Stolpersteine Carmerstraße 10

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Hausansicht Carmerstr. 10, 05.04.11
Bild: BA CW, Plewa

Vor dem Haus Carmerstraße 10 wurden am 17.3.2011 für Charlotte und Elsbeth Friedlaender zwei Stolpersteine verlegt.
Der zum Gedenken an Charlotte Friedlaender wurde gespendet von der Familie Magnani von Petersdorff (Berlin), der an Elsbeth Friedlaender von Fürst & Iven, autorenbuchhandlung berlin (Berlin), die sich in diesem Haus befindet.

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Stolperstein für Charlotte Friedländer
Bild: BA CW, Plewa

HIER WOHNTE
CHARLOTTE
FRIEDLAENDER
JG. 1885
DEPORTIERT 14.11.1941
ERMORDET IN
MINSK

Charlotte Friedlaender ist am 8. April 1885 in Berlin geboren. Sie war die ältere Schwester von Elsbeth Friedlaender, die am 4. Dezember 1889 in Berlin geboren wurde. Beide waren unverheiratet und wohnten zusammen in Charlottenburg nahe des Savignyplatzes in der Carmerstraße 10. Im Adressbuch 1939 stand eine Frau bzw. ein „Frl.“ namens L. Friedländer ohne nähere Angaben, seit 1917 eine verwitwete Clara Friedländer mit dem Zusatz „Just. Rat“, bis 1916 der Justizrat Friedrich Samuel Friedländer, der wohl in jenem Jahr gestorben ist und vielleicht der Vater der beiden Schwestern war. Über das Schicksal von Clara und L. ist ebenso nichts bekannt wie über das Leben von Charlotte und Elsbeth Friedlaender.

Am 14. November 1941 mussten die Schwestern ein von der Gestapo in der ehemaligen Synagoge Levetzowstraße eingerichtetes Sammellager aufsuchen, was zweifellos eine besondere Erniedrigung war. Sie mussten dann zu Fuß in einem scharf bewachten langen Zug von etwa 1000 Menschen zum Bahnhof Grunewald marschieren. Dort wurden sie in einen Waggon getrieben, der mit insgesamt 429 Menschen der nach Minsk in Weißrussland fuhr. In Minsk sind sie erschossen worden.

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Stolperstein für Elsbeth Friedländer
Bild: BA CW, Plewa

HIER WOHNTE
ELSBETH
FRIEDLAENDER
JG. 1889
DEPORTIERT 14.11.1941
ERMORDET IN
MINSK

Elsbeth Friedlaender am 4. Dezember 1889 in Berlin geboren. Sie war die jüngere Schwester von Charlotte Friedlaender, die am 8. April 1885 in Berlin geboren wurde. Beide waren nicht verheiratet. Sie wohnten zusammen in Charlottenburg nahe des Savignyplatzes in der Carmerstraße 10. Im Adressbuch 1939 stand eine Frau namens L. Friedländer ohne nähere Angaben. Über das Leben von Charlotte und Elsbeth Friedlaender und ihre Berufe ist nichts herauszufinden.

Charlotte und Elsbeth Friedlaender wurden in die Sammelstelle für zur Deportation bestimmte Jüdinnen und Juden geschafft und am 14. November 1941 in einem Eisenbahnzug, von dem sie das Ziel nicht kannten, nach Minsk in Weißrussland deportiert. Dort sind sie beide erschossen worden.

Siehe auch den Bericht von der Verlegung

Text: Stolpersteine-Initiative Charlottenburg-Wilmersdorf