Müller: Abschied als Regierender Bürgermeister tut auch weh

Müller: Abschied als Regierender Bürgermeister tut auch weh

Als einschneidendstes Erlebnis seiner Amtszeit hat Berlins Regierender Bürgermeister Michael Müller den islamistischen Terroranschlag auf dem Weihnachtsmarkt genannt.

Berlins Bürgermeister Müller

© dpa

Michael Müller

«Das zu sehen dort, ich war vor Ort, die Toten, die Verletzten, das vergisst man nicht», sagte Müller am Dienstag (07. Dezember 2021) im Sender RBB in einem Interview-Rückblick auf seine sieben Jahre Amtszeit. «Aber auch die letzten beiden Corona-Jahre sind bitter, weil sie die Stadt zurückgeworfen haben.» Es sei schwierig zu sehen, was alles nicht stattfinden und sich nicht entwickeln könne etwa bei Firmen-Ansiedlungen oder im Tourismus.

Müller zum Abschied: «Ja, tut auch mal weh».

Müller räumte ein, dass ihn der Abschied vom Amt schmerze. Er freue sich «wahnsinnig» auf die neue Aufgabe als Bundestagsabgeordneter, «aber ich geb auch zu, dass es Tage gibt, wo es auch mal weh tut, ich bin auch gerne Bürgermeister». Er erlebe Tage, «wo man weiß, man hält jetzt die letzte Begrüßungsrede an dieser Stelle und man wird nächstes Jahr gar nicht mehr eingeladen: ja, tut auch mal weh».

Müller lehnt pauschales Berlin-Bashing ab

Dass manches in der Hauptstadt nicht so gut funktioniere und manche Kritik berechtigt sei, sehe auch er als Berliner so, sagte Müller. «Dass einiges in der Verwaltung besser laufen muss, der ganze Digitalisierungsprozess, da bin ich auch selbstkritisch.» Das pauschale Berlin-Bashing lehne er aber ab. «Zu sagen, in Berlin funktioniert ja nichts und überall woanders ist alles besser. Das ist eben großer Mist. Ich sehe, dass alle Metropolen mit Problemen zu kämpfen haben. (...) Das soll nichts entschuldigen, aber man muss es einordnen.» Nötig sei etwa ein besseres Durchgriffsrecht des Senats gegenüber den Bezirken.

Wahl von Franziska Giffey zur Regierenden Bürgermeisterin kurz vor Weihnachten geplant

Er habe nun eine neue Strategie, sagte Müller: «Das allerschönste ist, dass ich es mir jetzt gönne, wenn ich unterwegs bin, dass ich alles, was mir woanders auffällt, fotografiere, um dann gegenzuhalten.» Es gehe nicht um Häme, aber auch in Berlin müsse man darauf hinweisen, was alles positiv laufe. Müllers Amtszeit im Roten Rathaus endet kurz vor Weihnachten, dann ist die Wahl von Franziska Giffey (SPD) zur Regierenden Bürgermeisterin geplant.

Quelle: dpa

| Aktualisierung: Dienstag, 7. Dezember 2021 11:27 Uhr

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