«Etwas verzwickt»: Selke und das Tor-Dilemma

«Etwas verzwickt»: Selke und das Tor-Dilemma

Seit acht Spielen wartet Davie Selke auf einen Treffer. Auch beim 2:2 bleibt der Stürmer von Hertha BSC beim eigenen Abschluss glücklos. Doch dafür zeigt er andere Qualitäten.

Hertha BSC - FC Schalke 04

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Sebastian Rudy (2.v.l.) von Schalke 04 und Davie Selke (2.v.r.) von Berlin sind im Zwist. Foto: Jan Kuppert

Berlin (dpa) - Davie Selke war sein Frust deutlich anzusehen. In die allgemeine Zufriedenheit über das hart erkämpfte Unentschieden gegen den FC Schalke 04 wollte der Stürmer von Hertha BSC nicht einstimmen. «Das sind zwei verlorene Punkte», konstatierte der 24-Jährige nach dem 2:2 kritisch. Dabei hätte Selke selbst bei besserer Chancenverwertung für den ersten Rückrundenstart der Berliner mit zwei Siegen aus zwei Spielen seit 2000 sorgen können. Doch so sehr der U21-Europameister diese Saison als Vorarbeiter glänzt, so schwer fällt ihm derzeit das Toreschießen.
«Er ist ein bisschen verkrampft», beschrieb Trainer Pal Dardai am Samstag das aktuelle Dilemma. Nach einer vergebenen Großchance, bei der Selke in der zweiten Halbzeit freistehend an Schalkes Keeper Alexander Nübel scheiterte, habe er seinem Angreifer noch während der laufenden Partie geraten, locker zu bleiben. Er sei dabei sicherlich «nicht sauer», wenn es nicht funktioniere, betonte Dardai nachsichtig. «Ob der Stürmer ihn rein macht, ist Tagesform. Jetzt ist es ein Moment, den wir akzeptieren.»
In 18 Pflichtspielen traf Selke diese Saison erst einmal, beim 1:4 bei Fortuna Düsseldorf am 11. Spieltag. Seit acht Partien wartet er nun schon auf einen eigenen Treffer. «Es ist eine Phase, die für einen Stürmer ganz normal ist», sagte Selke zu seiner derzeitigen Torflaute. «Ich bin ganz sicher, dass der Ball wieder reingeht. Momentan ist eine Phase, in der es mit dem Toremachen etwas verzwickt ist.»
Stattdessen zeigt Selke andere Qualitäten. Im verbalen Duell mit Schalkes Sebastian Rudy hielt er meinungsstark dagegen. Und für Sturmpartner Vedad Ibisevic legte er das 2:2 zu dessen achtem Saisontreffer per passgenauer Flanke auf. Schon beim 3:1 zum Rückrundenstart beim 1. FC Nürnberg in der Vorrunde leistete er zwei Vorlagen. Insgesamt kommt Selke damit diese Saison bereits auf sieben Assists. Seinen bisherigen Karriere-Bestwert erreichte er mit fünf Vorlagen in der Vorsaison.
Von den zehn Treffern aus der Spielzeit 2017/18 ist Selke aktuell aber sehr weit entfernt. Da wäre es Dardai auch recht, wenn seinem Stürmer schon im nächsten Heimspiel am kommenden Samstag (15.30 Uhr/Sky) gegen den VfL Wolfsburg der Ball «vom Ohr» ins Tor springt. Zwar favorisiert der Berliner Coach grundsätzlich weiterhin ein 4-2-3-1-System mit nur einem Stürmer. Eigentlich hat Dardai aber derzeit keinen Grund, das funktionierende Angriffsduo Ibisevic/Selke wieder auseinanderzureißen.
Diese Formation sorgt dabei allerdings für andere Härtefälle. So saß der in der Hinrunde noch gesetzte Ivorer Salomon Kalou erneut nur auf der Bank und kam gegen Schalke knapp 20 Minuten vor Schluss aufs Feld. «Ich weiß, dass es ganz schwierig für Salomon ist», gestand Dardai.

Quelle: dpa

| Aktualisierung: Sonntag, 27. Januar 2019 12:10 Uhr

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