Das Gelände befand sich ab Mai 1945 in sowjetischer Hand. Die ehemalige Großküche der Nationalsozialistischen Volkswohlfahrt wurde in ein Sammel- und Durchgangslager verwandelt. Ca. 1000 Gefangene - vornehmlich Spione, Saboteure, Terroristen, Polizeiangehörige und sogenannte «feindliche Elemente» - starben aufgrund der katastrophalen Lebensbedingungen und wurden in Massengräbern anonym begraben.
Ende 1946 wurde aus dem Sammellager ein Gefängnis der sowjetischen Besatzungsmacht. Vor allem mutmaßliche politische Widersacher wurden dort inhaftiert und gefoltert. 1951 übernahm das Ministerium für Staatssicherheit (MfS/Stasi) das Gelände. Über 11.000 Menschen wurde dort gefangen gehalten und physischer und psychologischer Gewalt ausgesetzt. Das Gefängnis schloss am 03. Oktober 1990.