Dardai knöpft sich seine Profis vor

Dardai knöpft sich seine Profis vor

0:5 - höher hat Pal Dardai als Hertha-Chefcoach noch nie verloren. Der Ungar will sich seine Profis vorknöpfen. Im Tabellen-Niemandsland fehlt einigen von ihnen offenbar die Spannung.

Pál Dárdai (r)

© dpa

Berlins Trainer Pál Dárdai (r) kommt vor dem Spiel ins Stadion.

Die erste Aufarbeitung der bitteren 0:5-Pleite bei RB Leipzig überließ Pal Dardai in Berlin seinem Assistenten Rainer Widmayer. Der Chef selbst nahm am Sonntag einen schon länger vereinbarten Fernsehauftritt in München wahr. «Das ist besser für die Ruhe. Wenn ich da gewesen wäre, wer weiß, was passiert wäre. Ein bisschen Abstand ist besser», bemerkte der Trainer dazu.
Sein Team habe sich in Leipzig nicht an den vereinbarten Matchplan gehalten. Dazu seien die ersten Gegentore «einfach geschenkt» gewesen, sagte Dardai: «Sie waren besser und stärker, wir hatten keine Chance. Es war ein schwarzer Tag.» Mit ihm als Chefcoach hatte der Berliner Fußball-Bundesligist am 3. April 2016 bei Borussia Mönchengladbach bereits ebenfalls mit 0:5 verloren.
Nach der aktuell höchsten Niederlage unter seiner Regie als Cheftrainer kündigte Dardai intensive Gespräche mit seinen Profis an. Zwar verkündete Widmayer in Berlin: «Ich sehe es überhaupt nicht so, dass die Mannschaft nicht möchte.» Doch Dardai hob im Pay-TV-Sender Sky die Schonung für seine Spieler auf: «Es gibt Zeichen, über die man mit der Mannschaft reden muss», sagte der Ungar.
Es werde vor der neuen Trainingswoche mit jedem Einzelnen «einen schönen, ehrlichen Dialog» geben. Das Thema Europacup ist abgehakt. «Mathematisch haben wir die Chance, aber das ist nicht realistisch. Warum soll ich Mist erzählen?», bemerkte Dardai.
«Wir sind durch einzelne schlechte Aktionen irgendwie ein bisschen verunsichert worden», skizzierte Widmayer, der zum Saisonende als Co-Trainer zum VfB Stuttgart wechselt, den Beginn des Debakels in Leipzig. Angeführt vom überragenden dreimaligen Torschützen Yussuf Poulsen (27. Minute/56./62.) fegte der Tabellendritte die Berliner aus der Red-Bull-Arena. Emil Forsberg (17.) und RB-Winter-Neuzugang Amadou Haidara (64.) erhöhten vor 41 939 Zuschauern auf 5:0.
«Die letzten 15 Minuten sind wir etwas vom Gas gegangen», bemerkte Leipzigs Coach Ralf Rannick mit Verweis auf das Pokalspiel am Dienstag beim FC Augsburg. «Es war nett von ihm, es hätte auch ein 8:0 sein können», sagte Dardai Richtung Rangnick. In der Rückrunde war es bereits die fünfte Berliner Niederlage im zehnten Spiel.
«Wir haben denen (den Leipzigern) schön in die Karten gespielt. Es war halt einfach ein Scheißspiel», bemerkte Herthas designierter Nationalspieler Niklas Stark: «Natürlich müssen wir es analysieren, aber so schnell wie möglich abhaken und auf die weiteren Aufgaben konzentrieren.» Stark zog sich eine Knöchelblessur zu, Widmayer gab aber schon Entwarnung: «Es wird mit Sicherheit bis Samstag wieder funktionieren.» Dann empfängt Hertha die Fortuna aus Düsseldorf.
Mit 35 Punkten steht Hertha als Tabellenzehnter «im Niemandsland», wie Dardai feststellte. Das scheint wie schon in den Rückrunden der vergangenen Spielzeiten die Motivation zu bremsen. «Die letzte Spannung war nicht da, habe ich schon in der Kabine gespürt. Vielleicht war es eine gute kalte Dusche. Man muss es positiv ausnutzen», erklärte Dardai. «Es geht darum, sich immer wieder in der Bundesliga zu präsentieren», ergänzte Assistent Widmayer: «Wenn es so extrem ist, das tut richtig weh. Aber die Jungs sind einsichtig.»
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Quelle: dpa

| Aktualisierung: Montag, 1. April 2019 08:58 Uhr

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