Stolpersteine Jenaer Straße 18

Link zu: Hauseingang Jenaer Str. 18, 27.07.2011
Hauseingang Jenaer Str. 18, 27.07.2011
Bild: BA CW, Held

Die Stolpersteine für Leo, Charlotte und Werner Moser wurden am 29.11.2005 verlegt.

Die Stolpersteine zum Gedenken an Hugo und Erna Exiner wurden von den Enkeln Michael Jacobsohn mit seiner Frau Rosemarie (USA), Ben Jacobsohn (USA) und Dan Exiner (Israel) mit ihren Familien sowie Ruth Exiner (Israel) gewünscht. Sie sind am 21.3.2014 verlegt worden.

Bildvergrößerung: Stolperstein für Leo Moser, 27.07.2011
Stolperstein für Leo Moser, 27.07.2011
Bild: BA CW, Held

HIER WOHNTE
LEO MOSER
JG. 1892
DEPORTIERT 1943
THERESIENSTADT
ERMORDET 1944 IN
AUSCHWITZ

Leo Moser
Leo Moser
Bild: privat

Leo Moser (Lio Mozer) ist am 22. Juni 1892 in Bromberg (Bydgosz) geboren. Er war der Sohn von Isidor Moses und Hedwig Moser, die auf Jiddisch Mozer hießen. Mit der Geburt der Tochter Eveline 1923, die überlebte, und des Sohnes Werner 1929 ließ sich die Familie in Berlin nieder. Im Adressbuch trug sich Leo Moser mit dem Zusatz „Kaufmann“ ein.

Mosers hatten in der Jenaer Straße 18, wo sie wohnten, eine Untermieterin: Therese Cohn geb. Tilles, geboren am 8. Juli 1887 Leipzig, die am 14. November 1941 in das Ghetto von Minsk (Weißrussland) und dort ermordet. Alle vier waren vor ihrem Abtransport kurzfristig in die Nassauische Straße 5 umquartiert worden.

1949 reichte die Tochter Eveline Kuelkens geb. Moser, die damals in München lebte, bei der Holocaust-Gedenkstätte Yad Vashem in Jerusalem für ihre Eltern ein Gedenkblatt ein. Zwischen 1955 und 1959 stellte sie dann, mittlerweile aus Bielefeld, beim Entschädigungsamt in Berlin Wiedergutmachungsanträge für Bankguthaben, Wertpapiere, Gold, Silber, Schmuck, Pelze, elektrische oder optische Geräte und Hausrat sowie für einen Grundstücksanteil.

Link zu: Stolperstein für Charlotte Moser, 27.07.2011
Stolperstein für Charlotte Moser, 27.07.2011
Bild: BA CW, Held

HIER WOHNTE
CHARLOTTE MOSER
GEB. HENSCHEL
JG. 1902
DEPORTIERT 1943
THERESIENSTADT
ERMORDET 1944 IN
AUSCHWITZ

Charlotte Moser
Charlotte Moser
Bild: privat

Charlotte Moser geb. Henschel ist am 12. Juli 1902 in Berlin geboren. Ihre Eltern hießen Heinrich und Henriette. Verheiratet war sie mit dem Kaufmann Leo Moser aus Bromberg (Bydgosz). Nach späteren Angaben ihrer überlebenden Tochter Eveline, die 1923 geboren wurde, war die Familie wohl begütert. Alle wohnten in der Jenaer Straße 18. 1929 wurde ein Sohn Werner geboren, der im Alter von 13 Jahren mit seinen Eltern deportiert wurde. Ob es weitere Geschwister gab, ist nicht bekannt. Charlotte Moser wurde am 28. Mai 1943 zunächst ins Ghetto Theresienstadt deportiert und von dort mit Mann und Sohn nach Auschwitz. Dort ist sie nach der Ankunft ermordet worden. Die Tochter Eveline beantragte später finanziellen Ausgleich für die materiellen Verluste.

Link zu: Stolperstein für Werner Moser, 27.07.2011
Stolperstein für Werner Moser, 27.07.2011
Bild: BA CW, Held

HIER WOHNTE
WERNER MOSER
JG. 1929
DEPORTIERT 1943
THERESIENSTADT
ERMORDET 1944 IN
AUSCHWITZ

Werner Moser
Werner Moser
Bild: privat

Werner Moser war der Sohn von Leo (geboren 1892) und Charlotte (geboren 1902) Moser und kam am 11. Dezember 1929 Berlin zur Welt. Er wohnte mit seinen Eltern in der Jenaer Straße 18. Zusammen wurde die Familie am 28. Mai 1943 nach Theresienstadt deportiert, wo sich ein Konzentrationslager befand, das von den Nationalsozialisten auch als Durchgangslager verwendet wurde, und von dort am 4. Oktober 1944 nach Auschwitz weiter deportiert. Dort wurde Werner Moser wie auch Vater Leo und Mutter Charlotte ums Leben gebracht. Seine ältere Schwester Eveline (geboren 1923) hat nach dem Zweiten Weltkrieg ein Gedenkblatt für ihn verfasst und bei der Holocaust-Gedenkstätte Yad Vashem in Jerusalem hinterlegt.

