Partnerschaft für Demokratie in Charlottenburg-Wilmersdorf

Bundesprogramm „Demokratie Leben!“
Bild: Andreas Schickert

Die „Partnerschaft für Demokratie“ Charlottenburg-Wilmersdorf stärkt die Zusammenarbeit aller zivilgesellschaftlichen Akteur*innen im Bezirk. Unser gemeinsames Ziel ist die Entwicklung einer gemeinsamen lokalen Strategie zur Förderung von Vielfalt und der Bekämpfung von Menschenfeindlichkeit. Auf dieser Seite finden Sie Informationen zur „Partnerschaft für Demokratie“, zur Antragsstellung sowie zu den Demokratiekonferenzen.

Im Bundesprogramm „Demokratie Leben!“ (2015-2019) des Bundesministeriums für Familie, Senioren, Frauen und Jugend sind die Partnerschaften für Demokratie erstmals als Instrument verankert. Bundesweit werden über 220 Gebiete gefördert. Charlottenburg-Wilmersdorf ist eine der wenigen „Partnerschaften für Demokratie“ in Berlin, die nicht im Vorgängerprogramm vertreten waren.

Die Ausgestaltung und Umsetzung der Partnerschaft erfolgt im Begleitausschuss. Eine externe Fach- und Koordinierungsstelle ist Erstansprechpartner, koordiniert die Arbeit des Begleitausschusses und leistet fachliche Beratung. Diese wird von einer internen Koordinatorin aus dem Büro des Bezirksbürgermeisters unterstützt. Die bezirklichen Akteur*innen sind von Beginn an eng in die Entwicklung eines Arbeitsplanes der „Partnerschaft für Demokratie“ eingebunden.

Ziele der „Partnerschaft für Demokratie“ sind die

  • Förderung einer vielfältigen Kultur des Zusammenlebens im Fördergebiet,
  • Stärkung des Engagements gegen demokratie- und menschenfeindliche Phänomene wie Rechtsextremismus, Antisemitismus und Rassismus,
  • Erprobung innovativer Beteiligungsansätze und die
  • Bearbeitung lokaler Problemlagen.

Im Rahmen dieser Ziele vernetzt und schult die „Partnerschaft für Demokratie“ lokale Akteur*innen. Zusammen mit diesen Akteur*innen werden neue Ansätze und Projekte entwickelt und getestet. Dafür stehen im Jahr 2018 Gelder für Projektförderungen zur Verfügung, die durch den breit besetzten Begleitausschuss vergeben werden. Vorsitzender des Begleitausschusses ist Bezirksbürgermeister Reinhard Naumann. Ein Anteil der Fördergelder wird selbstverwaltet von Jugendlichen für Jugendliche vergeben.

Durch die „Partnerschaft für Demokratie“ sind unterschiedliche Bevölkerungsgruppen in die Entwicklung der demokratischen Zivilgesellschaft eingebunden. Dazu gehören u.a. Jugendliche, Multiplikator*innen, Politiker*innen, Senior*innen, Religionsgemeinschaften und Migrantenselbstorganisationen.

Bis zu zweimal jährlich finden Demokratiekonferenzen statt, in denen inhaltliche Schwerpunkte und Lösungen für Probleme partizipativ zusammen mit Bürger*innen erarbeitet werden.

Antragsstellung

Jedes Jahr werden durch den Begleitausschuss der „Partnerschaft für Demokratie“ Projektförderungen vergeben. Diese sollen die Ziele der „Partnerschaft für Demokratie“ unterstützen dabei helfen, Projektideen schnell und unbürokratisch umsetzen zu können.

