neuzugang Mattéo Guendouzi nach seiner Corona-Quarantäne gegen Wolfsburg sein Debüt im Hertha-Trikot feiern wird. «Es ist schwer einzuschätzen, wo er genau ist», sagte der Hertha-Trainer zum Fitnesszustand des 21-jährigen Franzosen. Nach den ersten Trainingseindrücken stellte Labbadia fest: «Man merkt, er hat Lust.» Guendouzi selbst hatte am Mittwoch erklärt, er sei zu «200 Prozent» für einen Einsatz bereit.

Quelle: dpa

| Aktualisierung: Freitag, 30. Oktober 2020 14:53 Uhr

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