Bobic verteidigt volles Derby-Stadion

Bobic verteidigt volles Derby-Stadion

Pal Dardai musste sich ganz schön gedulden. Eine Frage durfte der Trainer von Hertha BSC zum großen Kampf im Derby bei Union Berlin beantworten.

Fredi Bobic

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Herthas Geschäftsführer Fredi Bobic hebt den Daumen.

«Es wird ein Fight», sagte der Ungar zu seinen Erwartungen an das brisante Hauptstadt-Spiel am Samstag (18.30 Uhr/Sky) in Köpenick. Dann war erstmal nur noch Fredi Bobic an der Reihe. Volles Stadion trotz Corona-Höchststand? Sicherheit bei großer Fan-Rivalität? Die Themen abseits des Sportlichen sind vor dem einzigen Stadt-Duell in der Fußball-Bundesliga einfach erdrückend.
Also saß auch Dardai in seinem Hertha-Kapuzenpulli mit den Händen auf seinem nach eigener Aussage «dicken Bauch» und lauschte den Worten von Geschäftsführer Bobic. Der 50-Jährige hatte eine klare Meinung zu den brisanten Themen. Erstmals Vollauslastung des Stadions des Lokalrivanen in der Pandemie-Zeit, trotz rasant steigender Corona-Zahlen? «Das war in den Gesprächen einhellige Meinung, dass man das so machen kann», berichtete Bobic aus den Verhandlungen mit dem Berliner Senat in dieser Woche.
«Man kann diskutieren, ist es richtig, ist es nicht richtig. Wir haben Vorgaben, und an die halten wir uns», sagte Bobic bei der Hertha-Pressekonferenz. Gleichzeitig bekräftigte der Ex-Profi erneut seine Haltung, dass es unabdingbar sei, sich impfen und auch boostern zu lassen. «Dann könnten wir wieder in ein normales Leben gehen.»
Der Berliner Senat hatte am Dienstag eine Vollauslastung des Stadions in Köpenick mit 22.012 Zuschauern erlaubt. Fans müssen laut 2G-Regel geimpft oder genesen sein und sollen sich vor dem Spiel möglichst noch selbst testen. Im Hertha-Team würden Anfang kommender Woche zwei weitere bislang skeptische Spieler geimpft, man nähere sich der 100-Prozent-Marke.
Bobic bestätigte, dass die Hertha für ihr nächstes Heimspiel gegen den FC Augsburg am 27. November ebenfalls eine Vollauslastung des Olympiastadions beantragt habe. Allerdings werden dann ohnehin deutlich weniger als die möglichen rund 74.000 Fans erwartet.
Immerhin: Da die Ultras beider Clubs wegen der 2G-Regel das Derby boykottieren, ist mit Fan-Krawallen im Stadion wie beim letzten Stadt-Duell mit Fans im November 2019 nicht zu rechnen. Bobic glaubt nicht, «dass da was Gefährliches dabei ist». «Auch die Fans freuen sich, mal in einem vollen Stadion zu sein», meinte er.
Und sportlich: Dardai kann möglicherweise doch mit Stevan Jovetic planen. Der Offensivmann wurde am Donnerstag nach einem negativen Corona-Test aus Montenegro zurück in der Hauptstadt erwartet. Der 32-Jährige war in der Vorwoche trotz Impfung bei seinem Fußball-Nationalteam positiv getestet worden. Ob Jovetic spielen kann, muss noch in kardiologischen Untersuchungen geklärt werden.
Kleine Derby-Sticheleien konnte sich Dardai - als er dann zu den klassischen Fußball-Themen gefragt war - nicht verkneifen. Natürlich sei der Aufschwung bei Union (Tabellen-8.) bewundernswert. Aber in der Gesamthistorie sei die Hertha (Tabellen-13.) das Berliner Fußball-Maß. «Wir sind noch eine Nase vorn. Zur jetztigen Situation, Glückwunsch», sagte Dardai. Aber: «Wir sind auf einem guten Weg.»

Quelle: dpa

| Aktualisierung: Donnerstag, 18. November 2021 15:15 Uhr

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