Hertha BSC: Fan-Frieden, Rekordumsatz, Stadion-Traum

Hertha BSC: Fan-Frieden, Rekordumsatz, Stadion-Traum

Bei der Hertha-Mitgliederversammlung war am Montag in den Messehallen unter dem Funkturm vornehmlich Harmonie angesagt. Dafür waren auch die guten Nachrichten - vor allem die positive Finanzentwicklung -verantwortlich.

Michael Preetz

© dpa

Michael Preetz, Manager von Hertha BSC, kommt zur Hertha-Mitgliederversammlung in die Messehalle 18. Foto: Soeren Stache

Berlin (dpa) - Rekordumsatz, Träumereien vom eigenen Stadion-Neubau und Tabellenrang acht kurz vor dem Jahreswechsel: Die zuletzt so streitbaren Fans des Berliner Fußball-Bundesligisten Hertha BSC hatten am Montag wenig zu meckern und hielten bei der Mitgliederversammlung Frieden. «Wir sind eine Familie», sagte der Aufsichtsrats-Vorsitzende Torsten-Jörn Klein und setzte auch auf Harmonie. «Die Mannschaft hat mit erfrischenden Leistungen für positive Schlagzeilen gesorgt», erklärte Manager Michael Preetz, dessen Vertrag in der Vorwoche bis 2022 vorzeitig verlängert worden war.
Der in früheren Jahren von Dauersorgen beim Thema Finanzen verfolgte Hauptstadt-Club hat seinen Umsatz in den vergangenen Jahren kontinuierlich gesteigert und das Bilanzjahr zum 30. Juni 2018 mit einem Rekord von 152,9 Millionen Euro abgeschlossen. Der Verein erzielte einen Gewinn nach Steuern von 4,1 Millionen Euro. Diese Zahlen hatte im Vorfeld ein strahlender Finanzchef Ingo Schiller genannt.
Der Marktwert des Hertha-Spielerkaders - zum Auftakt der Mitgliederversammlung in den Messehallen waren die viel beklatschten Profis aufmerksame Zuhörer - betrage 166 Millionen. «Das sind sehr gute Zahlen», freute sich Schiller. Allerdings seien auch die Verbindlichkeiten um rund zehn Millionen auf 47,63 Millionen Euro gestiegen, was aber beispielsweise für die Lizenzvergabe laut Schiller «völlig unproblematisch» ist.
Den größten Posten bei den Ausgaben machte der Aufwand für Personal aus. Für Spielergehälter und Verwaltung wurden 60,8 Millionen Euro aufgebracht. Die größten Zuwächse gab es beim TV-Geld auf 59,3 Millionen und bei den Erlösen aus den Transfergeschäften auf 19,1 Millionen Euro. Hertha konnte es sich sogar erlauben, den 2014 aktiv gewordenen Finanzinvestor KKR, der vor vier Jahren mit 61,2 Millionen Euro eingestiegen war, auszuzahlen. «Die Ablösung ist abgeschlossen. Hertha ist wieder zu 100 Prozent Anteilseigner», sagte Schiller.
Großes Thema der von über 1200 Mitgliedern besuchten Versammlung war erneut der geplante Stadion-Neubau in Nachbarschaft zum Olympiastadion. Nach Hertha-Wünschen soll die reine Fußball-Arena rund 55 100 Zuschauer fassen. Baubeginn soll Anfang 2022, Eröffnung am 25. Juli 2025, dem 133. Geburtstag des Traditionsvereins, sein. Aber ein Senatsbeschluss bezüglich Bau, Standort und vor allem Finanzierung ist noch offen.
Am Montag gab es im Vorfeld der Mitglieder-Versammlung kritische Stimmen aus der Politik. «Zu Fragen der Finanzierung des Projektes gibt es keine Konkretisierungen. Stattdessen kommuniziert der Verein seinen Mitgliedern einen Eröffnungstermin. Diese Art der Kommunikation ist irritierend», sagte Dennis Buchner aus der SPD-Fraktion des Abgeordnetenhauses.

Quelle: dpa

| Aktualisierung: Montag, 26. November 2018 22:30 Uhr

Weitere Nachrichten zu Hertha BSC