Für das Jahr 2018 können Förderanträge gestellt werden. Dabei gibt es drei Möglichkeiten der Antragsstellung:

1. Aktionsfonds
Im Aktionsfonds können Anträge nur von Trägern gestellt werden, die als juristische Person (z.B. Stiftung oder e.V.) organisiert sind. Falls dem Antrag zugestimmt wird, erhalten die Träger die Förderung per Zuwendungsbescheid direkt vom Bezirksamt.
Der Aktionsfonds fördert alle thematischen Schwerpunkte der “Partnerschaft für Demokratie” in Charlottenburg-Wilmersdorf. Eine maximale Förderhöhe gibt es nicht, allerdings wird der Begleitausschuss bei der Vergabe von Fördergeldern darauf achten, möglichst viele und unterschiedliche Träger zu berücksichtigen.

2. Fonds für Kleinstprojekte
Im Rahmen des Fonds für Kleinstprojekte können auch Privatpersonen sowie Initiativen und Bündnisse ohne feste Organisationsstruktur einen Projektantrag stellen. Die Förderung erfolgt ebenfalls direkt über das Bezirksamt, jedoch ist das Verfahren der Antragsstellung und der Projektdokumentation vereinfacht.
Kleinstprojekte haben eine maximale Förderhöhe von 400 €. Die Fördergelder können nur für Sachmittel ausgegeben werden. Eine Ausnahme bilden Honorarmittel für Coaches und Trainer*innen, die der Qualifizierung ehrenamtlichen Engagements dienen.

3. Jugendfonds
Im Jugendfonds werden Projekte von Jugendlichen für Jugendliche gefördert. Über die Verwendung dieser Gelder entscheidet das Kinder- und Jugendparlament Charlottenburg-Wilmersdorf: Eine gewählte Jugendjury diskutiert über eingegangene Projektvorschläge und stimmt über die Förderung ab.
Die Förderung und Abrechnung der Einzelprojekte erfolgt in einem jugendgerechten Rahmen. Ansprechpartner dafür ist die Schreberjugend Berlin. Sie begleitet die Antragsstellung, Projektdurchführung und –dokumentation.

Bei Fragen und Beratungsbedarf zu Projektideen oder zur Antragsstellung können Sie sich jederzeit an die Koordinierungs- und Fachstelle der Stiftung SPI wenden:

  • Name: Johannes Westphal
  • E-Mail
  • Tel: 030 / 902912516
  • Fax: 030 / 902912515

Fragen und Antworten zur Antragsstellung (FAQs) sowie die Antragsformulare finden Sie hier als PDF:

Informationen zur Antragsstellung 2018

PDF-Dokument (508.7 kB)

Antrag für Organisationen

PDF-Dokument (297.0 kB)

Antrag für Kleinstprojekte

PDF-Dokument (279.8 kB)

Demokratiekonferenzen

Zweimal jährlich finden im Bezirk Demokratiekonferenzen statt, in der inhaltliche Schwerpunkte und Lösungen für Probleme partizipativ zusammen mit Bürger*innen erarbeitet werden.

Zur ersten Demokratiekonferenz 2015 haben sich am 28. Mai über 70 Personen im Haus der Jugend Charlottenburg zusammengefunden. Eine Dokumentation der Veranstaltung finden Sie hier als PDF.

Die zweite Demokratiekonferenz 2015 am 14. Oktober wurde für Schüler*innen der Klassenstufen 9-12 ausgerichtet. In insgesamt acht Workshops setzten sich die Jugendlichen mit verschiedenen Aspekten des Themas “Jugendbeteiligung” auseinander. An der Konferenz nahmen 150 Schüler*innen von 10 Schulen teil. Die Jugendpresse Deutschland war mit einem Redaktionsteam vor Ort und hat eine 16-seitige Zeitung zu der Konferenz veröffentlicht, die Sie hier finden.

