Hunderttausende Zigaretten beschlagnahmt

Hunderttausende Zigaretten beschlagnahmt

Zoll, Polizei und Staatsanwaltschaft haben den Zigarettenschmuggel seit Längerem beobachtet. Nun folgt eine Razzia. Die Ermittlungen gehen weiter - und der Schaden könnte steigen.

Ein Blaulicht auf dem Dach eines Fahrzeugs des Zolls

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Ein Blaulicht auf dem Dach eines Fahrzeugs des Zolls. Foto: Christophe Gateau/Archiv

Berlin (dpa/bb) - Zollfahnder und Polizisten haben bei einer Razzia gegen mutmaßliche Zigarettenschmuggler zwölf Wohnungen und Lagerräume in Berlin und Brandenburg durchsucht. Dabei wurden am Dienstag Hunderttausende Zigaretten sichergestellt und ein 31-Jähriger verhaftet, wie das Zollfahndungsamt Berlin-Brandenburg mitteilte. Im Visier der Ermittler steht eine syrisch-libanesische Gruppe wegen des Verdachts der gewerbsmäßigen Steuerhehlerei. Zuvor hatte die «Berliner Morgenpost» darüber berichtet.
Die 31 bis 59 Jahre alten Beschuldigten sollen über einen längeren Zeitraum unversteuerte Zigaretten in einem Lokal im Berliner Bezirk Kreuzberg vertrieben haben. Bei der Razzia wurden laut Behörden die Wohnungen und Lager der drei mutmaßlichen Haupttäter in Berlin durchsucht. Zudem suchten die rund 200 beteiligten Beamten der Gemeinsamen Ermittlungsgruppe Zigarettenhandel Objekte von sieben weiteren Verdächtigen in Henningsdorf (Landkreis Oberhavel), Müncheberg (Landkreis Märkisch-Oderland) und Berlin auf.
Dabei fanden die Fahnder insgesamt etwa 500 000 unversteuerte Zigaretten sowie 200 Kilo Wasserpfeifentabak, mehrere Schreckschusspistolen und rund 110 000 Euro. Zudem stellten die Einsatzkräfte zwei Fahrzeuge sicher, die für die Taten eingesetzt worden sein sollen. Bislang gehen die Ermittler von 300 000 Euro Steuerschaden aus. Dieser wird nach Einschätzung der Behörden aber noch steigen bei der Auswertung der Beweismittel.
Die Beschuldigten waren bereits im März diesen Jahres nach einer anonymen Anzeige ins Visier der Staatsanwaltschaft Berlin und des Zolls geraten. Damals stellten Polizisten bereits 120 000 unversteuerte Zigaretten und 6 Kilo Wasserpfeifentabak sicher. Der Schmuggel sei jedoch weitergegangen, hieß es.
Die Gemeinsamen Ermittlungsgruppe Zigarettenhandel besteht seit 1999 und setzt sich aus Beamten des Zollfahndungsamt Berlin-Brandenburg sowie des Landeskriminalamtes Berlin zusammen. Deren Ziel ist die Bekämpfung des illegalen Zigarettenhandels sowie der zugehörigen Bandenkriminalität.

Quelle: dpa

| Aktualisierung: Dienstag, 27. November 2018 15:20 Uhr

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