Berliner Mauerweg - Von Hermsdorf zur Wollankstraße

Etappenlänge: 15 Kilometer

Karl-Liebknecht-Str.%2C%207E%2C%20Berlin
Stadtplan Berlin.de
Bildvergrößerung: Schild Mauerweg
Bild: www.Finanzfoto.de - Fotolia.com

Die Etappe von Hermsdorf zur Wollankstraße wird auch Kindern gefallen. Nördlich vom Tegeler Fließ führt der Mauerweg nach Lübars, das sich seinen dörflichen Charme bewahrt hat. Ein Lübarser Bauer war es denn auch, der am 16. Juni 1990 an der Blankenfelder Chaussee mit seinem Trecker die Mauer durchbrochen und damit die Blankenfelder Chaussee wieder geöffnet hat. Bis zu diesem Tag war die Verbindungsstraße zwischen Blankenfelde und Lübars noch immer nicht frei, obwohl die Mauer bereits Anfang November 1989 gefallen war. Die Stelle des entschlossenen Durchbruchs ist heute mit einer Tafel aus zwei Blöcken der Grenzmauer markiert; nach dem Namen des Bauern wird sie auch Checkpoint Qualitz genannt.

Denkzeicheneinweihung Krankensammellager Blankenfelde
Bild: BA Pankow

Östlich des Mauerwegs in der Nähe der Bahnhofstraße informiert eine Infotafel zum Krankensammellager Blankenfelde. Auf dem Gelände befand sich von 1941 bis 1945 ein „Krankensammellager für arbeitsunfähige Ostarbeiter“, Männer und Frauen aus der Sowjetunion, die zur Zwangsarbeit ins Deutsche Reich verschleppt worden waren. Für den „Arbeitseinsatz“ nicht mehr verwendbar, waren die Menschen in diesem Lager katastrophalen hygienischen Bedingungen, mangelhafter Versorgung und fehlender ärztlicher Betreuung ausgesetzt. Bis heute sind mindestens 700 Todesfälle nachweislich bekannt.

Bildvergrößerung: Hochstand an der Quickborner Straße (Reinickendorf) 1976
Hochstand an der Quickborner Straße 1976
Bild: Landesarchiv/Max Jacoby

An die Einnahme Berlins durch die Sowjetarmee am Ende des Zweiten Weltkriegs erinnert auf der Höhe des S-Bahnhofs Wilhelmsruh das Sowjetische Ehrenmal im Volkspark Schönholzer Heide. Auf der ehemals West-Berliner Seite der Grenze finden Sie an der Klemkestraße ein Gedenkkreuz für Horst Frank und Informationen zu weiteren Maueropfern: Wernhard Mispelhorn, Horst Einsiedel und Silvio Proksch direkt am Standort der vorderen Mauer im Bezirk Pankow (ehemals Ost-Berlin). Mit einem Jugendfreund hatte der 20-Jährige Horst Frank die Flucht nach West-Berlin geplant. An der Kleingartenkolonie „Schönholz“ waren sie am 28. April 1962 abends in den Grenzstreifen gestiegen. Als sie gegen Mitternacht endlich dabei waren, den letzten Sperrzaun zu durchschneiden, wurde Horst Frank von zwei Grenzsoldaten bemerkt, die ihn sofort unter Beschuss nahmen. Am selben Tag noch erlag er seinen Verletzungen. Sein Freund war unbemerkt nach West-Berlin gelangt.

  • Streckeninfo: Die Anfahrt zum Startpunkt der 15 Kilometer langen Etappe erfolgt vom S-Bhf. Hermsdorf / Bahnhofplatz über den Waldseeweg und die Solquell- zur Veltheimstraße. Hier treffen Sie auf den Mauerweg, der Sie in östlicher Richtung zur Alten Schildower Straße bringt. Diese führt über die Kurze- zur Wiesenstraße, die parallel zum ehemaligen Grenzstreifen am Tegeler Fließ verläuft. Vor dem Köppchensee biegt der Mauerweg scharf nach Südsüdost Richtung Blankenfelder Chaussee und Bahnhofstraße ab. Vorbei am Freizeitpark Lübars – wo Sie Station machen sollten, wenn Sie mit Kindern unterwegs sind – gelangen Sie immer am ehemaligen Grenzstreifen entlang zum Wilhelmsruher Damm. Hier können Sie die Tour beenden und nach Westen zum U- und S-Bhf. Wittenau abbiegen. Der Mauerweg führt südlich weiter an den Nordgraben und von dort der Bahntrasse folgend zum S-Bhf. Wollankstraße.

Sehenswürdigkeiten an der Strecke

Dorf Lübars

Link zu: Dorf Lübars
Bild: Wolfgang Bittner, Landesdenkmalamt Berlin

Mitten im Fließtal, umgeben von Wiesen und Feldern, liegt das typisch märkische Angerdorf Lübars. Es ist das einzige erhaltene Dorf im Berliner Stadtgebiet und wird heute noch landwirtschaftlich, vor allem für Pferdehaltung, genutzt. Weitere Informationen

Sowjetisches Ehrenmal Schönholzer Heide

Link zu: Sowjetisches Ehrenmal Schönholzer Heide
Bild: Wolfgang Bittner LDA

Das Ehrenmal im Volkspark Schönholzer Heide ist die Begräbnisstätte für mehr als 13 000 Angehörige der Roten Armee. Auf 100 Bronzetafeln werden die im Kampf um Berlin Gefallenen genannt. Weitere Informationen