Die Demokratiekonferenz 2016 stand unter dem Motto “Haltung zeigen, aber wie? – Kommunikationstraining für demokratische Streitkultur”. Am 12. Oktober trafen sich interessierte Bürger*innen im Jugendclub Halemweg, um zu lernen, wie man in schwierigen Gesprächssituationen handlungsfähig bleibt. Denn Sprüche wie “Ausländer nehmen uns die Arbeitsplätze weg!”, “Alle Schwulen haben AIDS” oder “Muslime sind doch alle Terroristen!” machen erst einmal sprachlos. Die Teilnehmer*innen analysierten menschliches Kommunikationsverhalten und setzten sich mit Beweggründen und Motiven auseinander, die hinter pauschalisierenden und diskriminierenden Sprüchen stecken können. Um ihre Argumentationsfähigkeit zu stärken, eigneten sie sich unterschiedliche Gesprächsstrategien an und lernten, diese je nach Situation bewusst und zielorientiert einzusetzen. Das Training wurde von ausgebildeten Trainer*innen des Vereins „Gegen Vergessen – für Demokratie e.V.“ durchgeführt. Die Arbeitsmaterialien können Sie hier herunterladen.

Die Jugenddemokratiekonferenz 2017 wurde am 22. März durchgeführt, zu der rund 60 Schüler*innen erschienen. Die Schüler*innen beschäftigten sich spielerisch mit der Frage nach den Möglichkeiten politischer Partizipation auf bezirklicher Ebene, indem sie für einen halben Tag während eines Planspiels in die Rollen von unterschiedlichen Interessensvertreter*innen und Kommunalpolitiker*innen schlüpften. Nachmittags identifizierten sie Wünsche für das Zusammenleben in ihrem Bezirk und präsentierten ihre Ideen und politischen Forderungen den Stadträt*innen aus dem Bezirksamt.

Neue Rechte in Westberlin - Register Charlottenburg veröffentlicht neue Studie

Machtergreifung beim Mettbroetchen_Titelbild
Bild: Sozialistische Jugend - Die Falken landesverband (Hrsg.)

Im Rahmen der “Partnerschaft für Demokratie” wurde die Studie “Machtergreifung beim Mettbrötchen – Raumnahme der Neuen Rechten in Westberlin” gefördert. Der zwölfseitigen Broschüre, die im Dezember 2017 erschien, liegt eine Studie der Autoren zugrunde. Sie haben dabei Einzelinterviews geführt, in Onlinemedien recherchiert und Daten der Berliner Register ausgewertet. Es handelt sich um eine der ersten Studien zu Raumnahmeversuchen der Neuen Rechten.

Die Studie steht HIER zum Download bereit oder kann beim Register Charlottenburg-Wilmersdorf bestellt werden.

Aktuelle Termine

Projektaufruf – Fördergelder für demokratisches Engagement in 2018

Sie möchten mit Jugendlichen ein Graffiti-Projekt durchführen, um über jüdisches Leben und Antisemitismus in Deutschland zu diskutieren? In Ihrem Kiez ein Café auf Rädern gründen, um mit Ihren Nachbar*innen über das, was die Menschen im Alltag bewegt, ins Gespräch zu kommen? Die Menschen in Ihrer Umgebung für Sexismus im öffentlichen Raum sensibilisieren und in einem Workshop Gegenstrategien entwerfen? Alle diese Projekte und viele mehr können im Rahmen der „Partnerschaft für Demokratie“ finanziell gefördert werden. Wichtig ist nur, dass die Projekte das demokratische Miteinander im Bezirk stärken. Dazu gehört die Förderung von Demokratie und Vielfalt ebenso wie der Kampf gegen Rechtsextremismus, Rassismus und Menschenfeindlichkeit.

Für gemeinnützige Organisationen stehen auch im folgenden Jahr in einem „Aktionsfonds“ wieder Projektgelder zur Verfügung. Über Anträge aus diesem Fonds stimmt der Begleitausschuss der „Partnerschaft für Demokratie“ ab, dem Bezirksbürgermeister Reinhard Naumann vorsitzt.

Die nächste Frist zur Einreichung von Anträgen ist am 7. August. Anträge müssen vorher mit der Koordinierungs- und Fachstelle der Stiftung SPI abgestimmt und auf ihre Förderfähigkeit hin geprüft werden. In begründeten Fällen kann vor der nächsten Frist eine Entscheidung per Umlaufverfahren angestrebt werden.

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