Union Berlin sucht Leichtigkeit im Abstiegskampf

Union Berlin sucht Leichtigkeit im Abstiegskampf

Die Leier von der trostlosen Geisterkulisse und der fehlenden Unterstützung der eigenen Fans kann Urs Fischer nicht mehr hören. Im für den 1. FC Union Berlin plötzlich wieder hochbrisanten Abstiegskampf erwartet der Trainer vielmehr eine Trotzreaktion seiner Mannschaft. Am besten gleich in der Partie gegen den ebenfalls um den Verbleib in der Fußball-Bundesliga ringenden FSV Mainz 05 am Mittwoch (20.30 Uhr/Sky) im Stadion An der Alten Försterei.

Trainer Urs Fischer kommt ins Stadion

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Union Berlins Trainer Urs Fischer kommt ins Stadion.

Das bittere 0:4 im Stadtduell bei der hoch überlegenen Hertha analysierte der Schweizer noch am Wochenende mit seiner Mannschaft. Das Fazit: «Ich erwarte in erster Linie eine Antwort. Ich stelle mir eine Antwort darunter vor, dass man die Niederlage verarbeitet und wieder bereit ist, für die nächste Aufgabe», sagte Fischer.
Dass auch gegen die Rheinhessen das geliebte Heimstadion wieder leer sein und die mythische Stimmung in Köpenick fehlen wird, darf bei den Eisernen keine Rolle spielen, meinte der aufgekratzt wirkende Fischer. Alibi-Denken sei jetzt tabu. «Wir können es jetzt noch sieben Mal erwähnen, aber es wird keine Unterstützung der Fans geben. Wir müssen uns selber pushen. Wir müssen uns selber aus dem Dreck ziehen, wenn wir fallen», sagte Fischer.
Gegen die Hertha blieb Union auch im zweiten Spiel nach der Corona-Pause ohne Punkt und Tor. Fast trotzig hatte Fischer auch gleich nach dem Spiel auf die schon vor der Unterbrechung erreichten 30 Punkte hingewiesen: «Ich meine, unser Ziel können wir immer noch erreichen. Es gilt, alles dran zu setzen, dafür zu arbeiten», sagte der 54-Jährige.
Die große Frage bei den Köpenickern ist, wo die Leichtigkeit der Vor-Corona-Zeit geblieben ist. Gegen die Bayern (0:2) akzeptierte man die Überlegenheit des Kontrahenten. Gegen die Hertha reichte es nur für 45 Minuten robusten Widerstand. «Nach dem ersten Gegentor haben wir komplett den Kopf verloren», bemängelte Fischer.
Die Gelegenheit für eine schnelle Wiedergutmachung ist gegen Mainz als einen Kontrahenten aus der eigenen Tabellenregion günstig, aber auch dringend notwendig. «Ich werde mir das Spiel genau anschauen und etwas vorbereiten, um den Jungs zu helfen», versprach Fischer Aufbauarbeit. Ob der gegen Hertha angeschlagen fehlende Christopher Lenz gegen Mainz wieder spielen kann, ließ Fischer offen.
Einen mentalen Leistungsabfall wollte auch Mittelfeldmann Grischa Prömel trotz der miserablen zweiten Halbzeit nicht erkennen. «Natürlich sind wir selbstbewusst. Uns ging es die ganze Zeit nur um den Klassenerhalt, das ist nach dem Spiel nicht anders», sagte er.
Das Bundesliga-Restprogramm macht den Unionern durchaus Hoffnung. Nach Mainz kommen auch noch die in noch größerer Abstiegsgefahr schwebenden Teams des SC Paderborn und Fortuna Düsseldorf im Juni in die - wenn auch leere - Alte Försterei.

Quelle: dpa

| Aktualisierung: Sonntag, 24. Mai 2020 12:42 Uhr

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