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Mahnmal zum Terroranschlag zeigt goldenen Riss im Boden

Es war eine schwierige Aufgabe. Das angemessene Gedenken an die Terroropfer in Berlin sollte sichtbar sein - aber nicht zu pompös. Nun fiel die Entscheidung.
Mahnmal für die Terroropfer vom Breitscheidplatz
Der Entwurf des Designerbüros Merz Merz GmbH & Co. KG sieht vor, dass der Riss einen Teil des Bodens auf dem Breitscheidplatz durchzieht und mit einer goldfarbenen Legierung aufgefüllt wird. © dpa

Ein goldener Riss im Boden Berlins soll künftig an die Todesopfer des islamistischen Terroranschlags auf dem Weihnachtsmarkt erinnern. Die Entscheidung einer Jury für diesen Vorschlag fiel am 12. September 2017, wie der Senat mitteilte. Der Entwurf des Designerbüros Merz Merz GmbH & Co. KG sieht vor, dass der Riss einen Teil des Bodens auf dem Breitscheidplatz durchzieht und mit einer goldfarbenen Legierung aufgefüllt wird. Die Namen der Todesopfer und ihre Herkunftsländer sollen auf der Vorderseite der Stufen vor der Kaiser-Wilhelm-Gedächtnis-Kirche stehen.

Bei dem Anschlag starben 11 Menschen, 60 wurden verletzt

Dort tötete der tunesische Terrorist Anis Amri mit einem Lastwagen am 19. Dezember 2016 elf Menschen und verletzte mehr als 60. Zuvor hatte er den polnischen Fahrer des Lasters getötet.

Zwischen sieben Einreichungen überlegte die Jury

Die Jury traf ihre Wahl unter sieben eingereichten Vorschlägen. Am Jahrestag des Anschlags soll das Mahnmal eingeweiht werden. Der Bau soll jetzt schnell beginnen. Direkt an der Kirche hatte sich nach dem Anschlag ein Gedenkort gebildet, wo bis heute Blumen liegen und Kerzen stehen. Das Mahnmal wird sich damit zum Teil auch auf dem Kirchengrundstück befinden.

Inschrift steht schon länger fest

Die Inschrift steht schon länger fest: «Zur Erinnerung an die Opfer des Terroranschlags auf dem Weihnachtsmarkt am 19. Dezember 2016. Für ein friedliches Miteinander aller Menschen. In dieser Nacht starben:» Dann folgen die Namen.

Denkmal soll insgesamt nicht mehr als 100 000 Euro kosten

Das Mahnmal soll inklusive des Künstlerhonorars und der Herstellung höchstens 100 000 Euro kosten. Die Jury bestand aus sechs Experten aus den Bereichen Architektur, Design und Gestaltung sowie fünf Vertretern der Politik und der Gedächtniskirche. Zudem gab es mehrere Sachverständige, zu denen auch drei der Hinterbliebenen der Opfer gehörten.

Die anderen Einreichungen sind in einer Ausstellung zu sehen

Auf den zweiten Platz setzte die Jury einen Entwurf der Designer Braun Engels Gestaltung: ein großes Blatt aus Edelstahl, das auf die Stufen vor der Kirche fällt und mit den Namen der Opfer beschrieben ist. Alle sieben eingereichten Entwürfe können im Rahmen einer Ausstellung vom 16. bis 25. Oktober im Berliner Rathaus besichtigt werden.

Appell des Gedenkortes: das friedliche Mieteinander der Menschen

Berlins Regierender Bürgermeister Michael Müller (SPD) betonte: «Uns war wichtig, dass dieser Ort ein würdiges Gedenken ermöglicht, bei dem die Opfer im Zentrum stehen. Das leistet der vom Preisgericht zur Realisierung empfohlene Entwurf. Zugleich weist die Botschaft des Gedenkorts, wie ihn der Entwurf gestaltet, mit dem Appell an das Miteinander der Menschen in die Zukunft.»

Gedenkort zwischen Gedenktafel und Installation

Müller hatte zuvor eine Arbeitsgruppe eingesetzt, die sich mit der Gestaltung des Mahnmals beschäftigte und den Wettbewerb für die sieben eingeladenen Künstler ausschrieb. Die Vorgabe war ein zurückhaltendes Gedenkzeichen, das deutlicher als nur eine Gedenktafel an die Opfer erinnert - anderseits aber nicht so groß sein sollte wie eine Kunstinstallation.

Hinterbliebenen beklagten sich über mangelnde Betreuung nach Anschlag

Nach dem Anschlag hatten sich Verwandte von Todesopfern und Verletzte bitter beklagt, dass sie von den Behörden allein gelassen worden seien. Der Senat hatte kürzlich Versäumnisse eingeräumt. Die Innenminister der Länder wollen künftig die Betreuung von Opfern deutlich verbessern.

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Quelle: dpa
Aktualisierung: 13. September 2017

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