Karims Hand und Vedads Instinkt: Siegen «für den Trainer»

Karims Hand und Vedads Instinkt: Siegen «für den Trainer»

Der Kapitän sorgt gegen Stuttgart für das Dosenöffner-Tor. Fans und die Chefs möchten Vedad Ibisevic auch in der kommenden Saison weiter im Hertha-Trikot sehen. Für Salomon Kalou ist das 3:1 auch «ein Sieg für den Trainer», dem nun noch zwei weitere folgen sollen.

Hertha BSC - VfB Stuttgart

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Stuttgarts Didavi (2.vr) versucht sich gegen Herthas Mittelstädt und Skjelbred (r) durchzusetzen, links Herthas Karim Rekik. Foto: Soeren Stache

Berlin (dpa) - Der Mann des Spiels zeigte sich überrascht. «War das meine Hand?», bemerkte Karim Rekik zu jener Szene, die beim 3:1-Sieg von Hertha BSC gegen den VfB Stuttgart am heftigsten diskutiert wurde. In Minute 37 beförderte der niederländische Verteidiger im Stile eines Torwarts den Ball auf Kopfhöhe mit der linken Hand aus der Gefahrenzone. «Ich habe tatsächlich im Spiel nicht mitbekommen, dass ich den Ball an die Hand bekommen habe. Wenn das so war, haben wir natürlich Glück gehabt», bemerkte Rekik nach der Partie, die für den Berliner Fußball-Bundesligisten mit einer Tore-Erlösung endete.
Live im Stadion hatten weder Rekiks Kollegen, noch die Stuttgarter Spieler und Trainer das strafbare Handspiel mitbekommen. «Aber dafür haben wir den Videoschiedsrichter, dass er in solchen Situationen online ist», erklärte Stuttgarts Interimscoach Nico Willig verstimmt.
Der erfahrene Günter Perl als Video Assistant Referee (VAR), also TV-Schiedsrichter in einem Kölner Keller, war aber off - mit aus Stuttgarter Sicht weitreichenden Auswirkungen auf den Verlauf der Partie vor 48 668 Fans. Der VfB muss weiter um die Chance zittern, zumindest in der Relegation einem Absturz in Liga zwei zu entgehen.
«Das haben nicht wir verbockt, das wurde an anderer Stelle verbockt», bemerkte Willig verärgert zum nicht gegebenen Elfmeter und ergänzte: «Hertha hat uns dann mit dem Doppelschlag vor der Pause richtig angeknockt.» Der Ex-Stuttgarter und jetzige Hertha-Kapitän Vedad Ibisevic traf am 32. Spieltag nach 358 torlosen Berliner Minuten (40.) zu seinem zehnten Saisontor. Ondrej Duda (45.+1) mit seinem elften Saisontreffer und Salomon Kalou (67.) legten nach. Mario Gomez' Tor (70.) war nur Ergebniskosmetik.
«Glückwunsch und Respekt an meine Jungs und ein besonderer Dank an Vedad, das Tor war extrem wichtig. Wir haben in den richtigen Momenten zugeschlagen», erklärte Hertha-Coach Pal Dardai nach dem ersten Dreier nach sieben sieglosen Spielen. «Es ist nicht ganz einfach in unserer Situation, die Motivation hinzubekommen», räumte der nach schwacher Rückrunde zum Saisonende scheidende Dardai ein.
«Der einzige Vorwurf, den wir uns gefallen lassen müssen, ist, dass wir nach dem 0:3 Chancen zugelassen haben und dann unsere Konter nicht sauber zu Ende gespielt haben», analysierte der Ungar. Seine Spieler reagierten weitaus emotionaler. «Dieser Sieg fühlt sich sehr gut an. Zum Ende der Saison ist es wichtig, dass wir Spiele gewinnen. Für unser Selbstvertrauen, mit Blick auf die nächste Saison und für unsere Fans», erklärte Routinier Kalou.
Die Hertha-Anhänger und Verantwortlichen möchten auch in der kommenden Spielzeit gern weiter Torjäger Ibisevic sehen. «Vedad hat uns mit seinem Tor die Tür geöffnet, die lange zu war. Das war der Schlüssel zum Sieg», betonte Kalou. Der 34 Jahre alten Bosnier schoss das 1:0 selbst und bereitete das 2:0 vor. «Für Vedad freue ich mich sehr. Er hat immer noch eine unglaubliche Qualität», sagte Youngster Maximilian Mittelstädt (22).
Die abschließenden zwei Saisonspielen beim FC Augsburg und gegen Bayer Leverkusen möchten die Berliner nun weiter auch für Dardai gewinnen. «Nach vier Jahren ist es wichtig, dass wir ihm einen guten Abschluss bereiten», erklärte Kalou. Im Tor wird dann wahrscheinlich der junge Dennis Smarsch (20) zu seinem Bundesliga-Debüt kommen. Denn Stammkeeper Rune Jarstein soll sich nach schon länger anhaltenden Problemen einer Knie-Operation unterziehen. Der zweite Keeper Thomas Kraft plagt sich derzeit mit einer Blessur im Nackenbereich.

Quelle: dpa

| Aktualisierung: Sonntag, 5. Mai 2019 13:00 Uhr

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