Denkstein für Dr. Georg Hamburger

Der Denkstein für Dr. Georg Hamburger wurde am 24.8.2010 verlegt.

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Denkstein für Dr. Georg Hamburger
Bild: Wolfgang Knoll
Hier wohnte Dr. Georg Hamburger
  • 10.04.1891
    am 30.06.1943 nach
    Theresienstadt deportiert,
    am 03.08.1944 ermordet
Lebenslauf von Dr. jur. Georg Hamburger
  • 10.04.1891 geboren zu Berlin als zweiter Sohn des Justizrates Dr. Karl Hamburger und seiner Frau Margarethe
  • 1908-1914 Abitur, Jurastudium in Berlin und Bonn, Referendariat, Promotion Dr. jur.
  • 1915-1918 Kriegsdienst
  • 1919 Große Staatsprüfung: Zulassung als Rechtsanwalt
  • 1927 Bestellung zum Notar
  • 1935 aus rassischen Gründen als Notar gestrichen
  • 1938 Berufsverbot, nur noch als „Konsulent“ zur Rechtsberatung für Juden zugelassen
  • 1941 Verpflichtung, den Judenstern zu tragen
  • 30.06.1943 Deportation nach Theresienstadt
  • 03.08.1944 dort umgekommen

Dr. Hamburger war bereits 1896 getauft worden. Er war ein sehr aktiver, theologisch mitarbeitender, interessierter Christ. Trotzdem galt er als „Volljude“ und musste ab September 1941 den Judenstern tragen.
Dass er bis 1938 als Rechtsanwalt und dann noch als „Konsulent“ arbeiten durfte, hat wohl auch ihn, wie viele seiner Leidensgenossen, die Gefahr nicht richtig erkennen lassen. Als er sich 1940/41 um Emigration bemühte, war es zu spät. In der Dahlemer Gemeinde ließ er sich als Laientheologe ausbilden und für den Dienst in der bevorstehenden „Evakuierung“ ordinieren. Er beteiligte sich an den sehr intensiven Gesprächen um „Freitod“, die „Evakuierung als von Gott gegebenes Schicksal hinzunehmen?“ oder ein Überleben im Untergrund zu organisieren. Er starb an Entbehrung und Tuberkulose in Theresienstadt.
Am 24. August 2010 wurde für Dr. Georg Hamburger in der Eisenzahnstraße 6 ein Denkstein verlegt. Das Wohnhaus wurde im Krieg zerstört, auf dem Grundstück befindet sich ein Kinderspielplatz.