FAQ Kindergeld und Kinderfreibetrag

Erhalte ich für mein Kind Kindergeld und die Freibeträge für Kinder nebeneinander? Erhalte ich für mein Kind Kindergeld und die Freibeträge für Kinder nebeneinander?

Nein. Im laufenden Jahr wird monatlich das Kindergeld als Steuervergütung gezahlt. Bei der Einkommensteuerveranlagung prüft das Finanzamt von Amts wegen in einer sog. Vergleichsrechnung, ob der Anspruch auf Kindergeld oder die Wirkung der Freibeträge für Kinder günstiger sind. Ist die Auswirkung der Freibeträge für Kinder günstiger als der Anspruch auf Kindergeld, werden bei der Veranlagung zur Einkommensteuer die Kinderfreibeträge abgezogen und der Anspruch auf Kindergeld der tariflichen Einkommensteuer hinzugerechnet.

Wer erhält Kindergeld?

Eine Person mit Wohnsitz in Deutschland ist in der Regel berechtigt, Kindergeld zu erhalten. Ausländische Personen müssen zusätzlich im Besitz einer Aufenthaltsberechtigung oder einer Aufenthaltserlaubnis sein.
Ebenfalls berechtigt sind nicht in Deutschland ansässige Personen, die ihr Einkommen überwiegend aus deutschen Quellen beziehen und auf Antrag als unbeschränkt einkommensteuerpflichtig behandelt werden.

Wie hoch sind die Freibeträge für Kinder und wie hoch ist das Kindergeld?

Der Kinderfreibetrag beträgt ab 2015 2.256 € / ab 2016 2.304 €, bei zusammenveranlagten Ehegatten 4.512 € / 4.608 €. Hinzu kommt ein Freibetrag für den Betreuungs- und Erziehungs- oder Ausbildungsbedarf i.H.v. 1.320 €, bei zusammenveranlagten Ehegatten 2.640 €.
Für ein nicht nach § 1 Abs. 1 oder 2 EStG unbeschränkt einkommensteuerpflichtiges Kind können die vorgenannten Beträge nur abgezogen werden, soweit sie nach den Verhältnissen seines Wohnsitzstaates notwendig und angemessen sind (s. Ländergruppeneinteilung).
Das Kindergeld beträgt ab 2015 monatlich für erste und zweite Kinder jeweils 188 € (2015) 190 € (2016), für dritte Kinder 194 € / 196 € und für das vierte und jedes weitere Kind jeweils 219 € / 221 €.

Für welche Kinder wird grundsätzlich Kindergeld gezahlt bzw. werden Freibeträge berücksichtigt?

Dies gilt für leibliche Kinder, Adoptivkinder und Pflegekinder. Leibliche Kinder werden bei ihren Eltern berücksichtigt, wenn keine andere Person vorrangig anspruchsberechtigt ist.
Unter bestimmten Voraussetzungen kann auch für Stief- und Enkelkinder Kindergeld bzw. ein Freibetrag für Kinder gewährt werden.

Wer ist anspruchsberechtigt?

Leben beide Elternteile und das Kind in einem gemeinsamen Haushalt, bestimmen die Eltern, welcher Elternteil das Kindergeld erhalten soll. Daher ist in diesem Fall die Unterschrift beider Elternteile auf dem Antrag erforderlich. Zivilrechtliche Vereinbarungen über den Bezug des Kindergeldes z. B. bei getrennt lebenden Eltern sind für die Familienkasse unbeachtlich, weil für den Kindergeldanspruch die Haushaltsaufnahme des Kindes maßgebend ist. Kinder des Ehegatten, Pflege- sowie Enkelkinder, die sich auf Dauer im Haushalt eines Antragstellers aufhalten, werden ebenfalls berücksichtigt. Der Wohnsitz des Kindes muss sich in Deutschland oder im EU/EWR-Raum befinden.

Was muss ich tun, um Kindergeld zu erhalten und unter welchen Voraussetzungen wird Kindergeld für ein Kind, daß das 18. Lebensjahr vollendet hat, gezahlt?

Das Kindergeld wird auf schriftlichen Antrag festgesetzt. Bitte stellen Sie diesen Antrag bei der zuständigen Familienkasse, das ist die Familienkasse, in deren Bezirk Sie wohnen. Beschäftigte des öffentlichen Dienstes erfragen ihre Familienkasse beim öffentlichen Arbeitgeber. Fügen Sie dem Antrag bitte eine Ausfertigung der Geburtsurkunde des Kindes bei.

Sofern Anspruch auf eine dem Kindergeld vergleichbare Leistung im Ausland besteht, teilen Sie dies bitte ebenfalls der Familienkasse mit.

