Orthodoxe Synagoge

Orthodoxe Synagoge 1972, Foto: Landesarchiv Berlin
Orthodoxe Synagoge 1972, Foto: Landesarchiv Berlin Bild: Landesarchiv Berlin

Baudenkmal
1901 baute Siegfried Kuznitzky das Quergebäude im Hof für die jüdische Loge B’nai B’rith (Bne Briss) historisierend mit Stilelementen der Renaissance und des Barock. 1925 wurde eine jüdische Volksschule eingerichtet. 1935 begründete der Bildungsverein der Jüdischen Reformgemeinde hier die Joseph-Lehmann-Schule, um den aus den deutschen Schulen ausgeschlossenen jüdischen Kindern Schulunterricht geben zu können. Außerdem befand sich hier die Private Handelsschule der Jüdischen Gemeinde und die Holdheim-Schule, die 1936 in die Nürnberger Straße 66 umzog. 1938 wurde das Quergebäude für den Gottesdienst der Liberalen und der Reformgemeinde umgebaut.

Orthodoxe Synagoge 1983, Foto: Landesarchiv Berlin
Orthodoxe Synagoge 1983, Foto: Landesarchiv Berlin Bild: Landesarchiv Berlin

Der Betraum wurde nach 1945 wieder genutzt und 1955 renoviert. 1960 gab man ihn zugunsten des ehemaligen großen Logensaals im Erdgeschoss auf, der als Synagoge nach orthodoxem Ritus für 300 Personen eingerichtet wurde. Im Souterrain wurde ein rituelles Tauchbad eingebaut. Nach dem Bau der Mauer 1961 bezogen verschiedene Niederlassungen von jüdischen Organisationen das Haus, darunter der jüdische Nationalfonds und die Women’s International Zionist Organisation WIZO. Außerdem waren hier die Sozialabteilung, die Kultusverwaltung, die Büros der Rabbiner und das Jugendzentrum der Jüdischen Gemeinde untergebracht.
Im Erdgeschoss des Vorderhauses bietet die Literaturhandlung eine Auswahl an historischen, kulturhistorischen, theologischen und liturgischen Judaica in deutscher und englischer Sprache an.

Orthodoxe Synagoge 1959, Foto: Landesarchiv Berlin
Orthodoxe Synagoge 1959, Foto: Landesarchiv Berlin Bild: Landesarchiv