Auch nach der Niederlage: Hertha lässt sich nicht unterkriegen

Auch nach der Niederlage: Hertha lässt sich nicht unterkriegen

Noch einen Auftritt gibt es für die Hertha-Profis in dieser Saison. Am 14. Mai werden sie bei der Mitgliederversammlung dabei sein. Manager Preetz erwartet einen «harmonischen Abend». Die Fans möchten wissen, wie es nach einer durchwachsenen Saison weitergeht.

Pal Dardai und Vedad Ibisevic

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Herthas Trainer Pal Dardai (l) umarmt nach Spielende Vedad Ibisevic. Rechts stehen Julian Schieber und Vladimir Darida.

Nein, nein - Herthas Routinier und bester Saisontorschütze hatte keine Lust auf irgend eine Stadionparty. «Das war keine Feier, das war die Verabschiedung von Julian», sagte Salomon Kalou nach dem misslungenen Saison-Halali im eigenen Wohnzimmer gegen RB Leipzig. «Für uns gibt es nichts zu feiern.» In der Ost-Kurve klatschten die Profis des Berliner Fußball-Erstligisten brav, während die treuesten Fans zumindest den scheidenden Stürmer Julian Schieber einen stimmungsvollen Abschied bereiteten.

Kalou konnte Hertha nicht retten

«Sechs Tore zu Hause zu bekommen - das kann nicht sei. Das ist zuviel», erklärte Ex-Champions-League-Sieger Kalou, der mit seinem Treffer (64. Minute) am 34. Spieltag wie der andere Berliner Torschütze Vedad Ibisevic (4.) an der erneuten Heimenttäuschung nichts ändern konnte. Nur ein Sieg gelang 2018 im Olympiastadion, in der Heimtabelle beendet Hertha die Spielzeit auf Rang 16. Vor allem deshalb sprach Nationalspieler Marvin Plattenhardt, der am Dienstag auf eine schöne WM-Botschaft von Bundestrainer Joachim Löw hofft, von einer «durchwachsenen Saison».

Fazit der Saison: Ausbaufähig

Mal hätte sein Team «einige Wochen guten Fußball gespielt», bemerkte Linksverteidiger Plattenhardt, «dann war es weniger schön». So hieß es am Ende vor 60 502 Zuschauern nach Leipziger Toren von Dayot Upamecano (2.), Ademola Lookman (8.), Jean-Kévin Augustin (22./54.), Timo Werner (49.) und Bruma (82.) 2:6 - wie schon am letzten Spieltag der Vorsaison gegen Bayer Leverkusen. «Ich hoffe, dass das jetzt nicht so weitergeht», meinte Confed-Cup-Sieger Plattenhardt.

Dardai und Preetz versuchen positiv zu bleiben

Die Sportliche Leitung bemühte sich indes, dem Gesamt-Abschneiden einen positiven Anstrich zu geben. «Es ist ein gutes Fundament», erklärte Trainer Pal Dardai. Das Hoffnungsvollste dabei: «Wir haben sehr viele junge Spieler integriert. Dafür ist Platz zehn top», sagte der Ungar. Und auch Michael Preetz sprach von einer «stabilen Bundesligasaison». Mehr sei nicht drin gewesen, bemerkte der Manager nach der ungewohnten Doppelbelastung Liga und Europa League.

Kein Aufstieg, aber auch kein Abstieg

«Jedes Mal, wenn wir den Anschluss nach oben hergestellt hatten und die Chance hatten, uns abzusetzen, haben wir das nicht hinbekommen», sagte Preetz. Viel wichtiger sei aber gewesen, «dass wir eigentlich nie in Gefahr gekommen sind. Wenn man sieht, wer jetzt in die 2. Liga muss, dann verstehen alle, was ich in den letzten Jahren gemeint habe, wenn ich gesagt habe, es geht immer erst um die Etablierung.»

Preetz: Unterm Strich ein positives Fazit

«Ziel war Top Zehn, das haben wir geschafft», resümierte Coach Dardai und schaute schon ein wenig voraus: «Vielleicht erhöht der Manager ein bisschen den Druck und wir müssen uns andere Ziele setzen.» Preetz wollte allerdings «am Ende der abgelaufenen Saison über Ziele in der neuen Saison» noch nicht reden.

Viel Diskussionsstoff für die Mitgliederversammlung

Am 14. Mai (19.00 Uhr) auf der Mitgliederversammlung werden die Hauptdarsteller hinterfragt werden, wie sich Hertha weiterentwickeln will. Das betrifft die hochemotionale Frage über einen Stadionneubau oder einen Umbau des Olympiastadions ebenso wie den sportlichen Bereich. «Wir werden berichten und sicher auch diskutieren. Ich erwarte letztlich schon einen harmonischen Abend», sagte Preetz.

Die grundlegende Ausrichtung bleibt gleich

Das machte der Manager bereits deutlich: «Wir müssen von Beginn weg schauen, dass wir stabil sind und punkten. Dass wir uns weiterentwickeln wollen punktemäßig und spielerisch, ist klar. Was das konkret bedeutet, werden wir erst mit den Jungs besprechen, wenn der Kader steht.»
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Quelle: dpa

| Aktualisierung: 14. Mai 2018