Vor dem Start des Berliner Sechstagerennens

Vor dem Start des Berliner Sechstagerennens

Das Berliner Sechstagerennen sucht die Balance zwischen Tradition und Moderne. Am Donnerstag beginnt die 108. Rundenhatz und soll den Aufwärtstrend der vergangenen Jahre fortsetzen.

Berliner Sechstagrennen

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Radsportler fahren in einem Rahmenwettbewerb des Berliner Radsport-Verbandes beim Sechstagerennens im Velodrom.

Das Sechstagerennen gehört zu Berlin wie die Currywurst. Schon seit 1909 drehen die Radprofis ihre Runden in der Hauptstadt – erst in der Ausstellungshalle am Zoo, später im legendären Sportpalast und der Deutschlandhalle. Seit 1997 sind sie im Velodrom an der Landsberger Allee zu Gast. In diesem Jahr sind die Berliner Weltmeister und Lokalmatadoren Roger Kluge und Theo Reinhardt ab Donnerstag die großen Favoriten.

Nach Jahren der Stagnation sind die Six Days im leichten Aufwärtstrend

Seit 2016 führt die Madison Sports Group aus London das Zepter und hat das angestaubte Image aufpoliert. Viele Jahre habe sich nichts geändert – «inklusive der Rechtschreibfehler im Programm», sagte Andreas Müller. Der Berliner Profi ist seit 2001 jedes Mal dabei, 2019 zum 19. Mal. «Die neuen Veranstalter haben das Programm weiterentwickelt. Ich denke, Berlin ist wieder auf einem guten Weg», erklärte Müller.

Six-Day-Vorverkauf läuft gut

«Wir haben etwas Zeit gebraucht, um Vertrauen aufzubauen», sagte Valts Miltovics. Der Lette ist seit 2016 Geschäftsführer der Six Day. «Wir mussten die Balance finden zwischen Erneuerung und Modernisierung, auf der anderen Seite Bewahrung und Respekt vor der großen Tradition», erklärte der 39-Jährige im Gespräch der Deutschen Presse-Agentur. Die Zahlen deuten an, dass das Konzept greift. «Wir haben mehr Sponsoren, der Vorverkauf läuft besser», sagte Miltovics. Mit 55.000 Zuschauern kalkuliert er im 1,3-Milionen-Etat.

Berliner Sechstagerennen ist jetzt Teil einer Rennserie

Für James Durbin, CEO der Madison Sports Group, ist die Internationalisierung des Sports der Schlüssel des Erfolgs. Seit der Übernahme der Berliner Veranstaltung ist sie Bestandteil einer Rennserie. «Die Serie erzählt über einen längeren Zeitraum eine Story», sagte der Australier, der zuvor erfolgreich im Rugby und Cricket gearbeitet hat. Nach London – dort wurden die Six Day nach 35 Jahren Pause 2015 erfolgreich wiederbelebt - ist Berlin die zweite Station 2018/19. Es folgen Kopenhagen und die neuen Standorte Melbourne und Brisbane in Australien sowie Manchester.

Durbin möchte einen zweiten Standort in Deutschland aufbauen

In Deutschland sind nach dem Aus der Veranstaltungen in München, Stuttgart oder Dortmund nur noch die Sechstagerennen in Bremen und Berlin übrig geblieben. «Europa ist das Herz der Serie – und Deutschland hat mehr Platz als für zwei Rennen», erklärte Durbin. Miltovics wird sogar noch konkreter: «Ziel ist es, in der Saison 2021/22 einen zweiten deutschen Standort zu haben - mit einem neuen Event an einem Traditionsstandort».

Bei sechs Rennen soll es nicht bleiben

«Wir wollen zwölf bis 15 Events veranstalten und dem Bahnradsport eine weltweite Plattform bieten - ähnlich wie die Tennisserie der ATP», sagte Durbin. Sein größter Wunsch: «Wir wollen zurück in den Madison Square Garden – da hat alles begonnen.» In New York fand 1896 das allererste Rennen nach Sechstageart statt. Berlin zog 13 Jahre als erste europäische Metropole nach.
106. Berliner Sechstagerennen
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Quelle: dpa

| Aktualisierung: 22. Januar 2019