Die ehrenamtliche Initiative foodsharing Berlin setzt sich seit 2013 als eigenständiger foodsharing-Bezirk lokal gegen Lebensmittelverschwendung in der Hauptstadt ein. Die Mitglieder sind über die Online-Plattform foodsharing.de organisiert und damit national und international mit anderen foodsharing-Standorten vernetzt. Dies ermöglicht einen schnellen und stetigen Informationsaustausch mit anderen Bezirken sowie die Entwicklung von weiteren Konzepten zur Reduzierung von Lebensmittelverschwendung, um somit die Wertschätzung für Lebensmittel zu erhöhen, z. B. durch ein gemeinsames Kochbuch oder die Sammlung zur vielfältigen Verwendung von harten Backwaren und anderen Lebensmittelresten. Konkret engagieren sich in Berlin momentan über 11.000 Foodsaver:innen ehrenamtlich gegen die Verschwendung von Lebensmitteln, indem sie in mittlerweile fast 600 kooperierenden Betrieben überproduzierte Ware abholen und unentgeltlich weiterverteilen. Auch Privatpersonen können nicht mehr benötigte
Lebensmittel über sog. Essenskörbe auf der Website zur Selbstabholung anbieten. Zudem unterhält alleine foodsharing Berlin über 15 Fairteiler. Fairteiler sind öffentlich zugängliche (Kühl)Schränke, die täglich gereinigt und mit überproduzierten Lebensmitteln befüllt werden. Zusätzlich wird bei regelmäßig stattfindenden öffentlichen Fairteilungen auf die enorme Lebensmittelverschwendung aufmerksam gemacht. foodsharing versteht sich als bildungspolitische Umweltbewegung, die es sich zum Ziel gesetzt hat, auf persönlicher Ebene Aufklärung, Umdenken und verantwortliches Handeln anzustoßen. Mit Stand vom 27.03.2021 wurden seit 2013 schätzungsweise 6.100 Tonnen Lebensmittel bei über 400.000 Abholungen in Berlin gerettet.
Foodsharing arbeitet komplett unkommerziell, weshalb Spenden und Fördergelder besonders wichtig sind, um die Lebensmittelwertschätzung weiterzutragen und die Lebensmittelrettung ressourcenschonender zu gestalten.
Die 5.000€ Preisgeld wird foodsharing in die Bildungs- und Öffentlichkeitsarbeit (Material für Flyer, Plakate, Infostände etc.) und/oder in die Anschaffung eines foodsharing-Lastenrades investieren, auf das die foodsharing Bezirke in Berlin zurückgreifen können.
Weitere Informationen zu „foodsharing“ finden Sie auf der Homepage
Statements der Jurymitglieder zu foodsharing:*
- Dr. Britta Schautz (Verbraucherzentrale Berlin): „Beeindruckend ist das ehrenamtliche Engagement und die große ehrenamtliche Arbeit der Foodsaver:innen, die diese hauptsächlich in ihrer Freizeit leisten, um möglichst jedes einzelne Lebensmittel zu retten.“
- Stephanie Otto (BSR): „Lebensmittelverschwendung zu reduzieren und damit den Klimaschutz auszubauen gelingt nur gemeinsam. Foodsharing hat viele engagierte Leute, um das auf die Beine zu stellen.“
- Janna Falkenstein (rbb):„Auszeichnungswürdig ist die Tatsache, dass jeder einzelne Berliner und jede einzelne Berlinerin zu jedem Zeitpunkt, zu dem sie oder er sich entscheidet mitmachen zu wollen, dass auch kann und zwar direkt vor der eigenen Haustür. So entsteht ein beachtliches Netzwerk. Lebensmittelverschwendung fängt zu Hause an. Jeder kann noch genießbare Lebensmittel in den (Kühl)schränken von foodsharing abgeben. „
- Margit Gottstein (SenJustVA): „Beeindruckend ist die große Anzahl an ehrenamtlichen Mitarbeitern und dass sie dadurch eine enorme Menge (über 6000 Tonnen) Lebensmittel retten konnten.“
- Sabine Werth (Berliner Tafel): „Foodsharing beeindruckt sehr, weil viel ehrenamtliches Engagement sehr zeitgemäß eingesetzt wird. Lebensmittel werden da gerettet, wo sie im Übermaß verschwendet werden“