Text: Stolpersteine-Initiative Charlottenburg-Wilmersdorf.
Quellen: Bundesarchiv, Theresienstadt-Archiv, Yad Vashem Archiv Jerusalem, Entschädigungsamt Berlin.

Link zu: Stolperstein Erna Exiner, 2014
Stolperstein Erna Exiner, 2014
Bild: Stolpersteine-Initiative CW, Hupka

HIER WOHNTE
ERNA EXINER
GEB. WOLFF
JG. 1888
DEPORTIERT 26.2.1943
ERMORDET IN
AUSCHWITZ

Bildvergrößerung: Ehepaar Exiner
Ehepaar Exiner
Bild: Privatbesitz

Erna Exiner geb. Wolff wurde geboren am 29. Januar 1888 in Berlin. Mit ihrem Mann Hugo wohnte sie in der Jenaer Straße 18. Sie hatte zwei Kinder, Herbert und Gerda. Gerda Exiner musste 1939 aus Berlin nach London flüchten und ihre Eltern zurücklassen. Ihr wurde dabei geholfen von der angeheirateten Grete Exiner-Hartmann, die von 1933 im Berliner Büro der Palestine & Orient Lloyd GmbH tätig war, und schon 1938, als das Büro aufgelöst wurde, zur Flucht gezwungen worden war. Gerdas Bruder Herbert konnte vorher in den 1930 er Jahren nach Haifa (Israel) flüchten, wo er sein Studium mit dem Dr. med. beendete und sich Yehuda nannte.

Erna und Hugo Exiner wurden zusammen am 26. Februar 1943 vom Berliner Güterbahnhof Moabit mit 913 Menschen in das 570 Kilometer entfernte Konzentrationslager Auschwitz deportiert und in den Gaskammern von Birkenau ermordet.

Link zu: Stolperstein Hugo Exiner, 2014
Stolperstein Hugo Exiner, 2014
Bild: Stolpersteine-Initiative CW, Hupka

HIER WOHNTE
HUGO EXINER
JG. 1878
DEPORTIERT 26.2.1943
ERMORDET IN
AUSCHWITZ

Bildvergrößerung: Hugo Exiner, August 1914
Hugo Exiner, August 1914
Bild: Privatbesitz

Hugo Exiner, der Ehemann von Erna Exiner, wurde geboren am 18. April 1878 in Militsch (Schlesien). Im Adressbuch war er als Kaufmann eingetragen.

Deportiert wurde er am 26. Februar 1943 vom Güterbahnhof Moabit nach Auschwitz. Dort ist er wie auch seine Frau Erna ermordet worden.

Ein Enkelsohn, Michael Jacobsohn, lebt in New York und ist unabhängiger Filmemacher. Ein anderer Enkelsohn, Ben Jacobsohn, lebt mit seiner Familie ebenfalls New York. Dan und Ruth Exiner leben in Haifa (Israel).

Text: Rosemarie Jacobsohn

Erna Exiner (born Wolff ) was born on 29 January 1888 in Berlin. Hugo Exiner, the husband of Erna, was born on 18 April 1878 in Militsch (Silesia).
Mr. & Mrs. Hugo Exiner had two children, a boy named Herbert and a
girl named Gerda. ( Gerdas’ future husband, Ernst Jacobsohn, also lost his entire
family, parents, aunts and brother in concentration camps.)

With her husband Hugo, she lived in Jenaer Straße 18.
Grete Exiner-Hartmann, a close good relative through marriage,
who due to working in the Berlin office of Palestine & Orient, Lloyd
GmbH from 1933, was able to help Gerda Exiner escape in 1939 to London, UK.

(Dr. Yehuda) Herbert Exiner, brother of Gerda Exiner, was able to
escape Germany earlier in 1930s and make it to Haifa, Israel, and then complete studies to become a doctor of medicine.
In 1939, daughter Gerda Exiner had then to escape from Berlin and
leave her parents behind.

Erna and Hugo Exiner were deported together on 26 February 1943
from the Berlin freight station Moabit with 913 people to the Auschwitz concentration camp at 570 kilometers away and murdered in the gas chambers of Birkenau.
There are three grandsons and one grandaughter named Ruth Exiner.
Living in New York, USA, Michael Jacobsohn, married to Rosemarie, lives in New York and is an independent filmmaker. Ben Jacobsohn, married, with two children, also living on Long Island, New York. Ruth Exiner, living in Haifa, Israel. Dan Exiner, living in Haifa, Israel, with two daughters.

Text by Rosemarie Jacobsohn