Die Einführung von Open-Library-Modellen und die Diskussion um Sonntagsöffnungen stellen aus Sicht der Haupt-JAV einen besonders sensiblen Punkt dar. Während diese Konzepte häufig mit erweiterten Zugangs- und Nutzungsmöglichkeiten begründet werden, zeigen die Rückmeldungen aus den Bezirken deutlich, dass die personellen und organisatorischen Voraussetzungen dafür vielfach nicht gegeben sind.
Die Haupt-JAV vertritt hier eine klare Position:
Open Library und insbesondere Sonntagsöffnungen dürfen nicht zulasten der Beschäftigten und der Nachwuchskräfte umgesetzt werden. Neue Betriebsmodelle erfordern verlässliche personelle Ausstattung, klare Zuständigkeiten und belastbare Schutzkonzepte. Diese Voraussetzungen sind nach Einschätzung der Haupt-JAV derzeit nicht flächendeckend erfüllt.
Besonders kritisch bewertet die Haupt-JAV, dass im Zusammenhang mit Open-Library-Konzepten immer wieder die Gefahr besteht, Auszubildende – insbesondere Auszubildende Fachangestellte für Medien- und Informationsdienste (FaMI) – mittelbar oder unmittelbar zur Absicherung erweiterter Öffnungszeiten heranzuziehen. Dies widerspricht dem Ausbildungszweck.
Auch Sonntagsöffnungen öffentlicher Stadtteilbibliotheken lehnt die Haupt-JAV in der aktuellen Ausgestaltung ab. Sie bedeuten zusätzliche Belastungen für Beschäftigte, Ausbildungspersonal und Nachwuchskräfte greifen in bestehende Arbeitszeitregelungen ein und werfen erhebliche Fragen des Arbeits- und Gesundheitsschutzes auf. Ohne eine grundlegende Verbesserung der personellen Situation sowie klare rechtliche und organisatorische Rahmenbedingungen sind Sonntagsöffnungen aus Sicht der Haupt-JAV nicht verantwortbar.
Die Haupt-JAV hat diese Haltung in Austauschformaten, Stellungnahmen und Gesprächen deutlich gemacht und wird die weitere Entwicklung von Open Library und Sonntagsöffnungen weiterhin kritisch begleiten.