Standards für Sprache und Texte

Hier sind die Barrierefreiheits-Standards für deutsche Schriftsprache und Texte in der Informations- und Kommunikationstechnik (IKT) festgeschrieben.

Was ist Leichte Sprache?

Leichte Sprache richtet sich an Menschen, die Schwierigkeiten haben komplexere Texte und Informationen zu verstehen. Ungefähr 7,5 Millionen der Bevölkerung in Deutschland brauchen, aufgrund von verschiedenen Behinderungen, Texte in leichter Sprache. Es gibt klare Regeln, die angewendet werden müssen, damit der Text als leicht gilt.
Jeder Webauftritt muss auf der Startseite einen Link zu einer Start bzw. Übersichtsseite in Leichter Sprache haben. Diese Übersichtsseite soll in leichter Sprache erklären, welche Aufgaben die jeweilige Verwaltung hat, welche Dienste sie anbietet und wie diese Dienste in Anspruch genommen werden können. Diese Seite soll durch ein dezentral zu beauftragendes Übersetzungsbüros für Leichte Sprache erstellt werden.

Was ist Verständliche Sprache?

Verständliche Sprache hat weniger genaue Regeln als leichte Sprache. Verständliche Sprache versucht Alltagsdeutsch zu benutzen und auf Fachsprache oder Amtsdeutsch zu verzichten. Verständliche Sprache wird auch manchmal Klare oder Einfache Sprache genannt. Die verschiedenen Begriffe sind nicht klar voneinander abgegrenzt und beinhalten sehr ähnliche Konzepte und Regeln.
Verständliche Sprache richtet sich an alle Menschen, die es lieber einfach mögen oder brauchen. Ungefähr 60 Prozent der Bevölkerung in Deutschland braucht Texte in Verständlicher Sprache, um die Inhalte verstehen zu können.
Die Berliner Verwaltungen sind angehalten, ihre digitalen Texte in verständlicher oder einfacher Sprache zu schreiben.

Leitfaden für Verständliche Sprache

Wir haben einen Leitfaden und eine Checkliste erstellt, die der Berliner Verwaltung bei der Erstellung von digitalen Texten helfen soll.

  1. Klare Struktur
    Benutzen Sie Überschriften, Zwischenüberschriften und bei Aufzählungen Listen. Lassen Sie genügend Zwischenräume zwischen Paragraphen.
  2. Kein Amtsdeutsch
    Benutzen Sie Alltagswörter statt Amtsdeutsch.
    Hier einige Beispiele: Nutzen Sie lieber „informieren“ statt „in Kenntnis setzen“,
    „abgelehnt“ statt „abschlägig beschieden“ oder „Kopie“ statt „Abschrift“.
  3. Verständliche Begriffe
    Vermeiden Sie Fachausdrücke oder erklären Sie den Ausdruck. Benutzen sie einfache und bekannte Wörter.
  4. Keine Fremdwörter
    Versuchen Sie deutsche Wörter zu verwenden.
  5. Spracheinstellung
    Kennzeichen Sie bitte Wörter oder Passagen, die Sie in einer anderen Sprache schreiben.
  6. Keine Abkürzungen
    Vermeiden Sie Abkürzungen. Wenn das nicht möglich ist, erklären Sie die Abkürzung bei der Einführung.
  7. Klare und eindeutige Links
    Linktexte sollen aussagekräftig und eindeutig sein. Sie sollen unabhängig von dem Rest des Textes verstanden werden. Benutzen Sie nur URLs als Link Text, wenn die Menschen sich die URL merken sollen.
  8. Kein Passiv
    Benutzen Sie die aktive Form.
  9. Keine Verneinungen
    Versuchen sie die Sachlage positiv zu beschreiben statt negativ. Verwenden Sie keine doppelten Verneinungen.
  10. Keine Substantivierungen
    Benutzen Sie lieber die Verbform, statt das Verb zu substantivieren.
  11. Kurze Sätze
    Ein Satz sollte nicht mehr als 15 Wörter haben.
  12. Ein Gedanke pro Satz
    Versuchen Sie nur einen Gedanken pro Satz zu schreiben.
  13. Kurze Worte
    Versuchen Sie kurze Worte zu benutzen.
  14. Keine Floskeln und Füllwörter
    Versuchen Sie den Text auf das Wesentliche zu reduzieren und unwesentliche Wörter wegzulassen.
  15. Gesetze ans Ende
    Stellen Sie, wenn möglich, die Rechtsquellen an das Ende eines Satzes oder Absatzes.

Checkliste für Verständliche Sprache

Hier finden Sie die Checkliste für verständliche Sprache als Word-Datei. Sie soll Ihnen helfen, den Text zu überprüfen. Bei den Prüfschritten, die nicht erfüllt wurden, sollten Sie den Text noch verändern.
Es hift auch, wenn Sie Ihren Text einem Menschen zum Lesen geben, der wenig Wissen von dem Fachthema hat. Anhand der Fragen merken Sie, an welchen Stellen Sie Ihren Text noch verbessern können.

Checkliste ohne einführenden Text

Checkliste mit einführenden Text