Liebe Kolleginnen und Kollegen,
wer in aufgeheizten Klassenräumen, unter Dachflächen, in schlecht gelüfteten Fachräumen, in Sporthallen, Sekretariaten, Lehrerzimmern, eFöB-Räumen oder auf unverschatteten Schulhöfen arbeitet, weiß: Hitze ist kein bloßes Komfortproblem. Hitze kann unsere Gesundheit erheblich beeinträchtigen.
Der Personalrat der allgemeinbildenden Schulen Pankow hat deshalb eine Initiative zum Hitzeschutz gestartet. Wir haben uns am 18.03.2026 mit einem Schreiben an alle Schulleitungen und Sicherheitsbeauftragten in Pankow gewandt und bitten die Schulen, Hitzebelastungen systematisch zu erfassen. Unser Ziel ist klar: Wir wollen nicht nur einzelne Beschwerden sammeln, sondern eine belastbare Datengrundlage schaffen, mit der gegenüber der Senatsverwaltung für Bildung, Jugend und Familie (SenBJF) sowie gegenüber dem Schul- und Sportamt konkrete Abhilfemaßnahmen eingefordert und priorisiert werden können.
Es geht um wirksamen Arbeits- und Gesundheitsschutz. Die rechtlichen Grundlagen verpflichten den Arbeitgeber dazu, Arbeitsbedingungen so zu gestalten, dass die Gesundheit der Beschäftigten geschützt wird. Dazu gehören Gefährdungsbeurteilungen, geeignete Schutzmaßnahmen und deren Überprüfung. Bei sommerlicher Hitze sind insbesondere die Vorgaben der Arbeitsstättenverordnung und der ASR A3.5 zur Raumtemperatur bedeutsam. Arbeitsräume sollen grundsätzlich 26 °C nicht überschreiten. Bei Temperaturen über 30 °C müssen wirksame Maßnahmen getroffen werden. Bei mehr als 35 °C ist ein Raum ohne besondere Zusatzmaßnahmen während der Überschreitungszeit nicht mehr als Arbeitsraum geeignet.
Für Schulen bedeutet das: Hitzeschutz darf nicht vom Zufall, von Einzelinitiativen oder vom guten Willen einzelner Kolleginnen und Kollegen abhängen. Er muss geplant, dokumentiert und umgesetzt werden. Dazu gehören zum Beispiel außen- oder innenliegender Sonnenschutz, Verschattung von Schulhofflächen, Sonnensegel, Markisen, Begrünung, Entsiegelung, wirksame Lüftungskonzepte, Nachtauskühlung, organisatorische Anpassungen, die Reduzierung besonderer Belastungen und technische Nachrüstungen, wo sie erforderlich sind.