Sonderstellung in Kunstrasen-Debatte

Sonderstellung in Kunstrasen-Debatte

Der Berliner Fußball-Verband (BFV) sieht sich im Falle einer Übergangszeit für das mögliche Aus von Kunstrasenplätzen mit Plastik-Granulat in einer Sonderstellung.

Kunstrasen

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Zwei Fußballer auf einem Kunstrasenplatz auf. Foto: Marc Tirl/Archiv

«380 von 381 Kunstrasenplätzen sind in Berlin den Bezirken unterstellt. Diese werden in einem Zeitraum von sieben bis zehn Jahren ausgetauscht», sagte Jendrik Gundlach, BFV-Präsidialmitglied Sportinfrastruktur, Sportstätten und Vereinsberatung, der Deutschen Presse-Agentur. Offen ist, wie viele Plätze in Berlin mit Plastik-Granulat oder anderem Material befüllt sind.
Dies könne erst nach einer Bestandsaufnahme beziffert werden, die vor einiger Zeit bei den Bezirken angefragt wurde. «Es kann sein, dass je nach Beschaffenheit des Platzes und dessen Verfüllung viele Plätze gar nicht betroffen sind oder in die Zeit des Austauschs fallen. Das wäre eine komfortable Situation», sagte Gundlach. «Es kann aber auch sein, dass die meisten Plätze vom EU-Verbot betroffen wären. Das wäre dann nicht nur aus finanzieller Hinsicht schlecht, sondern könnte auch den Spielbetrieb behindern.»

Mikroplastik-Granulat als Füllmaterial für Kunstrasen

Der Austausch der Kunstrasenplätze falle im besten Fall in eine Übergangszeit, so dass keine Mehrkosten entstehen und die Vereine ihren Trainings- und Spielbetrieb vorerst bei einem anderen Verein betreiben können. «Dieser Platztausch ist normal», sagte Gundlach.
Die Europäische Kommission will sogenanntes Mikroplastik verringern, weil dieses umweltschädlich sei. Die Europäische Chemikalienagentur (ECHA) führt in diesem Zusammenhang öffentliche Befragungen durch, welche Auswirkungen es hätte, wenn weniger Mikroplastik-Granulat eingesetzt würde. Dieses wird als Füllmaterial für Kunstrasen auf Fußballplätzen genutzt. Sollte es zu einem Verbot kommen, setzt sich der Deutsche Fußball-Bund (DFB) für einen Bestandsschutz für derzeit genutzte Spielflächen ein. Die EU-Kommission betonte zuletzt, dass eine Bestimmung auch Übergangszeiten beinhalten könnte.

Verband fordert lange Übergangszeiten

In Brandenburg gibt es nach Angaben des Landesverbands FLB 119 für den Spielbetrieb zugelassene Kunstrasenplätze, dazu kommen 100 Mini-Spielfelder. Inhaltlich verwies der Verband auf ein Statement von Erwin Bugar, DFB-Vizepräsident für Sportstätten. «Möglichst lange Übergangszeiten sind im Sinne hunderttausender Amateurfußballer und -fußballerinnen unerlässlich, um den Sportbetrieb nicht zu gefährden», sagte dieser.
Olympiastadion in Berlin
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Quelle: dpa

| Aktualisierung: Donnerstag, 25. Juli 2019 07:06 Uhr

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