Definition

Digitale Barrierefreiheit bedeutet, dass digitale Angebote für alle Menschen nutzbar sind, auch für Menschen mit Behinderungen.
Webseiten, elektronischen Dokumente, Software und mobile Anwendungen müssen für Menschen mit Beeinträchtigungen ohne Hindernisse bedienbar und nutzbar sein. Menschen mit Behinderungen wird dadurch eine selbstbestimmte Teilhabe am digitalen Leben ermöglicht. Barrierefreiheit hilft nicht nur Menschen mit Behinderungen, sondern auch Menschen mit temporären oder situationsbedingten Einschränkungen. Außerdem bieten barrierefreie Angebote allen Menschen Vorteile: sie sind klar strukturiert, verständlich geschrieben und somit für alle leichter zu nutzen.

Verschiedene Einschränkungen, bei denen Barrierefreiheit hilft

Sehbehinderungen

  • Sehbehinderung meint zum Beispiel, Blindheit, Netzhautdegeneration, Rot-Grün Farbsehschwäche und Alterssehschwäche.
  • Häufige Barrieren für Menschen mit Sehbehinderungen sind zu kleine Schriftgröße, fehlender Kontrast, Elemente die sich überlappen wenn sie vergrößert werden oder Programmierung, die nicht Screenreader tauglich ist.
  • Wir können Barrieren vermeiden, indem wir beim [enDesign die Schriftgrößen, Kontraste, Farbinformationen und Screenreadertauglichkeit bei der Programmierung berücksichtigen.
  • Hilfsmittel sind unter anderem, Bildschirmlesegeräte (Screenreader wie Jaws, NVDA), Vergrößerungssoftware und Einstellungsanpassungen bei Windows beziehungsweise andere Betriebssysteme. Auch eine integrierte Bildschirmlupe auf Internetseiten ermöglicht speziell älteren Menschen eine leicht zu bedienende Hilfe.

Bewegungseinschränkungen

  • Bewegungseinschränkung im digitalen Bereich meint, dass man zum Beispiel nicht die Maus bedienen kann. Diese kann dann weder mit Händen, noch mit anderen Körperteilen bedient werden.
  • Oftmals sind Software oder Webseiten so programmiert, dass nur durch die Maus bestimmte Aktionen ausgeführt werden können.
  • Um Barrieren zu vermeiden, muss bei der Programmierung berücksichtigt werden, dass Aktionen nicht nur durch den Mausklick ausgeführt werden können.
  • Tastaturbedienung, Sprachsteuerung oder Eye-Tracking-Gerät sind mögliche Lösungen, um den Computer und die Software zu bedienen. Windows oder andere Betriebssysteme ermöglichen auch Einstellungen, die bei der Bedienung helfen können.

Hörbehinderungen

  • Hörbehinderung umfasst unter anderem Gehörlosigkeit, Schwerhörigkeit als auch Hörbeeinträchtigungen durch das Alter.
  • Informationen, die nur über Sprache vermittelt werden, sind für Menschen mit Hörbehinderungen unverständlich.
  • Bildschirmunterschriften und Gebärden ermöglichen den meisten Menschen mit Hörbehinderungen die gesprochenen Inhalte zu erfassen. Untertitel helfen auch Menschen, die Deutsch nicht als Muttersprache sprechen.

Kognitive Beeinträchtigungen

  • Kognitive Beeinträchtigungen umfassen viele verschiedene Gruppen, zum Beispiel Menschen mit Aufmerksamkeitsdefizit, Legasthenie oder Lernbehinderung.
  • Häufige Probleme sind die Amtssprache, unstrukturierte Informationen oder sich bewegende Elemente auf dem Bildschirm.
  • Hilfen sind zum Beispiel die Vorlesefunktion.
  • Um Barrieren zu vermeiden oder zu lindern, sollte verständliche Sprache genutzt werden und die Informationen müssen klar strukturiert sein. Beim Design sollte Kontrolle über Audio- und Bildschirmbewegungen ermöglicht werden und eine Vorlesemöglichkeit gegeben sein.