Dardai will nach 1:4 in Düsseldorf kritische Analyse

Dardai will nach 1:4 in Düsseldorf kritische Analyse

Fünf Spiele wartet Hertha BSC in der Liga nun schon auf einen Sieg. Das 1:4 in Düsseldorf bringt Trainer Dardai zu neuen Überlegungen. Eventuell muss er anders trainieren lassen, um den Kampfmodus im Team neu zu erwecken. Bis zum nächsten Spiel hat er etwas mehr Zeit.

Berlins Trainer Pal Dardai

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Berlins Trainer Pal Dardai.

Die Bundesliga-Unterbrechung kommt Pal Dardai gerade recht. «Bis jetzt haben wir immer gesagt: Schade, dass die Pause kommt. Aber jetzt ist das der richtige Moment», sagte der Trainer von Hertha BSC am Tag nach der 1:4-Packung bei Fortuna Düsseldorf. Nach dem hoch gelobten 2:0-Sieg gegen den FC Bayern Ende September haben die Berliner in der Fußball-Bundesliga nicht mehr gewonnen. «Wenn du fünfmal nicht gewinnst, dann ist das ein Tick negativ. Da müssen wir rauskommen», erklärte Dardai und kündigte für die Länderspiel-Periode in den kommenden Tagen eine kritische Analyse an. Erst am 24. November geht es zu Hause gegen Hoffenheim weiter.
Den Frust über die hohe Niederlage hatte der Ungar direkt nach dem Spiel beim Neuling rausgelassen und von viel Naivität in den Reihen seiner Mannschaft gesprochen. «Heute ist ein neuer Tag. Das habe ich auch zu den Jungs gesagt», berichtete der Hertha-Cheftrainer am Sonntag. Bei ungemütlichem, regnerischem Wetter hatte Dardai sein Team auf dem Trainingsplatz zu einer Ansprache versammelt. «In der zweite Halbzeit haben wir genau so umgestellt wie früher gegen Leipzig und Schalke, als wir mit zehn Mann jeweils ein gutes Spiel gemacht hatten. Aber wir haben diesmal nicht richtig verteidigt, nicht mit dem Tempo, nicht mit der Gier wie sonst», bemerkte Dardai.
Knackpunkt war der Platzverweis für Maximilian Mittelstädt noch in der ersten Halbzeit. «In meinen Augen war das auf keinen Fall eine Gelb-Rote Karte. Ich habe meinen Gegenspieler begleitet - natürlich habe ich meinen Arm etwas ausgefahren. Der Schiedsrichter kann das von mir aus als Foul werten. Wenn er dafür aber Gelb gibt, muss er in dem Spiel 25 Gelbe Karten und fünf Rote Karten verteilen», sagte der Youngster nach dem Spiel.
Auch für Dardai war es «einen Tick zu hart», aber auch eine «unnötige Gelb-Rote Karte». Der Platzverweis habe dann dem Spiel den Stempel aufgedrückt. Hertha schaffte es nicht, sich in Unterzahl mit Biss und Aggressivität zu wehren. «Die spielerischen Elemente, die wir jeden Tag üben, damit wir über schönen Fußball reden» reichten nicht, bemerkte der Trainer. «In der zweiten Halbzeit konnten wir nicht den Modus umstellen: Vom Spielmodus in den Kampfmodus. Da muss ich auch überlegen, da müssen wir anders trainieren, um zu den Basis zurückzukommen.» In der Tabelle steht Hertha auf Rang acht.
«Fakt ist, dass wir fünf Bundesligaspiele nicht gewonnen haben. Fakt ist aber auch, dass wir in unserem Plan liegen. 16 Punkte sind gut», sagte Dardai. Die Pause müssten nun vor allem die Spieler wie Jordan Torunarigha nutzen, nach Verletzungen erst an ihrer Topform arbeiten. Marvin Plattenhardt hatte für die Partie in Düsseldorf wegen eines Virus passen müssen. Niklas Stark musste zeitig wegen einer Fußblessur raus, eine genaue Diagnose steht noch aus.
Zumindest eine positive Sache brachte Hertha mit aus Düsseldorf. Die Fans, von denen eine große Gruppe im Dauerkonflikt mit der Vereinsführung liegen, unterstützten ihr Team anders als im Heimspiel gegen Leipzig (0:3) wieder lautstark. «Sie haben uns beruhigt, dass sie uns mögen und lieben», erzählte Dardai.
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Quelle: dpa

| Aktualisierung: Montag, 12. November 2018 09:14 Uhr

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