Volljährige Kinder bis zur Vollendung des 25. Lebensjahrs werden nur unter bestimmten Voraussetzungen berücksichtigt: wenn

  • sie sich in Ausbildung befinden. Hierzu gehören insbesondere schulische, berufliche und universitäre Ausbildungen.
  • sie sich in einer Übergangszeit von höchstens vier Monaten zwischen zwei Ausbildungsabschnitten befinden,
  • sie einen Ausbildungsplatz suchen,
  • sie einen Arbeitsplatz (bis zum 21. Lebensjahr) suchen,
  • sie ein bestimmtes anerkanntes freiwilliges Jugendprogramm absolvieren oder
  • eine schwere Behinderung des Kindes (Eintritt der Behinderung vor dem 25. Lebensjahr) vorliegt und
  • die Einkünfte und Bezüge 8.004 € nicht übersteigen (gilt bis 2011).

Im Regelfall ist es ausreichend, bei der Familienkasse vor Vollendung des 18. Lebensjahres einen Ausbildungsnachweis und eine Erklärung zur/zum Erstausbildung/Erststudium des Kindes vorzulegen.

Werden Sie von der Familienkasse nicht automatisch erinnert, entsprechende Nachweise vorzulegen, bevor das Kind das 18. Lebensjahr vollendet, stellen Sie bei Vorliegen der besonderen Voraussetzungen bitte einen neuen Antrag bei der Familienkasse.

Gibt es eine Grenze für Einkünfte und Bezüge meines volljährigen Kindes?

Nein. Es werden volljährige Kinder, die noch nicht das 25. Lebensjahr vollendet haben, bis zum Abschluss der erstmaligen Berufsausbildung oder eines Erststudiums ohne weitere Voraussetzung berücksichtigt. Der Abschluss einer erstmaligen Berufsausbildung setzt voraus, dass das Kind einen Beruf im Rahmen eines geordneten Ausbildungsgangs erlernt hat und dieser durch eine Prüfung abgeschlossen worden ist. Der Besuch einer allgemein bildenden Schule gilt folglich nicht bereits als erstmalige Berufsausbildung.
Begünstigt sind somit auch Kinder, die ohne vorhergehende Berufsausbildung eine Erwerbstätigkeit ausüben und sich daneben in Berufsausbildung befinden, weil sie z.B. eine Abendschule besuchen oder an einem Fernstudiengang teilnehmen.
Nach Abschluss einer erstmaligen Berufsausbildung oder eines Erststudiums kommt eine Berücksichtigung von Kindern nach § 32 Abs. 4 Nr. 2 EStG nur noch in Betracht, wenn das Kind keiner Erwerbstätigkeit nachgeht. Unschädlich ist eine Erwerbstätigkeit im Rahmen eines Ausbildungsdienstverhältnisses sowie eine Erwerbstätigkeit mit bis zu 20 Stunden regelmäßiger wöchentlicher Arbeitszeit.

Kann ich für mein volljähriges Kind, das einen Jugend- bzw. Bundesfreiwilligendienst leistet, Kindergeld/Freibetrag für Kinder erhalten?

Ja. Für Kinder, die einen Internationalen Jugendfreiwilligendienst bzw. einen Bundesfreiwilligendienst leisten, besteht seit 3. Mai 2011 ein Anspruch auf Kindergeld/Freibetrag für Kinder.

Wird ab 1. Januar 2016 kein Kindergeld mehr gezahlt, falls die Identifikationsnummern der anspruchsberechtigte Person und des Kindes der Familienkasse nicht mitgeteilt worden sind?

Ab dem 1. Januar 2016 ist Voraussetzung für den Anspruch auf Kindergeld, dass die Identifikationsnummern der anspruchsberechtigte Person und des Kindes schriftlich der Familienkasse mitgeteilt werden. Die IdNrn. können von den Bezugsberechtigten bis Ende 2016 nachgereicht werden. Bereits vor dem Stichtag 01.01.2016 laufende Kindergeldzahlungen werden nicht eingestellt, wenn die IdNrn. bis zum Stichtag noch nicht vorliegen.

Für die (erneute) Mitteilung von verlorenen oder vergessenen IdNrn. ist das Bundeszentralamt für Steuern (BZSt) zuständig. Über das Internetportal des BZSt kann per Eingabeformular die schriftliche Mitteilung der IdNr. beantragt werden.

Zur Kindergeldzahlung ab dem 01.01.2016 ist auf dem Internetportal des BZSt eine Reihe von Fragen und Antworten (FAQ) zusammengestellt.