Mobilität für Auszubildende und Anwärter*innen: Durchbruch nach langem Einsatz

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Gute Nachrichten für Auszubildende und Anwärter*innen im Land Berlin: Nach monatelangem Druck und intensiven Gesprächen wird zum 01. Juni 2026 das sogenannte Deutschlandticket-Zuschuss-Ausbildung eingeführt. Damit kommt endlich eine dringend benötigte Nachfolgelösung für das ausgelaufene VBB-Abo Azubi.

Die Haupt-Jugend- und Auszubildendenvertretung für die Behörden, Gerichte und nichtrechtsfähigen Anstalten des Landes Berlin (Haupt-JAV) hat sich gemeinsam mit dem Hauptpersonalrat für die Behörden, Gerichte und nichtrechtsfähigen Anstalten des Landes Berlin (HPR) konsequent für eine sozial gerechte und bezahlbare Mobilitätslösung eingesetzt – mit Erfolg.

Was ändert sich konkret?

Mit dem neuen Modell erhalten Auszubildende und Anwärter*innen künftig einen Zuschuss zum Deutschlandticket. Dadurch wird bundesweite Mobilität im öffentlichen Nahverkehr ermöglicht – und das zu deutlich besseren Konditionen als zuletzt.

Das neue Ticket orientiert sich am bereits bestehenden Zuschussmodell für andere Beschäftigtengruppen und bringt mehrere entscheidende Verbesserungen:
  • Bundesweite Gültigkeit statt Beschränkung auf Berlin-Brandenburg
  • Finanzielle Entlastung durch Arbeitgeberzuschuss
  • Gleichstellung mit anderen Statusgruppen im öffentlichen Dienst
  • Planungssicherheit durch ein einheitliches System

Damit wird ein zentraler Kritikpunkt der vergangenen Monate endlich aufgegriffen.

Warum dieser Schritt so wichtig ist

Die Herausforderungen auf dem Berliner Wohnungsmarkt bestehen weiterhin. Viele Nachwuchskräfte sind gezwungen, außerhalb des S-Bahn-Rings oder sogar im Brandenburger Umland zu wohnen. Bezahlbare Mobilität ist daher keine Nebensache, sondern Voraussetzung für Ausbildung, Arbeit und gesellschaftliche Teilhabe.

Das neue Angebot des Verkehrsverbund Berlin-Brandenburg (VBB) schafft hier eine spürbare Verbesserung: Es ermöglicht nicht nur den täglichen Arbeitsweg, sondern eröffnet auch neue Flexibilität im Alltag. Gerade für junge Menschen mit geringem Einkommen bedeutet das eine echte Entlastung.

Ein Erfolg gemeinsamer Interessenvertretung

Die Haupt-JAV setzte sich gemeinsam mit dem Hauptpersonalrat für die Behörden, Gerichte und nichtrechtsfähigen Anstalten des Landes Berlin (HPR) aktiv für eine Lösung ein. In diversen Schreiben an die Senatorin für Mobilität, Verkehr, Klimaschutz und Umwelt wurde die dringende Notwendigkeit eines Nachfolgeangebots für das VBB-Abo Azubi betont. Die Senatsverwaltung kündigte zwar eine Nachfolgelösung an, die sich an dem Semesterticket für Studierende orientieren soll, doch eine schnelle Umsetzung dieser Lösung war lange nicht in Sicht. Dass diese Lösung nun umgesetzt wird, ist kein Zufall.

In zahlreichen Gesprächen, Stellungnahmen und politischen Initiativen wurde immer wieder deutlich gemacht:
  • Mobilität muss bezahlbar bleiben
  • Ungleichbehandlungen dürfen nicht bestehen bleiben
  • Nachwuchskräfte brauchen verlässliche Rahmenbedingungen

Die Einführung des Deutschlandticket-Zuschuss-Ausbildung zeigt: Engagement wirkt.

Trotzdem: Noch nicht am Ziel

Auch wenn die neue Regelung ein wichtiger Schritt ist, bleibt weiterer Handlungsbedarf:
  • Die konkrete Ausgestaltung und Umsetzung muss reibungslos erfolgen
  • Alle Anspruchsberechtigten müssen unkompliziert Zugang erhalten
  • Die langfristige Finanzierbarkeit muss gesichert werden

Die Haupt-JAV wird den Prozess weiterhin kritisch begleiten und sich dafür einsetzen, dass die Interessen der Auszubildenden und Anwärter*innen nachhaltig berücksichtigt werden.

Fazit: Eine Frage der Gerechtigkeit und Chancengleichheit

Mit der Einführung des etwas sperrig benannten „Deutschlandticket-Zuschuss-Ausbildung“ wird eine zentrale Forderung erfüllt: bezahlbare und faire Mobilität für alle Nachwuchskräfte im öffentlichen Dienst des Landes Berlin. Das ist ein Erfolg – aber auch ein Auftrag.

Denn klar ist: Mobilität entscheidet über Teilhabe. Und Teilhabe darf keine Frage des Geldbeutels sein. Die Haupt-JAV wird sich auch weiterhin mit Nachdruck dafür einsetzen, dass junge Menschen im öffentlichen Dienst die Unterstützung erhalten, die sie verdienen.

Dass es jetzt eine Lösung gibt, ist kein Zufall, sondern Ergebnis konsequenter Interessenvertretung.
Sean Hanisch / 2. stellvertretender Vorsitzender der Haupt-JAV des Landes Berlin

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