Gemischte Gefühle: Tousart soll Hertha bereichern

Gemischte Gefühle: Tousart soll Hertha bereichern

Während seine Ex-Kollegen von Olympique Lyon in Europa kräftig für Furore sorgen und nun im Champions-League-Halbfinale auf den bärenstarken FC Bayern treffen, muss sich Lucas Tousart in einer langen Vorbereitung in sein neues Team integrieren. Beim 2:0 im ersten Testspiel von Hertha BSC in der neuen Saison gegen den Drittligisten Viktoria Köln deutete der für rund 25 Millionen Euro geholte Mittelfeldspieler über 45 Minuten bereits an, dass er mit seinen strategischen Fähigkeiten auch in Berlin das Team aufwerten kann. «Es war ein guter Auftritt von ihm», lobte Trainer Bruno Labbadia den schon in der letzten Winterpause verpflichteten Tousart.

Lucas Tousart

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Lucas Tousart.

Zu dem Zeitpunkt war noch nicht absehbar, wie die Corona-Krise auch den Fußball-Kalender in ganz Europa durcheinanderwirbeln würde. Tousart wurde von Hertha für eine halbes Jahr an Olympique zurück verliehen. Im Achtelfinal-Hinspiel von Lyon gegen Juventus schoss Tousart noch den 1:0-Siegtreffer - dann brachte Corona das öffentliche Leben in Frankreich und der ganzen Welt zum erliegen. Die Ligue 1 wurde anders als die Bundesliga abgebrochen. Hertha einigte sich mit Olympique darauf, dass Tousart zum 1. Juli nach Berlin kommt, unabhängig von der Fortsetzung der Champions League. Manager Michael Preetz bedankte sich extra für die Vereinbarung.
So verfolgte der 1,85 Meter große Mittelfeldmann, der in Lyon meist als einer von zwei Sechsern agierte, nur aus der Ferne, wie seine Ex-Kollegen zunächst Juve mit Superstar Cristiano Ronaldo und nun im Viertelfinale auch den Favoriten Manchester City aus der Königsklasse kegelten. Am Mittwoch (21.00 Uhr) wartet beim Geister-Turnier in Lissabon nun der deutsche Rekordmeister aus München, dessen 8:2 gegen den FC Barcelona noch immer für Erstaunen sorgt, auf Olympique.
Tousart möchte auch mit Hertha in Zukunft international spielen. Immerhin hat er als junger Profi bereits 2016 sein Debüt auf der europäischen Bühne gegeben und seither 15 Spiele in der Champions League sowie 16 in der Europa League bestritten. «In Berlin entsteht etwas sehr Spannendes und ich möchte Teil davon sein», hatte er nach der Unterzeichnung seines bis 2025 laufenden Vertrages in Berlin erklärt.
«Lucas hat die Abläufe, die wir die vergangenen zwei, drei Tage trainiert haben, sehr gut angenommen - gerade bei der Spielverlagerung», schilderte Trainer Labbadia seine Eindrücke aus dem ersten Test-Wettkampf des Franzosen. «Jetzt müssen wir noch einen Mix hinkriegen, wann er sich reinfallen lässt zwischen die Abwehrspieler und wann er besser bleibt, damit wir noch mehr Spieler zwischen den Linien haben.» Tousart selbst wird erst einmal gespannt nach Lissabon schauen - womöglich mit gemischten Gefühlen.

Quelle: dpa

| Aktualisierung: Sonntag, 16. August 2020 12:11 Uhr

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